Zukunft des RTC in Timmel Reitverein vermisst Wertschätzung
Der Fahr- und Reitverein Timmel bietet Kindern eine Möglichkeit, den Pferdesport kennenzulernen. Doch der Vorsitzenden fehlt in der Diskussion um das RTC die Wertschätzung für ihre Arbeit.
Timmel - Am Reitsport-Touristik-Centrum (RTC) in Timmel hängen nicht nur Arbeitsplätze und Einsteller. Auch der Fahr- und Reitverein Timmel hat dort 2009 ein Zuhause gefunden, wie Vorsitzende Elke Wilken erzählt. Zwar sei die Zukunft des Vereins trotz der Pläne der Gemeinde, das RTC nicht mehr selbst zu betreiben, gesichert. „Wir haben noch einen Nutzungsvertrag für die kommenden zehn Jahre“, so Wilken. Dennoch ärgere sie die Art der Diskussion. „Es macht mich traurig, dass unsere Reitkinder niemand sieht“, sagt sie. Der Reitverein leiste ebenso einen wichtigen Beitrag in der Kinder- und Jugendarbeit wie ein Fußballverein. Nur werde dies weder von der Politik noch der Gesellschaft wertgeschätzt.
Allein in den fünf Voltigiergruppen des Vereins seien rund 40 Kinder beteiligt. Auf der Warteliste stünden derzeit 20 Kinder. Vorstandsmitglied Cordula ten Doornkaat hat ihre Zwillingsmädchen sogar schon wenige Stunden nach ihrer Geburt auf diese Liste setzen lassen. Für das Angebot hält der Verein zwei eigene Voltigierpferde, die in den Boxen des RTC stehen. Die Schulpferde der Anlage gehören wiederum dem Team des RTC selbst. „Bei uns wird es mit den Kursen auch nach dem Jahreswechsel weitergehen“, sagt Wilken. Dennoch wünsche sie sich, dass die gesamte Anlage so erhalten bleibt wie sie ist.
Kinder bauen Kontakt zu Schulpferden auf
Einige Mitglieder des Vereins sowie andere Akteure des Reitsports und Dorflebens möchten eine Interessengemeinschaft gründen, die das Reitsport-Touristik-Centrum weiterführen könnte. An den Konzepten werde derzeit gearbeitet, so Wilken. Derzeit ist der Fahr- und Reitverein voll in das RTC integriert und kann die Anlage nebst der großen Halle frei nutzen. „Wir sind alles Freizeitreiter“, sagt Wilken. Sie stört, dass viele denken würden, Reitsport sei elitär und nur für Reiche gedacht.
Gerade der Verein biete Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen aus nicht so betuchten Familien eine Möglichkeit, mit Pferden und dem Reitsport in Kontakt zu kommen. Nicht jeder könne sich ein eigenes Tier leisten. Da sei es schön, in einem Verein auf Schulpferde zurückgreifen zu können. Auch Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen nehmen an den Kursen teil und sind dort gerne gesehen, ergänzt ten Doornkaat.
Geländetraining und Sommerturnier geplant
250 Mitglieder aus der ganzen Region zählt der Fahr- und Reitverein Timmel. Nur ein Bruchteil der Mitglieder sei gleichzeitig Einsteller im RTC. So stehen die fünf Pferde von Elke Wilken bei ihr in Ihlow auf der Weide. Doch das Therapie- und Hallenangebot des RTC nutze sie gerne. Auch das Solebecken sei sehr beliebt.
Das Voltigierpferd „Fräulein Käthe“ ist eine sechsjährige Oldenburger Stute. „Sie ist noch recht jung für diese Aufgabe, aber sehr kinderlieb“, sagt Wilken. Vorstandsmitglied Johanna Gronewold leite zusammen mit fünf weiteren Trainern die Gruppen an. „Es ist schön, wenn die Kinder sehen, dass Pferdesport nicht nur aus Wettkampf, sondern auch aus Teamgeist besteht“, so ten Doornkaat. Die Kinder und Jugendlichen könnten sich immer in das Vereinsgeschehen einbringen und würden nach ihren Wünschen gefragt.
In den Sommerferien bietet Cordula ten Doornkaat deshalb erstmals einen Schnupperkurs im Geländetraining an. Dazu gehören sicheres Ausreiten und die Disziplin Vielseitigkeit. „Wir möchten damit einen Grundstock legen. Denn in diesem Bereich fehlt der Nachwuchs“, sagt die Reiterin. Auch in schnellerer Gangart könnten die Teilnehmer lernen, sich sicher im Gelände zu bewegen und Gräben oder Baumstämme zu überwinden. Auch ein Sommerturnier im August ist auf dem Gelände des RTC bereits geplant. Zudem finden viele Lehrgänge für Erwachsene und Kinder statt.