München  Defensive Fehler, offensiv kaum Druck - warum der VfL Osnabrück bei 1860 verlor

Susanne Fetter, Malte Goltsche
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Von Susanne Fetter, Malte Goltsche
| 09.04.2023 18:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Rutschen beide am Ball vorbei: Marc Heider und Paterson Chato. Foto: osnapix / Titgemeyer
Rutschen beide am Ball vorbei: Marc Heider und Paterson Chato. Foto: osnapix / Titgemeyer
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Der VfL Osnabrück hat mit 0:3 bei 1860 München verloren. Die Gründe: Zu viele defensive Fehler, zu wenig offensive Wucht und Konsequenz. Die Lila-Weißen in der Einzelkritik:

# 22 Philipp Kühn: Den ersten Schuss des starken Münchners Joseph Boyamba aus der Distanz konnte der VfL-Keeper erst im Nachfassen klären, war dann aber vor Marcel Bär am Ball und gewann an Sicherheit. War an allen drei Gegentoren machtlos.

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# 33 Timo Beermann: In der ersten Halbzeit mit vielen Akzenten. Wagte sich sogar einmal im Stile eines linken Außenstürmers nach vorne. Seinen Kopfball nach einer Ecke konnte Paterson Chato nicht verwerten. Seinen starken langen Pass auf Manuel Haas ließ sowohl dieser als auch Ba-Muaka Simakala ungenutzt. Rettete einmal in höchster Not gegen Boyamba und lenkte dessen Schuss gerade noch zur Ecke (36.), klärte dann vor dem Gegentreffer zum 0:1 aber schlecht, so dass Wörl - durch Traoré ungehindert - auf Boyamba vorlegen konnte. Auch vor dem 0:3 war der Innenverteidiger nicht konsequent genug.

# 23 Omar Traoré: Wenn etwas nach vorne lief, dann oft über seine rechte Seite. Investierte viel, blieb aber auch oft hängen. War defensiv präsent, das Zusammenspiel mit Noel Niemann auf der Außenbahn wirkte aber nicht so harmonisch wie häufig zuvor. Schritt vor dem 0:1 nicht energisch ein. 

# 4 Maxwell Gyamfi: Rettete in der Mitte der ersten Halbzeit per Kopf im eigenen Strafraum. Hatte ansonsten aber auch einige Schwierigkeiten mit den flinken Löwen-Stürmern. Ließ vor dem 0:2 den Münchner Torschützen Boyamba enteilen. 

# 8 Robert Tesche: Hatte seine beste Szene in der Mitte der ersten Halbzeit als er eine Ecke, die Beermann zu ihm köpfte, ebenfalls per Kopf aufs Tor brachte. Hätte so den VfL beinahe in Führung gebracht. Blieb danach sehr unauffällig.

# 13 Lukas Kunze: War wie Nebenmann Tesche zu wenig präsent. Ohne viele Fehler, aber auch ohne Akzente. Konnte sein Spiel im Mittelfeld nicht entfalten. Wurde in der 64. Minute durch Jannes Wulff ersetzt. 

# 15 Paterson Chato: Hätte das 1:0 machen können, vielleicht sogar müssen. Flog aber nach einem Freistoß von Manuel Haas, den Timo Beermann mit dem Kopf verlängerte, rechts am Torpfosten knapp am Ball vorbei (13.). War vor allem in der ersten Halbzeit im Zentrum präsent, verharrte aber dort auch sehr und zog sich immer mehr zurück. Fehlte damit als Bindeglied im Mittelfeld. Konnte vor den ersten beiden Toren nicht klären.

# 24 Manuel Haas: Es war sein erster Startelfeinsatz seit September, danach hatte er nur noch vier sehr kurze Einsätze auf dem Konto - kam dennoch schnell in die Partie und leitete mit einem Freistoß die erste Großchance, der Osnabrücker ein. Setzte einen weiteren Freistoß in der 61. Minute aus etwa 18. Metern an den Außenpfosten. Blieb dazwischen aber eher ohne Akzente. Musste kurz vor der Halbzeit im Mittelfeld mit einem taktischen Foul einen Angriff der Löwen unterbinden und sah dafür Gelb. Wirkte danach gehemmt. Wurde auch deshalb direkt im Anschluss an seine riesige Möglichkeit ausgewechselt.

# 16 Henry Rorig: Kam für Haas in die Partie. Doch auch er konnte dem Spiel keine Wendung mehr geben. Sein Schuss aus der Distanz ging zehn Minuten vor dem Ende der Partie knapp vorbei.

# 32 Jannes Wulff: Kam wie Rorig in der 68. Minute in die Partie, fand aber nur wenig Bindung zum Spiel und schaffte es in einer schlechten Schlussphase des VfL, beeinträchtigt auch durch die Umstellung nach der Roten Karte, nicht, sein Spiel zu entfalten. Blieb daher zu sehr unter dem Radar.

# 20 Marc Heider: Stand ebenso wie Haas lange nicht mehr in der Startelf, ist aber regelmäßiger Einwechselspieler und entfaltete in dieser Rolle schon oft seine wichtigsten Tugenden wie Laufbereitschaft und Robustheit. Warf diese auch in München in die Waagschale - war dabei aber oft nicht effektiv genug. Strahlte kaum Torgefahr aus und wurde in der 78. Minute für Felix Higl ausgewechselt.

# 28 Noel Niemann: Der gebürtige Münchner wollte an seiner ehemaligen Wirkungsstätte viel - vermutlich zu viel, was dazu führte, dass ihm nur wenig gelang. Wirkte in vielen seiner Aktionen konfus und konnte seine Schnelligkeit nur selten in Szene setzen. Schwächte dann auch noch das Team in einer Phase, in der der VfL noch einmal alles nach vorne werfen wollte. Verlor erst den Mittelfeld im Ball und setzte dann gegen Bär von hinten zu einer Grätsche an. Sah dafür Rot. Eine Karte, die man nicht geben muss, aber kann. Und ganz sicher eine Aktion, die es so nicht gebraucht hätte.

# 11 Ba-Muaka Simakala: Wirkte wie schon gegen Dresden in seinen Aktionen oft wenig konsequent und glücklos. Strahlt nicht die offensive Gefahr aus, die ihn eigentlich kennzeichnet. Auch defensiv nicht so präsent wie in vielen Spielen zu Beginn des Jahres. Leitete mit seinem Ballverlust im Mittelfeld das 0:2 ein. 

# 17 Felix Higl (78. Minute für Heider), # 19 Leandro Putaro (78. für Traoré), # 10 Oliver Wähling (78. für Chato).

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