Osnabrück Neue Gasheizung einbauen: Lohnt sich das noch?
Ab 2024 dürfen neue Gasheizungen nicht mehr eingebaut werden. Lohnt es sich, vor dem Verbot noch eine solche Heizung einzubauen? Kunden sollten sich beeilen, raten Experten.
Ab kommendem Jahr dürfen keine neuen Öl- oder Gasheizungen mehr eingebaut werden. So sehen es die Heizungspläne der Ampel-Regierung vor. Stattdessen dürfen nur noch Heizungen eingebaut werden, die zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Betrieben werden dürfen funktionierende Gasheizungen noch bis Ende 2044, so der derzeitige Stand der Dinge.
„Niemand sollte jetzt noch schnell eine Öl- oder Gasheizung einbauen. Die fossilen Energien sind eine Sackgasse, keine Spardose“, hatte Robert Habeck Anfang April den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt. Doch genau das überlegen sich derzeit viele Immobilienbesitzer, deren Öl- oder Gasheizungen in absehbarer Zeit kaputtgehen würden.
Unser Servicetalk zum Nachschauen:
Ein älteres Ehepaar aus Mecklenburg-Vorpommern hat in unserem Livetalk zum Thema Wärmepumpen seinen Fall geschildert: Sie leben in einem Haus aus dem Jahr 1973 und ihre Brennwertheizung werde zeitnah kaputtgehen. „Sollen wir noch in diesem Jahr eine neue Brennwertheizung kaufen oder in eine Wärmepumpe investieren?“, baten sie um Rat.
„Ich würde in diesem Fall dazu raten, noch einmal in eine Gasbrennwertheizung zu investieren – aufgrund der Investitionskosten und des fortgeschrittenen Alters der Hausbesitzer”, sagt Joreg Bremicker vom Wärmepumpen-Hersteller Vaillant. „Handeln Sie schnell“, rät Jochen Brückmann, Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer dem Ehepaar. Die Nachfrage sei sehr groß. Wer jetzt nicht sofort bestelle, könne nicht mit Sicherheit damit rechnen, dass die Geräte pünktlich vom Hersteller geliefert würden.
Brückmann geht auch auf die Preise ein: „Wenn man vor zwei Jahren eine moderne Brennwertgastherme gekauft hat, lag der Preis bei ungefähr 8000 bis 9000 Euro.“ Das könnte sich auch ein Doppelrentnerhaushalt in einem Einfamilienhaus leisten. „Die kostet jetzt zwischen 14.000 und 15.000 Euro“, betont er. „Wenn man jetzt eine Entscheidung treffen muss zwischen einer modernen Brennwertheizung für 15.000 Euro oder einer Wärmepumpe für 35.000 Euro – dann müsste die Förderung für die Wärmepumpe fast die Hälfte der Kosten übernehmen.“ Davon sei der aktuelle Gesetzesentwurf weit entfernt.
Die Verbraucherzentrale rät auf ihrer Homepage: „Entscheiden Sie sich zukunftsorientiert.“ Der Heizungstausch sollte frühzeitig und sorgfältig geplant werden. Auch gesetzliche Vorgaben oder Sanierungsvorhaben sollten in die Entscheidung einbezogen werden. Zwar ist die Anfangsinvestition bei einer Gasanlage günstiger als beispielsweise bei einer Wärmepumpe, dennoch: „Die CO2-Abgabe und die gestiegenen Brennstoffpreise machen das Heizen mit fossilen Energien jedes Jahr deutlich teurer“, warnt die Verbraucherzentale. Möglich ist auch eine Verbindung von fossilen und erneuerbaren Energieträgern.
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Weitere Antworten zu Fragen rund um die Wärmepumpe als Alternative zur Gasheizung finden Sie in unserem großen Frage-Antwort-Stück.