Carolinengang in Aurich  Schlussstrich unter einem langen Streit

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 27.04.2023 16:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Zebrastreifen vor dem „Kattul“ wird ein Stück weiter in Richtung Rathaus verlegt. Foto: Romuald Banik
Der Zebrastreifen vor dem „Kattul“ wird ein Stück weiter in Richtung Rathaus verlegt. Foto: Romuald Banik
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Derzeit wird der Carolinengang neu gepflastert. Bei der Gelegenheit wird ein alter Streit auch baulich endlich beendet.

Aurich - Mit einer Vollsperrung wird die Sanierung des Carolinenganges im Juni enden. Denn am Georgswall soll in Höhe des „Kattul“ der Zebrastreifen verlegt werden. Damit wird der Schlusspunkt gesetzt um eine Auseinandersetzung, die im Jahr 2005 ihren Ausgang genommen hat. Damals wurde, noch unter Bürgermeisterin Sigrid Griesel, ein Teil des Carolinenganges öffentlich gewidmet. Das Problem: Es handelte sich dabei um das Privatgrundstück von „Kattul“-Betreiber Rainer Schadlowsky. Die öffentliche Widmung war also eine Enteignung ohne Entschädigung.

Tanja Ahrens (Tiefbauamt) und Stadtsprecher Johann Stromann neben dem „Kattul“. Dort bleibt das alte Pflaster liegen. Foto: Romuald Banik
Tanja Ahrens (Tiefbauamt) und Stadtsprecher Johann Stromann neben dem „Kattul“. Dort bleibt das alte Pflaster liegen. Foto: Romuald Banik

Erst das Oberverwaltungsgericht Lüneburg gab in seinem letztinstanzlichen Urteil vom 13. September 2012 Rainer Schadlowsky recht. Die Stadt Aurich hatte rechtswidrig gehandelt. In der Folge schloss Schadlowsky den Durchgang entlang seines Hauses mit einem Bauzaun. Die Stadt Aurich war gezwungen, einen Umweg zu schaffen. Dieser ist bis heute der offizielle Carolinengang und wird derzeit neu gepflastert.

Zwei Stellplätze fallen weg

Ausgenommen davon ist das Pflaster direkt am Haus mit dem „Kattul“. Das bestätigt Eigentümer Werner Kranz auf ON-Anfrage. „Wir behandeln das alte Pflaster wie das Haus als Denkmal.“ Es solle die alte Wegeverbindung sichtbar bleiben, die es dort in dieser Form seit 40 Jahren gebe. Die Firma, die derzeit für die Stadt die Pflasterung im Carolinengang vornimmt, werde nur ein paar Stellen ausbessern.

Nun soll auch der Zebrastreifen, der direkt am „Kattul“ über die Fahrbahn am Georgswall verläuft, angepasst werden. Laut Tanja Ahrens, stellvertretende Leiterin des Tiefbauamtes, werden dafür zwei Stellplätze für Autos wegfallen, um den Zugang zum Georgswall zu verlegen. Diese Stellplätze werden auch nicht dadurch ersetzt, dass der Durchgang samt der Sitzbank verschoben wird. „Wir werden den Bereich entsiegeln“, so Tanja Ahrens. Geduld müssen dann die Autofahrer aufbringen: Der Georgswall muss für die Arbeiten voll gesperrt werden.

Baum mit Hochbeet und eine Spielfläche

Zuvor jedoch wird der Carolinengang neu gepflastert. Zwischen „Pinte“ und „Hirsch“ ist die Pflasterkolonne bereits durch. Es fehlen noch Lampen sowie ein kleines Stück in Richtung Fußgängerzone. Derzeit wird der Platz zwischen „Hirsch“ und „Kattul“ angelegt. Schotter soll noch eingebracht werden, damit am kommenden langen Wochenende der Carolinengang wieder begehbar wird.

Neben dem kleinen Biergarten des „Hirsch“ soll eine Spielfläche eingerichtet werden. Foto: Romuald Banik
Neben dem kleinen Biergarten des „Hirsch“ soll eine Spielfläche eingerichtet werden. Foto: Romuald Banik

Zwei Linden sollen in dem Bereich gepflanzt werden. „Eine bekommt ein Hochbeet mit einer umlaufenden Bank“, so Tanja Ahrens. Die zweite wird ebenerdig gepflanzt mit einer Rundbank. Auf der Spielfläche neben dem Biergarten des „Hirsch“ soll eine Ulme gepflanzt werden. Alle Bäume sowie die Hecken werden aber erst im Herbst gesetzt.

Familienfreundlich soll diese Ecke des Carolinenganges werden. Dementsprechend werden jetzt auch die Spielgeräte für die Fläche bestellt. Bis diese sowie die Bäume da sind, soll dort Rasen eingesät werden.

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