Auricher „De Baalje“  SPD und GAP wollen das Schwimmbad „nicht kaputtsparen“

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 13.04.2023 16:32 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Erst vor vier Jahren wurde das zweite Solebecken eröffnet – jetzt ist es seit Monaten außer Betrieb. Foto: Romuald Banik
Erst vor vier Jahren wurde das zweite Solebecken eröffnet – jetzt ist es seit Monaten außer Betrieb. Foto: Romuald Banik
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Kälteres Wasser, Solebecken außer Betrieb und eine verkürzte Freibadsaison bei höheren Preisen: Diese Vorschläge der Verwaltung wollen SPD und GAP im Auricher Rat verhindern.

Aurich - Eine andere Richtung als CDU, FDP und GFA will die Auricher Ratsgruppe SPD/GAP beim „De Baalje“ einschlagen. Das Bad dürfe nicht kaputtgespart werden, schreibt Volker Rudolph (GAP) für die Gruppe. Das Angebot dürfe nicht eingeschränkt werden. Stattdessen müssten alle Nutzer höhere Preise in Kauf nehmen, um die gestiegenen Kosten insbesondere bei den Energiepreisen zu kompensieren.

Das Bad sei von 2013 an eine Erfolgsgeschichte gewesen, heißt es in der Mitteilung. Innerhalb der sechs Jahre habe man zwei Millionen Besucher begrüßen können. Sie seien von nah und fern nach Aurich gekommen, um im „De Baalje“ den Alltag zu vergessen. „Die Solebecken wurden als Therapieplatz zur Linderung von Schmerzen vielfältiger Art genommen“, so Volker Rudolph.

Auricher Bad war ein „Volltreffer“

Familien seien mit ihren Kindern gekommen, um die Wärme der Schwimmbecken zu genießen, Sportschwimmer hätten ihre Bahnen im Sportbecken gezogen, Gymnastiktreibende hätten das Aktivbecken genutzt, und Touristen suchten dort bei schlechtem Wetter Urlaubserholung. In den Sommermonaten sei der Außenbereich das Naherholungszentrum der Stadt, in den Außenbecken könne auch bei bedecktem Himmel bei angenehmen 24 Grad Wassertemperatur gebadet werden, Schule und Vereine fanden zur Schwimmerziehung Platz genug. „Badegäste besuchten nicht selten zusätzlich die Innenstadt zum Bummeln und Einkaufen.“ Das Auricher Bad sei ein Volltreffer, das aber wie jedes öffentliche Schwimmbad immer ein Zuschussbetrieb gewesen sei. „Der Nutzen für die Stadt Aurich aber war für Ökonomie und Image riesig.“

Nach der Pandemie folge nun die selbstgewählte Kastration, so Rudolph. Mit den Sparmaßnahmen entziehe die Stadtverwaltung dem „De Baalje“ die Lebensgrundlage. „Welcher Tourist fühlt sich denn noch von einem Bad angezogen, das die warmen Solebecken geschlossen hält, an den kühleren Sommertagen das Innenbecken nicht zugänglich macht, die Beckenaußentemperaturen absenkt und gleichzeitig die Preise erhöht?“ Urlauber wie Einheimische würden dann eher nach Norddeich ins „Ocean Wave“ fahren. „Die Auricher müssen höhere Steuern zahlen und werden gleichzeitig des Reizes beraubt, in ihrem Bad wie bisher Wasserfreuden zu genießen.“ Mit diesen Maßnahmen spare man sich kaputt, so Volker Rudolph.

Wohlfühlbad gibt es nur mit Aufpreis

Für die Gruppe SPD/GAP bestehe kein Zweifel an der Notwendigkeit des Sparens, betont er. „Es besteht aber auch die Notwendigkeit, den Kaputtsparern ein Stoppschild vor die Nase zu halten.“

Die Bürger Aurichs wollen die Baalje wieder uneingeschränkt nutzen, sagt Volker Rudolph. Dafür müssten sie höhere Preise in Kauf nehmen. Bei den gestiegenen Energiepreisen bekomme man das Wohlfühlbad nicht ohne Aufpreis. Sowohl die Sportschwimmer als auch die Familien mit Kindern müssten Preissteigerungen hinnehmen. Dies gelte auch für die Saunanutzer und die Nutzer der Wohnmobilstellplätze. „Preissteigerungen sind bei gleichbleibend gutem Angebot auch einsichtig zu vermitteln.“ Der Nutzen eines gut frequentierten Bades werde ökonomisch bei Weitem die eingesparten Gelder durch eine Beschränkung der Badnutzung übersteigen.

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