Rudelsingen in Aurich  Ostfrieslands größte Karaoke-Bar

Helmut Vortanz
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Von Helmut Vortanz
| 15.04.2023 15:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ein Massenchor aus 400 Stimmen: Beim Rudelsingen war die Auricher Stadthalle ausverkauft. Foto: Helmut Vortanz
Ein Massenchor aus 400 Stimmen: Beim Rudelsingen war die Auricher Stadthalle ausverkauft. Foto: Helmut Vortanz
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Party-Stimmung herrschte beim Rudelsingen in der Auricher Stadthalle. Etwa 400 Teilnehmer schmetterten Lieder vom Shanty bis zum Hardrock. Eines fiel den Veranstaltern in der Sängerschar auf.

Aurich - Hunderte von Menschen strömten am Freitagabend in die Stadthalle. Sie alle haben eins gemeinsam: Sie lieben es, in einer großen Gemeinschaft unbeschwert zu singen. Egal ob Chormitglieder, erprobte Stadion-Sangesbrüder oder In-der-Badewanne-Sänger – jeder fühlt sich beim Rudelsingen zuhause, weil niemand bei falschen Tönen schräg angeschaut wird. Das gemeinsame Singen verbindet Jung und Alt und alle verlassen nach der Veranstaltung den Saal mit einem Lächeln im Gesicht.

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Rudelsingen in Aurich
15.04.2023

Nach dreijähriger, pandemiebedingter Pause ist das Team Bröker mit einer bunten Mischung bekannter Melodien angetreten, die Auricher Stadthalle beim 8. Rudelsingen wieder in die größte Karaoke-Bar Ostfrieslands zu verwandeln. Doch niemand muss an diesem Abend allein singen. Rund 400 Sängerinnen und Sänger stimmen bei allen Liedern einen vielstimmigen Chorgesang an. Wobei fairerweise gesagt werden muss, dass die Frauen hörbar in der Überzahl waren.

Deutlich mehr Jugendliche

„Die Faszination Rudelsingen hat die Pandemie gut überstanden. Die Menschen lechzen nach der langen Zeit der Entbehrungen regelrecht nach Abwechslung und Gemeinschaft“, sagte Simon Bröker im ON-Gespräch. „Wir haben einen Unterhaltungsauftrag, den wir gerne mit viel Engagement erfüllen“, fuhr er fort. Für den Rudelführer hat sich gegenüber den Vorjahren an dem Konzept nichts geändert. Nach wie vor steht der Spaß der Teilnehmer an erster Stelle. Nach vereinzelten Auftritten im Vorjahr habe die Tour durch den Nordwesten wieder richtig Fahrt aufgenommen. Häufig seien die Hallen ausverkauft.

Simon Bröker (links) und Maximilian Saul gaben den Ton an. Foto: Helmut Vortanz
Simon Bröker (links) und Maximilian Saul gaben den Ton an. Foto: Helmut Vortanz

Auch in der Stadthalle war nicht mehr viel Platz. Bemerkenswert ist laut Bröker der deutlich gestiegene Anteil an jungen Leuten bei den Veranstaltungen. Darauf haben sie vereinzelt auch in der Songauswahl reagiert. Modernere Titel wie beispielsweise der Song „Day Light“ von den No Angels oder „Chöre“ von Mark Forster komplettieren den gewohnten Mix aus Gassenhauern, Radio-Hits, Schlagern und vereinzelten Volksliedern. Gemeinsam mit seinem neuen Partner Maxi Saul aus Osnabrück haben sie für den Abend 24 Songs verschiedener Stilrichtungen ausgewählt.

Mitgesungen wurde aus voller Brust

Die Eröffnung mit „Westerland“ von den Ärzten bringt die Gäste direkt in Stimmung. Wie es sich für einen Massenchor gehört, stehen alle, klatschen in die Hände und singen lauthals mit. Textsicherheit ist zu keinem Zeitpunkt ein Thema, denn die Liedtexte werden für alle Teilnehmer gut sichtbar mit einem Beamer an die Wand projiziert. Was folgt ist eine bunte Mischung bekannter Lieder berühmter Gruppen oder Solisten: ABBA, die Beatles, Nena oder Peter Maffay, um nur einige zu nennen. Spätestens bei dem Song „99 Luftballons“ von Nena fliegen die Hände in die Luft. Aber auch bei dem Kinderlieder-Medley mit Melodien aus „Pipi Langstrumpf“ und „Jim Knopf“ singen Jung und Alt begeistert mit.

„Singen ist Balsam für die Seele“, sagt Käte Linke aus Emden auf ON-Nachfrage. Sie ist gemeinsam mit ihrer Freundin Heike Douglas (Riepe) nach Aurich gekommen. Beide gehören zum Emder Chor „Chorwurm“, der mit 48 Mitgliedern vorwiegend in moderneren Pop-Songs zuhause ist. „Gemeinsames Musizieren macht einfach sehr viel Spaß“, ergänzt Heike, die nach 2017 bereits zum zweiten Mal am Rudelsingen teilnimmt.

Begeistert sangen die Rudelsänger die Lieder mit, egal, ob Shanty, Kinderlied oder Rocksong. Foto: Helmut Vortanz
Begeistert sangen die Rudelsänger die Lieder mit, egal, ob Shanty, Kinderlied oder Rocksong. Foto: Helmut Vortanz

Mit „Ick heff mol en Hamburger Veermaster sehn“ und „Highway to hell“ von AC/DC geht es in den letzten der drei Blöcke. Nach einer mit donnerndem Applaus geforderten Zugabe entlässt das Entertainer-Duo die Gäste mit einem Lied auf den Lippen in den Abend.

Überlegungen für die Zukunft

Bereits angekündigt hat Simon Bröker eine weitere Veranstaltung in der Auricher Stadthalle. Das 9. Rudelsingen findet am 6. Oktober 2023 statt. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. „Wir können uns sogar vorstellen, künftig drei- bis viermal pro Jahr nach Aurich zu kommen“, verriet der Rudelführer seine Pläne für die Zukunft.

Das Rudelsingen wurde vor 12 Jahren von David Rauterberg in Münster aus der Wiege gehoben. Inzwischen sind bundesweit zehn Teams in meist ausverkauften Hallen unterwegs. Monatlich etwa 10.000 Rudel-Sänger verleihen dem Mitsing-Format einen Kultstatus. Versierte Musiker wie Simon Bröker und Maxi Saul begleiten das Rudel live und moderieren den Abend mit viel Charme und Humor.

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