Versorgung mit Löschwasser  Zur Not werden in Aurich Brunnen gebohrt

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 05.05.2023 17:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eine Zeit lang blieb die Drehleiter der Feuerwehr Aurich beim Großbrand in Rahe am Donnerstag ohne Wasser. Foto: Heino Hermanns
Eine Zeit lang blieb die Drehleiter der Feuerwehr Aurich beim Großbrand in Rahe am Donnerstag ohne Wasser. Foto: Heino Hermanns
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Nicht genug Löschwasser kam beim Großbrand am Donnerstag aus dem Hydranten. Ein Problem, das es in Außenbereichen öfter gibt.

Aurich/Brake - Wassermangel bei Großbränden ist insbesondere in Außengebieten immer wieder ein Problem. Das bestätigt der Auricher Stadtbrandmeister Heinz Hollwedel auf ON-Anfrage. Erst am Donnerstag hatte es bei einem Großbrand in Rahe Probleme mit der Versorgung mit Löschwasser gegeben. Denn die Wasserleitungen des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) hätten in den Randgebieten nicht genügend Kapazitäten. „Wir brauchen bei den Wasserleitungen mindestens einen Querschnitt von 80 Millimetern“, so Hollwedel. Der OOWV aber verwende in Bereichen, in denen wenig Wasser verbraucht werde, immer öfter kleinere Leitungen.

Das hat einen bestimmten Grund, wie OOWV-Sprecher Matthias Wittschieben auf ON-Anfrage sagt. Die Verringerung des Querschnitts habe immer zum Ziel, eine Verkeimung des Trinkwassers zu verhindern. Wasser müsse fließen, dürfe nicht in den Rohren stehen. Bei einer geringen Abnahme müssten daher kleinere Rohre verlegt werden. Generell würde die Wasserabnahme im Verbandsgebiet zwar ansteigen. In Randgebieten könne es aber auch anders sein.

Ringleitung wäre in Rahe besser gewesen

Hinzu komme, so Wittschieben, dass die Löschwasserversorgung keine Aufgabe des OOWV sei. „Das ist die Aufgabe der Kommunen.“ Wenn das Leitungsnetz des OOWV nicht ausreiche, müssten Städte und Gemeinden eben Löschteiche anlegen oder Löschbrunnen bohren.

Das sieht auch Heinz Hollwedel so. „Wasser ist eben ein Lebensmittel.“ Der OOWV dulde das Anzapfen durch die Feuerwehr nur. In Rahe sei es das Problem gewesen, dass das Leitungssystem dort verästelt aufgebaut sei. Es gebe eine Hauptleitung, von der aus die einzelnen Grundstücke versorgt würden. Wenn man dann einen Hydranten anzapfe, habe der benachbarte Hydrant kein Wasser mehr. Eine Ringleitung wäre an der Stelle besser gewesen. „Aber das ist auch eine finanzielle Frage.“

Schnelle Nachbarschaftshilfe

Die Stadt Aurich hat jedes Jahr im Haushalt einen festen Posten für die Hydranten eingeplant. Das sagt Stadtsprecher Johann Stromann auf ON-Anfrage. Das Auricher Stadtkommando werde vor allem bei neuen Baugebieten mit eingebunden und melde den Bedarf an. Die Ortsbrandmeister der zehn Auricher Wehren würden dann schauen, ob das Leitungsnetz des OOWV ausreiche oder ob Löschteiche angelegt oder Brunnen gebohrt werden müssten.

Nicht nur bei der Brandbekämpfung ist die Stadt aktiv. Auch bei der Versorgung der Menschen, die ihr Hab und Gut verloren haben, wird geholfen. In Rahe hatten zwei Menschen in dem alten Bauernhaus mit Scheunentrakt gewohnt. Laut Johann Stromann habe man sich am Donnerstag erkundigt, ob Hilfe nötig sei. „Die beiden Bewohner wollen aber in der Nähe des Grundstücks bleiben.“ Sie besäßen ein eigenes Wohnmobil und hätten von Nachbarn einen Wohnwagen zur Verfügung gestellt bekommen. Johann Stromann bedankte sich an dieser Stelle für die schnelle Nachbarschaftshilfe. Die Stadt Aurich werde in der kommenden Woche nachhaken, wie weitergeholfen werden könne.

Am Donnerstagvormittag waren zunächst die Ortswehren aus Aurich und Haxtum nach Rahe gerufen worden. Später wurden die Wehren aus Middels, Walle und Wallinghausen mit Tanklöschfahrzeugen nachalarmiert worden. Das Haus brannte komplett aus. Die Ursache des Feuers, das seinen Ausgang nach einer ersten Einschätzung des Haxtumer Ortsbrandmeisters Thomas Riekert im Scheunenbereich hatte, steht noch nicht fest. Das sagt Polizeisprecherin Wiebke Baden auf ON-Anfrage. Sie erwartet erste Ergebnisse der Brandermittler in der kommenden Woche.

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