Wohnen mit Pferdehaltung  Timmeler Reiterfamilie sorgt sich um ihren Traum

Kim Hüsing
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Von Kim Hüsing
| 19.04.2023 07:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Familie ten Doornkaat erfüllt sich in Timmel einen Traum: Sie wohnt mit ihren Pferden zusammen und hat die Reitanlage direkt vor der Tür. Die Wohnsiedlung wurde damals als Sondergebiet von der Gemeinde Großefehn beworben. Foto: Kim Hüsing
Familie ten Doornkaat erfüllt sich in Timmel einen Traum: Sie wohnt mit ihren Pferden zusammen und hat die Reitanlage direkt vor der Tür. Die Wohnsiedlung wurde damals als Sondergebiet von der Gemeinde Großefehn beworben. Foto: Kim Hüsing
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Familie ten Doornkaat lebt in Timmel ihren Traum. Sie wohnt mit ihren beiden Pferden in unmittelbarer Nähe zum Reitsport-Touristik-Centrum. Doch momentan schaut die Familie in eine ungewisse Zukunft.

Timmel - Familie ten Doornkaat lebt in Timmel ihren Traum. 2013 haben Cordula und Jan-Gerrit ten Doornkaat dort ihr Haus bezogen. „Uns wurde das Grundstück als Sondergebiet für Wohnen mit Pferdehaltung angeboten“, erzählt Cordula ten Doornkaat. Für die passionierte Reiterin genau das, was sie sich für ihre Kinder immer gewünscht hat. Sie ist in Aurich aufgewachsen und war dort einige Jahre Mitglied eines Reitvereins. In Timmel hat die Familie nun alles vor Ort: Im Reitsport-Touristik-Centrum (RTC) direkt vor der Haustür trainiert Tochter Philine mit ihrem Pony Didi. „Die Nähe zum Reitstall und der Anlage ist für uns optimal“, schwärmt Cordula ten Doornkaat. Sowohl sie als auch ihre zehnjährige Tochter Philine bereiten sich im RTC auf ihre Turnierteilnahme vor.

Das Shetty der Familie hatte im RTC eine Box und wurde vom Fahr- und Reitverein Timmel schon beim Ponyreiten für Touristen eingesetzt. „Wir profitieren alle von der Nähe“, sagt Cordula ten Doornkaat. Genau deshalb sei sie nach Timmel gezogen. Entsprechend besorgt schaut die Reiterin auf die Entwicklung des RTC. Bis zum Jahresende ist der Reitsportbetrieb dort noch gesichert. Doch die Fehntjer Politiker haben einhellig beschlossen, sich aus dem Betrieb des RTC zurückzuziehen. Nun werden Konzepte für eine Verpachtung oder einen Verkauf des Geländes erarbeitet.

Kinder bauen durch die Nähe eher eine Beziehung zu ihren Tieren auf

„Wir vertrauen darauf, dass die Politik umsetzt, was sie versprochen hat“, sagt Cordula ten Doornkaat. Sie hofft, dass eine sinnvolle, gemeinnützige Lösung gefunden wird, von der Reiter, Anwohner und Touristen gleichermaßen profitieren. „Die Anlage ist in Ostfriesland einzigartig“, so die Reiterin. Die Halle und alle anderen Angebote gegen eine Gebühr jederzeit nutzen zu können, sei mit ihren beiden Pferden optimal.

Cordula (links) und Philine ten Doornkaat nutzen mit ihren Pferden Magic und Didi gerne die Anlage des RTC in Timmel. Foto: Kim Hüsing
Cordula (links) und Philine ten Doornkaat nutzen mit ihren Pferden Magic und Didi gerne die Anlage des RTC in Timmel. Foto: Kim Hüsing

Cordula ten Doornkaat erzählt, dass sie als Kind und Jugendliche schon Stunden im Stall verbracht habe – ohne zu reiten. Heute kämen viele Kinder nur noch zu ihren Reitstunden in den Stall und würden vom Drumherum wenig mitbekommen. Das ist bei ihren Kindern anders. „Philine kann ihrem Pony abends noch gute Nacht sagen“, so die Timmelerin. Durch die Nähe würden Mensch und Tier eine ganz andere Beziehung und Vertrauen zueinander aufbauen. Ihre beiden dreijährigen Zwillingsmädchen Hella und Tilda seien ebenfalls schon zum Voltigieren angemeldet worden. „Ich habe sie kurz nach der Geburt auf die Warteliste des Vereins setzen lassen“, erzählt Cordula ten Doornkaat.

Nachbarschaft des RTC spürt große Ungewissheit

Auch einige ihrer Nachbarn seien ins Dorf gezogen, um ihren Wohnort mit ihrem Reitsport verknüpfen zu können, berichtet die Reiterin. Nach den Presseberichten der vergangenen Jahre, in denen immer wieder das hohe Defizit des RTC angesprochen wurde, habe Cordula ten Doornkaat schon verschiedene Szenarien in ihrem Kopf durchgespielt. Deshalb kam die Entscheidung der Politik direkt nach Ostern nicht gänzlich überraschend, aber doch recht plötzlich.

„Es wäre jammerschade, wenn das bald nicht mehr möglich ist“, so die Timmelerin. Im Moment spüre sie eine große Ungewissheit. Denn ihren Traum begraben und im schlimmsten Fall die Pferdehaltung wieder aufgeben, möchte Familie ten Doornkaat auf keinen Fall. „Wir fühlen uns hier sehr heimisch und haben nicht vor, unsere Koffer zu packen.“

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