London  So viele Mitarbeiter schicken ARD und ZDF zu Charles‘ Krönung

Dominik Bögel
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Von Dominik Bögel
| 04.05.2023 14:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Begräbnis seiner Mutter Queen Elizabeth II. wurde von den öffentlich-rechtlichen Sendern immens verfolgt. Kann Charles mit seiner Krönung da mithalten? Foto: dpa/Hannah McKay
Das Begräbnis seiner Mutter Queen Elizabeth II. wurde von den öffentlich-rechtlichen Sendern immens verfolgt. Kann Charles mit seiner Krönung da mithalten? Foto: dpa/Hannah McKay
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Das Begräbnis von Queen Elizabeth II. wurde von ARD und ZDF mit riesigem Aufwand verfolgt. Rund 50 Mitarbeiter waren damals in London vor Ort. Die Berichterstattung zu Charles Krönung fällt derweil etwas kleiner aus.

Beim Begräbnis der Queen im vergangenen September fuhren ARD und ZDF schwere Geschütze auf: Ein Team von rund 50 Mitarbeitern, bestehend aus Reportern, Moderatoren, Experten und technischem Personal, berichtete für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten aus London. Bei der Krönung von Charles III. am kommenden Samstag wird hingegen deutlich weniger Personal in London vor Ort sein, wie unsere Redaktion auf Anfrage erfuhr.

So wird der NDR, der für die ARD die Berichterstattung übernimmt, mit fünf Korrespondenten von 9.30 Uhr bis 16 Uhr live aus dem Londoner Studio berichten, heißt es von einem Sprecher der ARD. Die Korrespondenten würden im Fernseh- und Hörfunk-Bereich jeweils durch einen zusätzlichen Reporter unterstützt. Begründet wird dies durch die „hohe Arbeitsbelastung“, die ein Live-Event mit sich bringe. Hinzukommen zwei Techniker im Studio, sodass insgesamt neun Mitarbeiter an der Berichterstattung beteiligt sind.

Die Kosten für die Übertragung der Krönung fallen laut dem ARD-Sprecher gering aus. Man könne ohne „weitere Rechtegebühren“ auf das Material der BBC zurückgreifen.

Das ZDF wird sich derweil überhaupt nicht an der Berichterstattung vor Ort beteiligen. Einzig und allein eine Zusammenfassung soll es am Samstagabend geben. Damit kehre man zum üblichen Prozedere bezüglich der Berichterstattung von royalen Ereignissen zurück, heißt es von einem Sprecher des ZDF. Man habe bereits vor einigen Jahren vereinbart, jeweils abwechselnd über die britische Königsfamilie zu berichten. „Dies ist seitdem auch immer eingehalten worden“, so der Sprecher weiter. Nur in einzelnen Ausnahmen sende man zeitgleich.

Eine solche war etwa die Hochzeit von Thronfolger Prinz William und Kate Middleton 2011, die ebenfalls in der ARD und dem ZDF zu sehen war. Die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle war 2018 dann jedoch wieder nur im ZDF zu sehen.

Die vielfache Kritik an der Berichterstattung zur Trauerfeier der Queen im vergangenen September sei indes nicht ausschlaggebend gewesen, zum alten Verfahren zurückzukehren. Damals hatten ARD und ZDF beide live aus London berichtet – und dabei zeitweise minutenlang das gleiche Filmmaterial gesendet. Die Sender verteidigten die Parallelübertragung mit der großen „zeithistorischen Bedeutung“, die der Tod der Queen nach 70-jähriger Regentschaft mit sich bringe.

Die doppelte Übertragung sowie das hohe Personalaufkommen sorgten jedoch für viel Unmut. Für Finanzminister Christian Lindner war es etwa ein Zeichen, dass beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk „erhebliches Einsparpotenzial“ bestehe, wie er in dieser Zeitung sagte. Geschürt wurde der Ärger zusätzlich dadurch, dass der Sender Phoenix, der sowohl vom ZDF als auch der ARD betrieben wird, die Beerdigung ebenfalls live sendete.

Insgesamt hatten in Deutschland rund 13 Millionen Menschen zeitweilig die Beerdigung auf einem der beiden Sender verfolgt, wie Zahlen der AGF-Videoforschung aus Berlin zeigten. Weltweit sollen laut der BBC weniger als eine Milliarde Menschen dem Spektakel vor den Fernsehbildschirmen beigewohnt haben. Zeitweilig war jedoch gar von vier Milliarden Menschen die Rede, doch stellte sich dies im Nachhinein als falsch heraus.

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