Wiesbaden SVM-Profi Alvaréz: Nicht mehr Letzter? Das fühlt sich sehr gut an
Der SV Meppen hat im Abstiegskampf der 3. Fußball-Liga erneut ein Lebenszeichen gesendet. Mit dem 2:1 beim SV Wehen Wiesbaden verließ die Mannschaft den letzten Tabellenplatz. Offensivmann Marcos Alvaréz spricht im Interview über den zweiten Sieg in Folge, einen kuriosen Wechsel des Linienrichters und Nachrichten der Ex-Kollegen aus Osnabrück.
Herr Alvaréz, zweiter Sieg in Folge, erneut bei einem Aufstiegskandidaten - liegt es daran, dass das Team befreiter aufspielt, nachdem viele es schon abgeschrieben haben?
Ich glaube, es liegt vor allem daran, dass wir in den letzten beiden Partien unser System noch einmal umgestellt haben. Das gibt uns Sicherheit. Die Jungs verteidigen aktuell enorm und vorne sind wir brutal effektiv. Wir machen aus allem, was aufs Tor geht, einen Treffer.
Zwei Siege, die die Stimmung heben?
Die letzten beiden Spiele haben uns echt gut getan. Ich hoffe, dass das jetzt so weitergeht.
Beinahe hätten Sie wieder ein Tor vorbereitet, dann haben es aber zwei andere Einwechselspieler gerichtet.
Wir haben einen enorme breiten Kader. Wir wissen, wie stark Willi Evseev ist. Er hatte die ganze Saison mit Verletzungen zu kämpfen. Dass er nun zurückgekommen ist und hat so ein wichtiges Tor gemacht hat, freut mich sehr für ihn. Ich kenne dieses Gefühl, das ist wirklich schön.
Apropos: Meppen ist nicht mehr Tabellenletzter – wie fühlt sich das an?
Das fühlt sich sehr gut an. Super! Am Ende kannst Du Dir aber auch nichts davon kaufen, ob du Letzter oder Vorletzter bist. Dann geht es trotzdem runter. Deshalb geht unser Blick weiter nach oben. Wir wollen immer noch das, wie viele sagen, Unmögliche möglich machen. Bruno Soares hat neulich gesagt: So lange ein Prozent Hoffnung da ist, ist bei uns 99 Prozent der Glaube da. Das sieht man gerade extrem. Wir haben in den letzten Wochen auf gut deutsch jede Menge Scheiße schlucken müssen. Heute und in der letzten Woche haben wir den Gegenbeweis angetreten und gezeigt, dass wir an uns glauben.
In der ersten Halbzeit gab es einen kuriosen Zwischenfall. Der Linienrichter musste verletzt ausgewechselt werden.
So etwas habe ich ehrlich gesagt noch nie erlebt. Ich weiß nicht, wie oft das im Profifußball schon passiert ist. Aber wenn in der 1. oder 2. Bundesliga ein Schiedsrichter ausfällt, gibt es immer noch den 4. Offiziellen. Bei uns gab es einen kurzen Moment der Ungewissheit. Aber dann war relativ schnell klar, dass es weitergehen muss.
Kurioser Ausfall, sensationeller Sieg – SV Meppen bezwingt Wiesbaden 2:1
Ein Schiedsrichter, der unter den Zuschauern saß, sprang dann ein...
...und der junge Mann hat seine Sache sehr gut und unaufgeregt gemacht. Großes Kompliment an ihn. Er hat glaube ich alles so gesehen, wie es war. Das muss man auch erstmal hinkriegen. Da geht man ins Stadion, freut sich auf nen schönen Nachmittag, will vielleicht ein Bierchen trinken und dann steht man da plötzlich und ist in seinem Job. Hut ab und großen Respekt.
Sie haben mit den beiden Siegen im Aufstiegskampf direkte Konkurrenten des VfL Osnabrück bezwungen. Gab es Nachrichten von den Ex-Kollegen?
Klar kommuniziere ich mit den Jungs. Marc Heider ist der Patenonkel meines Sohnes. Natürlich freuen sich die alle, wenn wir die anderen oben ärgern. Wir sind aber auch auch noch in Osnabrück zu Gast. Die müssen aufpassen, dass wir sie nicht auch noch ärgern...