Anbau ans „Zwergennest“ In Ihlow fehlen weiter Krippenplätze
In Ihlow fehlen weiter Plätze zur Betreuung der Jüngsten. An die Kita „Zwergennest“ in Riepe wird deshalb gerade angebaut. Doch einigen Eltern ist damit noch nicht geholfen.
Riepe - In Riepe wächst die Kindertagesstätte (Kita) „Zwergennest“ weiter. Auf 400 Quadratmetern entstehen zwei neue Gruppenräume, eine Mensa und zahlreiche Nebenräume. Damit möchte die Gemeinde Ihlow weitere Kapazitäten im Bereich der Kinderbetreuung schaffen. Dass diese dringend benötigt werden, zeigte eine Einwohnerin bei der jüngsten Sitzung des Jugend- und Bildungsausschusses auf. Die junge Mutter von zwei Kindern habe ihr Jüngstes bereits einen Monat nach der Geburt im Juli 2022 für einen Krippenplatz angemeldet. Nun arbeite die Mutter wieder, habe aber noch immer keine Zusage für einen Krippenplatz ab dem Sommer. „Was soll ich jetzt machen? Das ist eine Katastrophe“, wandte sich die Frau an den Ausschuss.
Bürgermeister Arno Ulrichs stellte ihr eine Gesprächsrunde mit anderen Eltern Mitte Mai in Aussicht. Denn die junge Frau ist mit dem Problem nicht alleine. 14 bis 15 Krippenplätze würden zum 1. August fehlen, sagte Fachbereichsleiter Holger Saathoff auf Nachfrage der ON. „Das ist zwar überschaubar, hilft den betroffenen Eltern aber nicht. Das ist mir klar“, so Saathoff. Eigentlich seien die Kapazitäten ausgeschöpft. Dennoch wolle die Gemeinde schauen, wann und wie sie den Eltern etwas anbieten könne. Eine Möglichkeit würde ab kommendem Jahr die Kita „Zwergennest“ darstellen.
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Anbau kommt ohne Gasleitungen aus
So sei geplant, den Anbau bis Oktober fertigzustellen. Im Anschluss folge ein Umbau des Altbaus, der bis zum Frühjahr abgeschlossen sein soll. Dies erklärte Kita-Leiterin Petra Saathoff den Ausschussmitgliedern bei einem Rundgang über die Baustelle. Über sieben Gruppen, davon zwei Krippengruppen, verfüge die Einrichtung nach der Fertigstellung. Etwa 150 Kinder sollen von 20 bis 22 Mitarbeitern betreut werden. Zwei der jetzigen Kindergartengruppen werden in den Neubau umziehen. Dieser schließt direkt an den Altbau an und soll über einen Flur verbunden werden.
Mit Hilfe von hohen Decken soll ein angenehmes Raumklima geschaffen werden, erläuterte Petra Saathoff beim Rundgang. Auf Gasleitungen wird im Anbau gänzlich verzichtet. Die Energie sollen eine Photovoltaikanlage und eine Wärmepumpe liefern. Auch neue Sanitärräume werden an die heutigen Standards angepasst. So werde es Waschbecken und Toiletten in verschiedenen Höhen geben. Hinzu komme ein Wickelbereich. Garderoben im Flur soll es wegen des Brandschutzes nicht mehr geben, stattdessen wird ein separater Bereich für die Jacken und Schuhe eingerichtet.
Erhöhte Nachfrage nach Ganztagesplätzen
Derzeit werden einige Kinder an drei Tagen die Woche bis 16 Uhr betreut. In Zukunft wird das „Zwergennest“ einen Ganztagsbetrieb ermöglichen. Mit den derzeit 27 Kindern, die das Mittagessen in der Kita einnehmen, gehen die Erzieher momentan in die Mensa der angrenzenden Grundschule. Doch die Kapazitäten reichen schon bald nicht mehr. Deshalb bekomme der Anbau eine großzügige Mensa mit 40 Plätzen, so Petra Saathoff.
Während die Kinder in der Grundschule zwischen zwei Menüs wählen können, die ihnen dann auf Tellern serviert werden, gehe die Kita einen anderen Weg. „Wir möchten Schüsseln ausgeben“, sagte Petra Saathoff. So würden die Kinder portionieren lernen und könnten das nehmen, was sie wirklich mögen. „Wer gerne Kartoffeln isst, aber keine Erbsen mag, soll sich mehr von den Kartoffeln nehmen können“, erklärt die Leitung. Dadurch würde zukünftig hoffentlich weniger Essen weggeschmissen.
Weitere Pläne zur Kinderbetreuung in der Diskussion
Auf dem Außengelände entsteht eine etwa 70 Quadratmeter große Hütte. Dort soll der Hausmeister seine Geräte lagern können. Auch die Fahrzeuge der Kinder finden dort zukünftig einen Platz. Im entstehenden Innenhof sollen noch neue Sitzgelegenheiten aufgestellt werden. Und am Altbau wird an einen Gruppenraum ein Schlafraum angebaut, den die Krippenkinder nutzen können.
„Wir vergrößern uns hier in Riepe erheblich“, sagte Bürgermeister Arno Ulrichs. Doch damit sei das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Auch in Westerende gebe es Pläne für eine Erweiterung. In Simonswolde denke die Verwaltung derzeit über einen Neubau nach. „Wir versuchen, niemanden im Regen stehenzulassen“, sagte Holger Saathoff. So würde die Verwaltung jeden Einzelfall betrachten und nach Lösungen suchen. Eine Option könnte ein Wechsel von älteren Krippenkindern in altersgemischte Gruppen in den Kindergärten sein. „Noch haben wir im Kindergartenbereich einen Überhang an Plätzen“, so der Fachbereichsleiter.