SpVg-Frauen gewinnen Derby  Auricherinnen nach Sieg gegen SV TiMoNo wieder Tabellenführer

Silke Meyer
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Von Silke Meyer
| 24.04.2023 17:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
In den meisten Zweikämpfen waren die Spielerinnen der SpVg Aurich denen des SV Timmel/Moormerland/Nortmoor die Fußspitze voraus. Fotos: Helmut Vortanz
In den meisten Zweikämpfen waren die Spielerinnen der SpVg Aurich denen des SV Timmel/Moormerland/Nortmoor die Fußspitze voraus. Fotos: Helmut Vortanz
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Die Fußballerinnen der SpVg haben sich vor toller Kulisse mit 3:1 gegen den SV TiMoNo durchgesetzt. Aber erst kurz vor Schluss war der Sieg in trockenen Tüchern.

Aurich - Besser hätte der Sonntag für die Oberliga-Fußballerinnen der SpVg Aurich nicht laufen können. Jedenfalls ergebnistechnisch. Das Derby und zugleich Spitzenspiel gegen den SV Timmel/Moormerland/Nortmoor vor toller Kulisse von rund 200 Zuschauern gewonnen, damit wieder die Tabellenführung übernommen, da der bisherige Spitzenreiter BW Hollage mit 0:7 Toren verlor. „Wir haben aber vermutlich einen hohen Preis dafür bezahlt“, sagte SpVg-Trainer Tammo Pfeiffer.

Erster Angriff und es hieß 1:0 für die SpVg. Nach zwei Minuten. Lara-Marie Cordes zieht im Strafraum von der halbrechten Position ab. Es sieht eigentlich so aus, als ob der hoch geschlagene Ball am linken Pfosten vorbei ins Toraus rauschen würde. Von wegen. Er hat so viel Effet, dass er dreht, an den linken Innenpfosten prallt und und von dort hinter die Torlinie. Zur Überraschung auch der TiMoNo-Torhüterin Anna-Marie Tews. „Der frühe Rückstand war natürlich sehr ärgerlich“, sagte SV-Trainer Jan-Henrik Koppelkamm.

SpVg dominiert, führt zur Halbzeit aber nur knapp

Was die Auricherinnen weiter pushte, nagte am Selbstvertrauen des Teams von TiMoNo. „Wir waren zu nervös und konnten fußballerisch nicht das abrufen, was wir eigentlich können“, so Koppelkamm. Seine Mannschaft, die taktisch anfangs auf Konter eingestellt war, stand unter Dauerdruck. Nach zehn Minuten stellte Koppelkamm auf eine offensive Grundaufstellung um. Versuchte am Spielfeldrand auch lautstark und gestenreich, Hilfestellung zu leisten. Umsetzen konnte sie seine Mannschaft nicht.

Die Auricherinnen waren ballsicherer, stoppten die Angriffsbemühungen der Gegnerinnen meist schon an der Mittellinie und blieben klar überlegen. Nur mit einem weiteren Tor wollte es nicht klappen. In der 35. Spielminute zum Beispiel scheiterte Mareike Assing mit einem Fernschuss an der SV-Torhüterin, die mit einer Glanzparade klärte. Die Dominanz der Auricherinnen spiegelte sich zur Halbzeitpause somit nicht in Toren wider.

Zweite Halbzeit beginnt ähnlich, verläuft aber anders

Der zweite Spielabschnitt begann ähnlich wie der erste: Mit einem schnellen Tor für die Auricherinnen. In der 51. Spielminute erhöhte die B-Jugendliche Ana-Carolin Hoffmann auf 2:0. Bedient von Angelina Wunder aus dem zentralen Mittelfeld mit einem Steckpass auf ihre linke Seite hatte Hoffmann dort freie Bahn und schloss unbedrängt ab.

Diese Halbzeit verlief dann aber anders als die erste. Das Spiel? Verteilter. Und auch das Gefühl einer sicheren Führung war auf Seiten der Auricherinnen schnell verflogen. Denn nur vier Minuten später gelang den Gästen der Anschlusstreffer. Und der wiederum ärgerte den SpVg-Trainer. Weil er aus einer Standardsituation resultierte. „Wir wussten um die Gefährlichkeit in diesen Situationen“, sagte Pfeiffer. Und trotzdem kam Kea Winkelmann nach einer Ecke von Lea Siemens im Strafraum frei zum Kopfball und verkürzte zum 1:2.

SpVg verliert den Faden

„Wir haben in der zweiten Halbzeit den Faden verloren und nicht mehr das gemacht, was wir besprochen hatten“, sagte Pfeiffer. Er vermisste die Zielstrebigkeit im Spiel seiner Mannschaft. Die durfte sich dann auch erst in der 87. Spielminute sicher sein, das Spiel wirklich gewonnen zu haben. Dafür sorgten zwei eingewechselte Spielerinnen aus dem Bundesligateam der B-Jugend: Angele Euphrosine als Vorlagengeberin und Emma Schurwonn als Torschützin. Einen beispiellosen Sprint auf der rechten Seite schloss die 16-jährige Euphrosine, gerade mal seit zwei Minuten im Spiel, kurz vor der Torauslinie mit einem Pass in den Strafraum ab. Die 17-jährige Schurwonn verwertete die Chance.

Nach dem Anschlusstreffer habe es zwar eine Phase gegeben, in der seine Mannschaft das 2:2 hätte machen können, so Koppelkamm: „Aber insgesamt haben wir verdient verloren.“ Aus sportlicher Sicht war SpVg-Trainer Pfeiffer mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden. Jedenfalls im Großen und Ganzen. Die Ausnahme: „Mit der Chancenverwertung nicht.“

Die Freude über den Sieg trübte allerdings die Verletzung von Sophie Musal. In der vierten Minute der Nachspielzeit schied sie knieverletzt aus und musste mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren werden. Ähnliches passierte in der Mannschaft von TiMoNo in der 80. Spielminute auch Kea Winkelmann, die von ihren Eltern ins Leeraner Krankenhaus gefahren wurde. Sie war bereits gegen Ende der ersten Halbzeit knieverletzt ausgeschieden, behandelt worden und getapt dann aber noch einmal ins Spiel zurückgekehrt.

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