Wohnmobilhafen Tannenhausen  Verspätung wegen einer Explosion

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 20.04.2023 13:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Momentan wird die Fläche, auf der in Tannenhausen einmal Wohnmobile stehen sollen, noch als Parkplatz-Erweiterung genutzt. Foto: Romuald Banik
Momentan wird die Fläche, auf der in Tannenhausen einmal Wohnmobile stehen sollen, noch als Parkplatz-Erweiterung genutzt. Foto: Romuald Banik
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Am Tannenhausener Badesee sollte in diesen Wochen ein Wohnmobilstellplatz in Betrieb gehen. Wegen eines Brandes verzögert sich aber der Bau des Platzes.

Aurich - Eine Explosion hat dazu geführt, dass der Wohnmobilhafen in Tannenhausen erst mit Verspätung eröffnet werden kann. Das bestätigt Gerhard Boekhoff, Leiter des Auricher Liegenschaftsmanagements, auf ON-Anfrage. Explodiert ist demnach ein Gasofen in einem Sanitärgebäude auf einem Campingplatz an der Elbe, der auch vom Investor Dominic Cloudt betrieben wird. Das Gebäude sei danach niedergebrannt, so Boekhoff weiter. Deswegen habe Dominic Cloudt bei der Stadt darum gebeten, einen zeitlichen Aufschub zu bekommen. Mit dem Bau des Stellplatzes neben dem Parkplatz am Badesee Tannenhausen soll nun im September dieses Jahres begonnen werden.

Ursprünglich hatte Cloudt geplant, relativ schnell den Wohnmobilplatz in Betrieb zu nehmen. Im September vorigen Jahres hatte der Auricher Verwaltungsausschuss sich für das Konzept von Cloudt entschieden, der mehrere Wohnmobil- und Campingplätze betreibt. Er bietet an, eine Fläche hinter den befestigten Parkplätzen, direkt am Westermeerweg, für 15 Jahre zu pachten. Relativ kurzfristig könnten die ersten Wohnmobile in Tannenhausen stehen, sagte Cloudt im September vorigen Jahres im ON-Gespräch. Das würde funktionieren, wenn man die Erschließung des Platzes schrittweise angehe.

Aufbau des Platzes erfolgt schrittweise

Insgesamt 48 Stellplätze sollen entstehen. Davon werden 34 eine Größe von 48 Quadratmetern haben. 14 weitere Plätze sollen mit 96 Quadratmetern doppelt so groß werden. Jeder Stellplatz erhält eine Stromversorgung. Es soll eine zentrale Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sowie eine zentrale Müllstation geben. Bei den Konditionen hat die Politik sich für die „Flexpacht“ entschieden. Cloudt übernimmt dabei alle Investitionen und zahlt 14.000 Euro Pacht pro Jahr plus drei Prozent Umsatzbeteiligung an die Stadt.

Nicht alle Angebote werden sofort zur Verfügung stehen. Los geht es zunächst quasi nur mit einer Schrankenanlage und der Basisausstattung (Strom- und Wasserversorgung) für einen Wohnmobilstellplatz. Später könnten dann Sanitärgebäude und ein Kiosk sowie weitere Servicebausteine hinzukommen. „Die Schranken hat Dominic Cloudt schon bestellt“, sagt Gerhard Boekhoff. Es habe auch im Februar einen gemeinsamen Termin mit der Tannenhausener Ortsbürgermeisterin Gerda Küsel gegeben. Dabei habe Cloudt vor Ort erläutert, welche Pläne er umsetzen möchte.

Stadt erstellt Tourismuskonzept

Der Wohnmobilstellplatz ist eine von vielen Nutzungen, die seit dem Beginn des „Erholungsgebietes Tannenhausen“ in den Jahren 1982/83 am Badesee hinzugekommen sind. Damals wurde der Bereich erstmals von der Stadt überplant. Seitdem ist das Ferienhausgebiet entstanden, ein Badestrand mit Liegewiese, Gastronomie, eine Wasserskianlage samt Aquapark und eine Verleihstation für Tretboote, Kanus und Fahrräder. Möglich wäre laut dem gültigen Bebauungsplan auch ein Campingplatz. Diesen gibt es bislang nicht.

Wegen der vielen unterschiedlichen Nutzungen hat die Stadt Aurich im vorigen Jahr die Erarbeitung eines Tourismuskonzepts für das Erholungsgebiet Tannenhausen in Auftrag gegeben. Es soll laut der betreffenden Beschlussvorlage als Entscheidungsgrundlage dienen, wenn es um die Steuerung und Fortentwicklung des Naherholungsgebietes geht. Denn auch der Landkreis Aurich, der Bebauungspläne raumordnerisch beurteilen muss, habe die Erstellung eines Tourismuskonzeptes empfohlen. Verträglich soll laut der Vorlage die Weiterentwicklung des Gebietes geschehen. Daher sollen die Bürger künftig beteiligt werden. Auch soll in dem Konzept der Klimaschutz berücksichtigt werden.

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