Berlin Verbände fordern Verschiebung von Heizungsverbot
Die Pläne der Bundesregierung zum Austausch fossiler Heizungen seien nicht umsetzbar, wie der Bundesverband Flächenheizungen und die Industrie- und Handelskammer sagen. Neben Fachkräften fehle es auch an Wärmepumpen selbst.
Der Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen (BVF) hat eine Verschiebung des Einbauverbots fossiler Heizungen in Bestandsgebäuden um ein Jahr auf 2025 gefordert. „Aktuell reichen weder die Produktionszahlen der Wärmepumpen oder der Ausbau der Wärmenetze, noch die Personaldecke im Sanitär-Heizung-Klima-Handwerk, um die ambitionierten Ziele der Bundesregierung so kurzfristig umsetzen zu können“, sagte Geschäftsführer Axel Grimm im Gespräch mit dieser Redaktion.
Laut Grimm sei die große Aufgabe der nächsten Jahre die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden. Die Planung dafür benötige allerdings ausreichend Vorlauf. „Massiver Zeitdruck ist hier nicht hilfreich“, mahnte der BVF-Geschäftsführer. „Dies verursacht für Immobilieneigentümer, Handwerk, Energieberater und Industrie große Probleme.“
Auch die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sieht die Heizungspläne der Bundesregierung skeptisch. „Im Hinblick auf Lieferprobleme und den Mangel an Fachkräften für den Einbau neuer Heizzsysteme, wären längere Übergangsfristen aus Sicht der Unternehmen empfehlenswert“, sagte Energieexperte Sebastian Bolay dieser Redaktion.
Neben den Wohngebäuden seien auch „weit über eine Million Gewerbeimmobilien“ von dem geplanten Heizungsaustausch betroffen. Zudem plädierte Bolay für mehr Wahlfreiheit: „Es würde auch helfen, wenn bei Neubauten Technologien wie die Biomasse nicht ausgeschlossen würden.“
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