IC-Strecke bis Norddeich-Mole  49-Euro-Ticket – Lösung für Küste kommt

| | 12.04.2023 18:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Touristen gehen über den Bahnsteig Norddeich-Mole, um in einen IC der Deutschen Bahn (DB) einzusteigen. Zurzeit wird darum gerungen, ob das Deutschlandticket auch hier gelten wird. Foto: DPA
Touristen gehen über den Bahnsteig Norddeich-Mole, um in einen IC der Deutschen Bahn (DB) einzusteigen. Zurzeit wird darum gerungen, ob das Deutschlandticket auch hier gelten wird. Foto: DPA
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Niedersächsisches Verkehrsministerium und Deutsche Bahn verhandeln weiter über die Anerkennung des Tickets auf der IC-Strecke bis Norddeich-Mole. Das Land wird einen Millionenbetrag zahlen müssen.

Hannover/Norden - Das niedersächsische Verkehrsministerium und die Deutsche Bahn verhandeln rund zwei Wochen vor dem Start des 49-Euro-Tickets (Deutschlandticket) noch immer über die IC-Strecke zwischen Bremen und Norddeich-Mole. Das Ministerium geht aber fest davon aus, dass bis zum 30. April eine Lösung gefunden sein wird, sagte Sprecher Florian Mosig auf Nachfrage unserer Zeitung. Das Deutschlandticket gilt ab dem 1. Mai als deutschlandweit gültige Monatskarte in Regionalzügen. „Beide Seiten wollen eine Lösung“, sagte Mosig. Es gebe einen intensiven Kontakt zwischen den Verhandlungspartnern. Wie beim Neun-Euro-Ticket im vergangenen Jahr, geht es auch diesmal um die Ausgleichssumme, die das Land an die Bahn zahlen soll, damit das Ticket auf der Strecke auch in den IC-Zügen akzeptiert wird.

Offiziell steht also noch nicht fest, ob die vergünstigte Karte auch in den IC-Zügen zwischen Bremen und Norden-Norddeich gelten wird. Inoffiziell ist aber längst klar: Es wird eine Lösung geben. Das bestätigte das niedersächsische Verkehrsministerium. Am Ende geht es nur darum, sich auf eine Summe für die Ausgleichszahlungen zu einigen. Und die wird, so ist es aus Verhandlungskreisen zu hören, im Bereich eines einstelligen Millionenbetrags liegen. Schon beim Neun-Euro-Ticket musste das Land an die Bahn für den sechswöchigen Gültigkeitszeitraum 1,5 Millionen Euro zahlen. Das Problem, so sagte es Ministeriumssprecher Florian Mosig: Das Geld wird aus dem Nahverkehrstopf genommen und fehlt dann eventuell an anderer Stelle.

Intensive Verhandlungen zwischen Bahn und Land

Es gebe aber intensive Verhandlungen zwischen Land und Bahn. Erst in der vergangenen Woche habe die Bahn erneut ein schriftliches Angebot unterbreitet. Das Ministerium habe am vergangenen Donnerstag darauf reagiert, so Mosig. Es gebe einen „intensiven Kontakt“, die Bahn sei aber ein „hartnäckiger Verhandlungspartner“.

Grundsätzlich gilt das Deutschlandticket nicht in Fernverkehrszügen. Zwischen Bremen und Norddeich-Mole verkehren aber ein Regionalexpress und der Intercity. Auf diesem Abschnitt werden Nahverkehrstickets in IC-Zügen akzeptiert. Dafür zahlen die beiden Bundesländer Geld an die Bahn.

Die Bahn wollte sich nicht zum konkreten Verhandlungsstand äußern. Eine Sprecherin bestätigte aber, dass weiterhin Gespräche geführt würden. In der generellen Pressemitteilung der Bahn heißt es: DB Fernverkehr habe ein Angebot über die Anerkennung des Deutschlandtickets auf den Strecken mit Nahverkehrsfreigaben unterbreitet. Mit allen Kooperationspartnern sei verhandelt worden. Die Anerkennung des Tickets in Fernverkehrszügen mit Nahverkehrsfreigabe könne nur erfolgen, wenn die Bahn und der Vertragspartner eine Regelung für den finanziellen Ausgleich treffen können. Sofern dazu keine Vereinbarung getroffen werde, sei die Anerkennung des Deutschland-Tickets in Fernzügen nicht möglich.

Grundsätzlich signalisierte auch das niedersächsische Verkehrsministerium Verständnis für die Verhandlungsposition der Bahn, die ihre Fernverkehrsstrecken nicht „kannibalisieren“ wolle. Das Land sei sich aber ebenfalls der Bedeutung der Strecke nach Norddeich-Mole und der hohen Nachfrage bewusst, sagte Mosig.

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