Brüssel  Statistik zu Hochzeiten und Scheidungen: Familienbild wandelt sich

Lorena Dreusicke
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Von Lorena Dreusicke
| 15.04.2023 17:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 1 Minute
Deutschland ist im EU-Vergleich ein eher heiratswilliges Land. Foto: Unsplash/Drew Coffman
Deutschland ist im EU-Vergleich ein eher heiratswilliges Land. Foto: Unsplash/Drew Coffman
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Immer mehr Menschen gründen eine Familie, ohne vorher zu heiraten. Wie sich die Zahl der Hochzeiten und Scheidungen in den vergangenen 60 Jahren entwickelt hat – und wo Deutschland damit im EU-Vergleich liegt.

Rund 1,7 Millionen Europäer haben 2021 geheiratet, 0,7 Millionen Ehen wurden geschieden. Somit setzt sich der langjährige Trend fort, dass weniger Menschen heiraten und sich gleichzeitig weniger Menschen scheiden lassen. „Die EU durchläuft eine Periode demografischen und gesellschaftlichen Wandels“, kommentiert die europäische Statistikbehörde Eurostat die neuen Zahlen.

2021 gab es im EU-Durchschnitt pro 1000 Einwohner 3,9 Hochzeiten und 1,7 Scheidungen. In Deutschland waren es 4,3 Hochzeiten und 1,7 Scheidungen pro 1000 Einwohner.

Am häufigsten heirateten die Menschen in Ungarn (7,4 pro 1000), Rumänien, Lettland und Litauen (alle 6). Am seltensten standen die Menschen in Slowenien, Portugal (beide 2,8) und Luxemburg (3) vor dem Altar. Die Deutschen heirateten überdurchschnittlich oft (4,3).

Die meisten Ehen wurden 2021 in den Ländern geschieden, in denen mit am meisten geheiratet wurde: Litauen (2,8) und Lettland (2,5). Auch die Schweden (2,3) beendeten besonders häufig Ehen.

Galt die Ehe lange gesellschaftlich als Voraussetzung, um eine Familie zu gründen, hat sich das Familienbild über die Jahre weiterentwickelt. Lebensformen abseits der standesamtlichen Ehe setzen sich durch. Nachwuchs bekommen Paare seit den 90ern zunehmend ohne Trauschein. Jedes dritte Kind in Deutschland wird in eine Familie mit unverheirateten Eltern geboren.

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