Radweg zwischen Riepe und Oldersum Demo-Teilnehmer drängen auf eine schnelle Umsetzung
Zahlreiche Teilnehmer einer Demo forderten einen Radweg zwischen Riepe und Oldersum. Gerade der Zubringer zur Autobahn gilt als besonders gefährlich. Ein Mitfahrer hatte gute Neuigkeiten.
Riepe/Oldersum - Mit guter Laune trotz Nieselregen starteten am Sonntagvormittag in Riepe rund 50 Radfahrer gen Oldersum. Die Teilnehmer der Fahrraddemo kämpfen weiter für einen Radweg zwischen ihren beiden Orten. Denn die Fahrt auf der Landesstraße 1, die auch die Verbindung zur Autobahn 31 herstellt, sei sehr gefährlich, so Jens de Vries als Oldersumer Ortsbürgermeister. Vergangenes Jahr konnte er beobachten, wie die Vermessungsarbeiten durch die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr vorgenommen wurden. Doch dabei ist es bisher geblieben.
Wie Yasin Kilic von der Landesbehörde in Aurich bestätigte, verzögern sich die Planungen. Als Gründe angeführt wurden naturschutzrechtliche Bedenken sowie knappe Personalkapazitäten. „Die Büros sind überlastet. Aber hier wächst der Unmut“, sagte Nico Bloem, SPD-Landtagsabgeordneter (Weener), zu Beginn der Demo. Dazwischen gekommen sei unter anderem der Neubau der Ledabrücke bei Leer.
Landtagsabgeordnete kritisiert zu langsame Bürokratie
Bereits zum dritten Mal zeigten die Anwohner ihren Unmut, indem sie im Korso die Strecke zwischen ihren beiden Orten befuhren. Von Riepe ging es zunächst bis Neuland. Dort bogen die Fahrer, die von Fahrzeugen der Ortsfeuerwehren Riepe und Simonswolde angeführt wurden, auf die Kreissstraße 111 ab. Denn auch nach Simonswolde fehle ein Radweg, erklärte Volker Degner (CDU) vom Riepster Ortsrat. So sollten in dem Dorf weitere Fahrer zum Korso dazustoßen. Gemeinsam ging es dann über die Autobahnbrücke nach Oldersum. Denn Abschluss des Korsos bildete die Ortsfeuerwehr Oldersum.
„Es ist bedauerlich, dass wir immer über Radwege sprechen müssen“, sagte Saskia Buschmann, Auricher CDU-Landtagsabgeordnete, zu Beginn der Fahrt. Viele würden gerne Rad fahren. Da die Sicherheit nicht gegeben sei, trauten sie sich oft nicht. Zudem kritisierte die Politikerin die Bürokratie, die fünf Jahre Planung notwendig machen würde, bevor ein Sandkorn angehoben würde. „Der Natur wird ein Stück genommen. Aber das Stück Natur wird in Sicherheit umgewandelt“, so Buschmann. Sie unterstütze das Vorhaben und setze sich für eine schnelle Umsetzung ein.
Neuralgischer Punkt ist die Autobahnbrücke
Riepe ist in den vergangenen Jahren gewachsen, es seien weitere Gewerbegebiete hinzugekommen, sagte Buschmann. Viele Arbeitnehmer und Auszubildende würden zwischen Riepe und Oldersum pendeln. „Wenigstens haben wir jetzt eine Busverbindung. Aber ich sehe auch jeden morgen mindestens vier Radfahrer auf der Strecke. Gerade an den Brücken wird es eng“, so Jens de Vries. Auch Wiard Siebels, Auricher SPD-Landtagsabgeordneter, war am morgen bei der Demo dabei. Auch ihm gehe die Abarbeitung der Prioritätenliste viel zu langsam. „Wir hätten schon weiter sein können“, so Siebels. Deshalb begrüße er solche Demos, die Werbeveranstaltungen seien. „Man muss nur lange genug durchhalten. Kein Politiker lehnt so ein Projekt dann noch ab“, versicherte er.
Es handelt sich um eine Strecke von rund neun Kilometern entlang der Landesstraße 1, die mit dem Radweg versehen werden soll. Schwierige Punkte seien die beiden Brücken. Insbesondere bei der Autobahnbrücke gebe es Überlegungen, eine zweite Brücke für die Radfahrer daneben zu setzen, berichtete Degner aus Gesprächen mit der Landesbehörde. Gute Nachrichten hatte Nico Bloem. So gebe es eine Zusage der Behörde, dass die Planungen des Radwegs im kommenden Jahr an ein Büro vergeben werden sollen.