Auricher Bad „De Baalje“  Ein Solebecken könnte wieder öffnen

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 20.04.2023 21:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eines der Solebecken im „De Baalje“ soll wieder geöffnet werden. Foto: Romuald Banik
Eines der Solebecken im „De Baalje“ soll wieder geöffnet werden. Foto: Romuald Banik
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Bürgermeister Horst Feddermann hat einen Katalog von Sparmaßnahmen für das Auricher Schwimmbad vorgelegt. Am Donnerstag zeigte er sich aber kompromissbereit.

Aurich - Nun also doch: Zumindest eines der beiden Solebecken im Auricher Schwimmbad „De Baalje“ soll wieder für die Besucher geöffnet werden. Das schlug Bürgermeister Horst Feddermann in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses vor. Das könne finanziell dargestellt werden, wenn die Politik alle anderen Sparvorschläge der Verwaltung mittragen würde. Dazu gehört vor allem die Schließung des Hallenbades für den Publikumsverkehr, wenn das Freibad geöffnet ist.

Im Hallenbad sollen dann nur Schulen und Vereine die Bahnen nutzen können, die ihr eigenes Aufsichtspersonal mitbringen. Noch am Dienstag schien es im Finanzausschuss ausgeschlossen, dass die Solebecken überhaupt wieder in Betrieb gehen könnten.

Freibadöffnung wurde mit dem Haushalt schon beschlossen

Denn laut Horst Feddermann kostet der Betrieb nur eines der beiden Solebecken jährlich 100.000 Euro. Mit den Maßnahmen, die die Verwaltung vorschlägt, könnten rund 220.000 Euro eingespart werden. Es bliebe also immer noch eine Verringerung des Defizites. Ein Weg, den allerdings nur CDU, FDP und AWG mitgehen wollten.

Schon in der vergangenen Woche hatten sich SPD und GAP festgelegt: Sie wollten wieder alle Angebote des Auricher Schwimmbades „De Baalje“ hochfahren. Es sollte keine Temperaturabsenkungen geben, und auch die Solebecken sollten wieder in Betrieb genommen werden. Ingeborg Hartmann-Seibt (SPD) verwies im Wirtschaftsausschuss auch auf den im März beschlossenen Haushalt, der auch Aussagen zum „De Baalje“ enthält. Dort ist festgehalten, dass das Freibad von Mitte Mai bis Mitte September geöffnet ist. Diesen Beschluss dürfe man laut Geschäftsordnung erst nach sechs Monaten wieder anfassen, so Hartmann-Seibt. Denn die Verwaltung möchte das Freibad nicht ganz so lange geöffnet lassen.

Bürgermeister wirbt inständig fürs Sparen

Im Wirtschaftsausschuss schränkte Hartmann-Seibt die Maximalforderung von SPD und GAP ein. Offenbar reicht nun die Öffnung eines Solebeckens, und auch die Absenkung der Temperatur im Freibad um ein Grad ist nun in Ordnung. Selbst mit dem Ruhetag am Montag, an dem das Bad nur für Schulen und Vereine offen ist, können SPD und GAP nun leben. Allerdings müsse das Hallenbad auch im Sommer für die Bürger da sein, so Hartmann-Seibt. Man setze sonst den Ruf des Bades aufs Spiel.

Mit Nachdruck warb Bürgermeister Horst Feddermann im Ausschuss darum, die Sparmaßnahmen mitzutragen. „Ich bitte inständig, den Blick auf den Haushalt zu halten.“ Er habe nicht den Eindruck, da gespart werden solle in der Politik. „Ich bitte um etwas mehr Verantwortung.“ Es gab aber auch Sparvorschläge. Richard Rokicki (AWG) regte an, den dritten Ruheraum in der Sauna zu schließen. Der würde nur wenig genutzt. Er erinnerte daran, dass Aurich noch vor elf Jahren entweder das Freibad oder das Hallenbad hatte – nie beides zusammen. Deswegen wolle er dem Vorschlag der Verwaltung zustimmen, das Hallenbad im Sommer nur für Schulen und Vereine zu öffnen.

Beschlossen wurden auf Antrag von Ingeborg Hartmann-Seibt am Donnerstag noch keine Sparmaßnahmen. Das soll der Verwaltungsausschuss am Montag erledigen – hinter geschlossenen Türen.

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