Auricher Sparideen  „De Baalje“ im Fokus der Fraktionen

Heino Hermanns
|
Von Heino Hermanns
| 13.04.2023 12:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Solebecken im Außenbereich sind bereits seit Monaten außer Betrieb. Daran wird sich wohl auch so schnell nichts ändern. Foto: Romuald Banik
Die Solebecken im Außenbereich sind bereits seit Monaten außer Betrieb. Daran wird sich wohl auch so schnell nichts ändern. Foto: Romuald Banik
Artikel teilen:

Die Stadt Aurich muss sparen. Verwaltung und Fraktionen haben vor allem für das Schwimmbad „De Baalje“ Ideen entwickelt.

Aurich - Im Fokus der Auricher Sparbemühungen steht das Schwimmbad „De Baalje“. Nicht nur die Verwaltung hat Ideen entwickelt, wie dort das Defizit von mittlerweile drei Millionen Euro im Jahr gesenkt werden könnte. Auch einige Ratsfraktionen haben dazu Vorschläge gemacht.

So wollen die Grünen den Energieverbrauch mehr in den Blick nehmen. Ebenso wie CDU und die Gruppe SPD/GAP fordern sie, das Bad an die so genannte kalte Fernwärme anzuschließen. Gemeint ist damit die Nutzung des warmen Abwassers der Molkerei Rücker. Schon beim Bau des Bades 2013 wurde der Anschluss an die kalte Fernwärme vorgesehen. Die Anschlüsse im Keller des „Baalje“ sind nach wie vor vorhanden. Aus wirtschaftlichen Gründen entschied man sich 2013 allerdings für ein Blockheizkraftwerk (BHKW), um die nötige Wärme zu produzieren. Darüber werden mittlerweile auch die Jugendherberge und die Sporthalle am Ellernfeld versorgt.

Vorschlag: Sauna verpachten

Die Zeiten haben sich geändert. Nicht zuletzt wegen der Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine soll der Erdgas-Verbrauch verringert werden. Fossile Energieträger sind zu teuer geworden und außerdem umweltschädlich. Deshalb, so die Grünen in einem Antrag, könne sich der Einsatz der kalten Fernwärme heute lohnen. Auch das Rathaus, das Kreishaus und weitere Gebäude könnten angeschlossen werden, so die Grünen. Nutzen könne man zudem die Abwärme zum Beispiel aus der Saunaanlage.

Genutzt werden sollte endlich auch das Dach des Bades, um eine Photovoltaikanlage aufzubauen. Im Umweltausschuss der Stadt fragte Gila Altmann (Grüne) am Mittwoch, ob die Verwaltung bereits geprüft habe, auf welchen städtischen Gebäude solche Anlagen installiert werden könnten. Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß hatte dazu nur eine ernüchternde Antwort. „Es sind höchstens drei Gebäude, auf denen so etwas möglich ist.“

Photovoltaik nur auf wenigen Gebäuden machbar

Denn entweder erlaube die Statik älterer Gebäude keine Aufbauten, oder es gebe an den Standorten zu wenig Sonne. Ein Problem könne auch sein, dass der produzierte Strom nicht adäquat ins Netz eingespeist werden könnte. Ein Beispiel dafür sei das geplante neue Feuerwehrhaus an der Leerer Landstraße. Übrig geblieben sei unter anderem das Auricher Rathaus. Dort würden die Pläne für eine Photovoltaikanlage weiterverfolgt. Ob das auch beim Schwimmbad möglich sei, werde derzeit geprüft.

Sowohl Heidrun Weber (GFA) als auch die FDP möchten prüfen lassen, ob die Gastronomie im „Baalje“ nicht besser verpachtet werden könnte. Weber geht sogar noch einen Schritt weiter: Auch den energieintensiven Saunabereich könnte man einem privaten Betreiber überlassen. Denn nicht alle Bürger würden dieses Angebot nutzen. Dort finde sich nur ein ganz bestimmtes Klientel. Es müsse daher geprüft werden, ob mit einem privaten Pächter Einsparungen möglich seien.

Ähnliche Artikel