Stellplätze für Wohnmobile Ihlower Vorhaben wird größer als gedacht
In Ihlowerfehn soll ein neuer Stellplatz für Wohnmobile entstehen. Dieser wird nun größer als es bislang vorgesehen war.
Ihlowerfehn - Im vorigen Jahr wurde viel investiert rund um das Ihler Meer. Unter anderem mit Mitteln des Förderprogramms „Perspektive Innenstadt“ wurde der Spielplatz neu angelegt. Auch die übrigen Bereiche rund um das Gewässer werden neu gestaltet. Das Areal werde zunehmend wahrgenommen, sagt Bürgermeister Arno Ulrichs im ON-Gespräch. Deshalb soll es in diesem Jahr weitergehen mit dem touristischen Ausbau in dem Bereich. Die Rede ist vom neuen Wohnmobilplatz in Ihlowerfehn, der neben dem Parkplatz am Bürgerhaus entstehen soll.
Größer als bislang geplant wird dieser Stellplatz. Sollten zunächst nur 20 Stellplätze für Wohnmobile entstehen, so plane die Gemeinde Ihlow nun mit 35 Plätzen, sagt Arno Ulrichs. Denn die Politik habe gefordert, dass der Platz möglichst wirtschaftlich betrieben werden solle. Und dafür müsse man mehr Stellplätze vermarkten können.
Neuer Stellplatz wird seit Jahren diskutiert
Angestrebt wird laut Ulrichs nun, dass die Gemeinde Ihlow den Platz herrichtet. „Der Betrieb aber soll an einen externen Betreiber vergeben werden.“ Das hänge damit zusammen, dass die Gemeinde für den Bau des Wohnmobilstellplatzes besser an Fördergelder gelangen könne als ein privater Investor. Im Augenblick laufe noch die Kostenrechnung für das Vorhaben. Diese soll bis Ende April fertiggestellt sein. Danach wird der Plan dann in den politischen Gremien vorgestellt.
Das Problem sind die Kosten dieses Vorhabens. Friedhelm Saathoff, Leiter der Bauverwaltung, erklärte im August 2021 im Bauausschuss, dass der Bau von 20 neuen Stellplätzen rund 470.000 Euro kosten würde. Eine mögliche Sanierung des Sanitärgebäudes schlage noch einmal mit 300.000 Euro, ein Neubau sogar mit 500.000 Euro, zu Buche. Wichtig sei bei einem neuen Stellplatz ein hoher Automatisierungsgrad. Ein bargeldloses Bezahlsystem mit einer Schranke am Eingang sei heute Standard. An Einnahmen seien jährlich rund 18.000 Euro machbar – allerdings entständen auch laufende Kosten. Für den Bau sei eine Förderung von 200.000 Euro denkbar, so Saathoff damals.
Große Zuwächse bei Wohnmobil-Neuzulassungen
Zuletzt wurde im September vorigen Jahres über das Vorhaben im Wirtschaftsausschuss diskutiert. Hinrich Ehmen (CDU) regte damals an, sich die Stadt Aurich als Vorbild zu nehmen. Dort soll Investor Dominic Cloudt am Badesee Tannenhausen einen Stellplatz für Wohnmobile einrichten. „Es hat Gespräche gegeben“, sagt Arno Ulrichs auf ON-Nachfrage. Ob mit Dominic Cloudt oder einem anderen Anbieter, ließ er dabei offen. Herausgekommen sei aber die Überlegung, nur einen Betreiber zu suchen und die Investition als Gemeinde selbst zu tätigen.
Bislang gibt es auf dem Parkplatz des Bürgerhauses sechs Wohnmobilstellplätze. Diese sollen laut Arno Ulrichs auch erhalten bleiben für Wohnmobilisten, die nur für eine Nacht in Ihlowerfehn Station machen wollen. Der neue Platz sei eher etwas für Urlauber, die ein paar Tage in Ihlowerfehn verbringen wollen.
Auf jeden Fall bedient die Gemeinde Ihlow damit einen Trend, wie Investor Dominic Cloudt bereits im vorigen Jahr gegenüber den ON bestätigte. Und auch die Zahlen des Flensburger Kraftfahrtbundesamtes (KBA) sprechen eine deutliche Sprache: Im März dieses Jahres wurden in Deutschland 8986 Wohnmobile neu zugelassen. Das sind 6,6 Prozent mehr als im März vorigen Jahres. Auch in den ersten beiden Monaten hatte es im Vergleich zum jeweiligen Vorjahreszeitraum bereits Steigerungen bei den Neuzulassungen von Wohnmobilen gegeben. Seit Jahren gehört die Gruppe der Wohnmobile laut KBA zu den Fahrzeugen mit den größten Zuwächsen. Daher werden die geplanten neuen Wohnmobilstellplätze in Aurich und Ihlowerfehn sich wahrscheinlich gegenseitig keine Konkurrenz machen, sondern beide ihre Kunden finden.