Preise werden angehoben  Schwimmen im „De Baalje“ wird teurer

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 18.04.2023 20:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Eintrittspreise im „De Baalje“ steigen – wenn auch zunächst nur für eine Nutzergruppe. Foto: Romuald Banik
Die Eintrittspreise im „De Baalje“ steigen – wenn auch zunächst nur für eine Nutzergruppe. Foto: Romuald Banik
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Mit acht Punkten will die Auricher Stadtverwaltung beim Schwimmbad „De Baalje“ die Bilanz verbessern. Ein erster Punkt wurde nun beschlossen.

Aurich - Das Schwimmen im Auricher „De Baalje“ wird teurer. Bei drei Enthaltungen von Grünen und der FDP votierte am Dienstag der Auricher Finanzausschuss für einige Änderungen im Tarifsystem des Bades. Zustimmen müssen nun noch der Verwaltungsausschuss sowie der Rat der Stadt.

Treffen wird die Anhebung zunächst Schulen und Vereine. Pro Bahn sollen im Sportbecken nun stündlich 15 Euro fällig werden (jetzt 9,50 Euro). Für das Aktivbecken werden statt 38 Euro künftig 56 Euro pro Stunde berechnet.

Marodes Kassensystem verhindert schnelle Anhebung der Preise

Ukrainische Flüchtlinge durften bislang gratis „De Baalje“ nutzen. Das wird ersatzlos gestrichen. Andere erwachsene Ermäßigungskarteninhaber müssen nun für eine Tageskarte den Ermäßigtentarif zahlen (bisher ein Euro). Kinder bis 16 Jahren zahlen mit Ermäßigtenkarte zwei Euro. Die übrigen Tarife für das öffentliche Schwimmen wie auch für die Sauna (mit Ausnahme des Ermäßigtentarifs) können derzeit nicht verändert werden. Schuld daran ist das erst zehn Jahre alte Kassensystem des Auricher Schwimmbades.

Im Jahr 2016 hat der Rat der Stadt mehrheitlich beschlossen, das damals grade einmal drei Jahre alte Bad „De Baalje“ zu erweitern. Für 1,1 Millionen Euro gab es unter anderem ein zweites Solebecken. Letzteres wurde 2019 eingeweiht. Es gab Kritiker, darunter die ehemalige Auricher Bürgermeisterin Sigrid Griesel, die damals für die GFA im Rat saß. „Man muss den Aurichern klar sagen, dass dafür irgendwo die Kosten steigen“, sagte sie im September 2016.

Neuprogrammierung könnte zu Totalausfall führen

Drei Jahre später war es soweit, die Tarife für das öffentliche Schwimmen wurden erhöht. Und nun ist es wieder soweit: Die Eintrittspreise sollen abermals steigen, begonnen wird mit den Tarifen für Schulen und Vereine. Zusätzlich allerdings sind beide Solebecken außer Betrieb. Denn die Stadt kann sich deren Betrieb nicht mehr leisten.

Eine Anhebung der Tarife für das öffentliche Schwimmen ist derzeit nicht möglich. Denn die Verwaltung wagt es nicht, das gerade einmal zehn Jahre alte Kassensystem neu zu programmieren. Das sagte Bürgermeister Horst Feddermann in der Sitzung des Auricher Finanzausschusses am Dienstagnachmittag. Das System sei sehr störanfällig. Die Befürchtung ist, dass es bei einer Umprogrammierung zu einem Totalausfall kommen könnte.

Günstiger Sommertarif wird abgeschafft

Wahrscheinlich erst im Oktober wird die Verwaltung wissen, was ein neues Kassensystem kostet. Dann erst können die Eintrittspreise angehoben werden. Aber auch so werden die Preise steigen. Denn der Sommertarif, der seit der Eröffnung von „De Baalje“ im Mai 2013 galt, wird abgeschafft. Künftig wird der etwas teurere Wintertarif der Normaltarif sein. Horst Feddermann geht davon aus, dass das keine Erhöhung ist. Wäre das so, dann habe es in jedem Herbst eine Erhöhung gegeben beim Wechsel vom Sommer- auf den Wintertarif. Hendrik Siebolds (Linke) widersprach. Natürlich sei es eine Erhöhung, wenn der billigere Tarif abgeschafft werde.

Mehr zahlen müssen auch die Nutzer der Wohnmobilstellplätze. Bislang kostete eine Übernachtung zehn Euro. Nun sind es demnächst 15 Euro. Die mobilen Urlauber dürfen dafür aber Bad und Sauna aus Marketinggründen weiter zum ermäßigten Eintrittspreis nutzen.

Weitere Sparvorschläge werden am Donnerstag diskutiert

Sieben weitere Sparvorschläge gibt es auf der Liste der Auricher Verwaltung. Abgestimmt wurde über keinen weiteren. Das soll am Donnerstag der Wirtschaftsausschuss nachholen. Streit ist programmiert: Denn es geht um Einschränkungen im Badbetrieb. Dazu gehört unter anderem die Schließung des Hallenbades für die Öffentlichkeit, wenn das Freibad geöffnet ist.

Damit, so Feddermann, gehe man zurück zur ursprünglichen Planung des Bades. Denn es gab einmal einen separaten Eingang für den Freibadbereich mit eigenen Umkleiden und einer eigenen Kasse. Diese wurde allerdings nie genutzt und irgendwann abgebaut. Es gebe, so der Bürgermeister weiter, sowohl innen wie außen eine Gastronomie. Auch die Rutsche sei sowohl von innen wie von außen nutzbar. Nur einen Sprungturm gibt es nicht im Außenbereich. „Das Bad ist für den Wechselbetrieb von Freibad und Hallenbad geplant worden“, sagte Feddermann. Der Allwetterbetrieb sei erst von der Arbeitsgruppe Bad eingeführt worden, „als es der Stadt noch gut ging.“

Daher soll, so der Plan, das Hallenbad während der Freibadsaison nur für Schulen und Vereine geöffnet bleiben. Denn diese brächten ihre eigenen Aufsichtspersonen mit. So werde weniger Personal benötigt.

Das bedeute nicht, erläuterte Feddermann, dass Personal entlassen werde. Denn es gebe weiterhin Fachkräftemangel. Aber es müssten keine teuren Honorarkräfte beschäftigt werden – und es würden weniger Überstunden beim bestehenden Personal anfallen.

Entschieden wird nun in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses am Donnerstag, 20. April. Sie beginnt um 17 Uhr im Ratssaal des Rathauses.

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