„Jugend forscht“ in Wallinghausen Mit jüngster Startelf zum Sieg
Wallinghausen schlägt Middels in der Bezirksliga mit 4:1 und nimmt Kurs auf Platz drei in der Endabrechnung. Warum Trainer Ewald Mühlenbrock gleich zwei A-Jugendliche aufgeboten hatte.
Wallinghausen -Vor dem Anpfiff der Partie hatten einige Zuschauer verwundert auf die Wallinghausener Anfangsformation geschaut. Vor dem Spiel gegen Middels hatte SVW-Trainer Ewald Mühlenbrock seine Mannschaft ordentlich durcheinander gewürfelt. Heraus kam wohl eine der jüngsten Startformationen in der Vereinsgeschichte. Doch das Projekt „Jugend forscht“ durfte nach dem Schlusspfiff als Erfolg gewertet werden.
Mit 4:1 besiegte Wallinghausen den strauchelnden TuS und kletterte auf Platz fünf der Tabelle. „Nun wollen wir am Ende das Beste rausholen und den dritten Platz schaffen“, blickte Mühlenbrock schon auf das restliche Programm. Der dicht gedrängte Terminplan hatte Mühlenbrock nach eigenen Aussagen fast schon zur Rotation gezwungen.
Middelser Spieler mit gesundheitlichen Problemen
Auch bei den Gästen aus Middels war einiges anders. Allerdings musste TuS-Trainer Bruno Mönck bereits im Vorfeld einige wichtige Spieler ersetzen, während der 90 Minuten in Wallinghausen kamen weitere Sorgenfalten auf der Stirn des Trainers hinzu. Doch die schlechte Personallage wollte Mönck nicht als Entschuldigung für die 1:4-Niederlage geltend machen. „Das war heute einfach von Anfang an ein schlechtes Spiel. Vorne und hinten hat es nicht gepasst“, sagte Mönck. Viel wichtiger als der Ausgang des Spiels war Mönck aber eine ganz andere Sache. Sein Spieler Terick Monsanto musste zwei Minuten nach seiner Einwechslung zu Beginn der zweiten Halbzeit mit Atemproblemen und Schmerzen in der Brust das Feld verlassen. Zur Sicherheit wurde ein Krankenwagen gerufen. „Da ist so ein Ergebnis unwichtig“, so Mönck.
Da beide Mannschaften mit ungewohntem Personal begannen, kam das Spiel nur schwer in Fahrt. Viel Krampf und Fehler auf beiden Seiten. Middels verteidigte nach der 0:4-Niederlage gegen Bunde zunächst kompakt und stabil. Langsam nahm das Spiel der jungen Wilden aus Wallinghausen dann Fahrt auf. Für das Führungstor sorgte schließlich der A-Jugendliche Malte Folkers in der 29. Minute. Hendrik Schulz lupfte den Ball schön auf den Fuß von Folkers, TuS-Verteidiger Marco Voigt hatte sich verschätzt. Folkers schoss zunächst Middels Torhüter Kacper Kempisty an, versenkte aber den Nachschuss. Noch vor der Pause belohnte sich Wallinghausen mit dem zweiten Treffer – wieder war Schulz der Vorbereiter. Eine Cordes-Hereingabe ließ Schulz passieren, Marten Ackermann drosch den Ball mit dem Innenrist in die kurze Ecke.
SVW-Rausch in den letzten Minuten
TuS-Trainer Bruno Mönck war sichtlich angefressen und ging erst in den letzten Minuten vor der zweiten Halbzeit in die Kabine. Die Worte dort schienen auch zunächst Wirkung bei seinen Spielern zu zeigen. Die ersten zehn Minuten gehörten den Gästen. Kevin Hollmann und Fred Ocloo vergaben erste Möglichkeiten. Als der erste Angriffsschwung gerade dahin war und Wallinghausen das Spiel wieder in den Griff bekam, schlug Middels dann zu, Ocloo verkürzte auf 1:2. „Zu dem Zeitpunkt hätten wir das Spiel schon entscheiden können“, ärgerte sich Mühlenbrock ein wenig über das Gegentor.
Sechs Minuten später durfte sich Mühlenbrock dann zurücklehnen und genießen. Der eingewechselte Tilko Trebesch vernaschte an der Eckfahne seinen Gegenspieler, spielte den Ball in den Strafraum. Dort hatte Bent Bogena den Blick für den Mitspieler und Marvin Dahlke die Technik, um den Ball gekonnt aus vollem Lauf in den Torwinkel zu jagen.
Nun spielte sich Wallinghausen in einen Rausch. Wenige Sekunden später lag der Ball schon wieder im Middelser Tor. Tim Alberts ließ seinen Gegenspieler gekonnt aussteigen, seine Hereingabe grätschte Bent Bogena über die Linie. Mühlenbrock freute sich über die Breite seines Kaders. Nur eines monierte er. „Die Stadt hätte ruhig den Rasen mähen können.“