Gestiegene Energiekosten  Kürzere Saison und höhere Preise stehen für „De Baalje“ zur Diskussion

Kim Hüsing
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Von Kim Hüsing
| 09.04.2023 15:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Eintritt im „De Baalje“ könnte nach Vorschlag der Auricher Verwaltung diesen Sommer teurer als gewohnt werden. Foto: Romuald Banik
Der Eintritt im „De Baalje“ könnte nach Vorschlag der Auricher Verwaltung diesen Sommer teurer als gewohnt werden. Foto: Romuald Banik
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Die Energiekosten für das Auricher Familienbad sind erheblich gestiegen. Mögliche Einsparmöglichkeiten, die die Verwaltung nun vorgeschlagen hat, betreffen sowohl Preise als auch Öffnungszeiten.

Aurich - Kürzere Freibadsaison, höhere Preise: Die Auricher Verwaltung schlägt für das Familienbad „De Baalje“ konkrete Einsparmöglichkeiten vor. So soll die Freibadsaison dieses Jahr nur drei Monate, von Juni bis August, andauern, heißt es in einer entsprechenden Vorlage für die Politik.

Das Defizit des Familienbades habe sich durch die massive Energiekostensteigerung stark erhöht. Der Defizitausgleich belaufe sich mittlerweile auf über drei Millionen Euro. Deshalb und aufgrund eines Antrags der CDU-Fraktion habe die Verwaltung zusammen mit der Badleitung Einsparpotenzial ermittelt.

Temperatursenkung der Außenbecken

Während der Freibadsaison soll demnach das Hallenbad für die Öffentlichkeit geschlossen werden. Stattdessen sind die Innenbecken Schulklassen, Vereinen und Schwimmkursen vorbehalten. Der Vorteil aus Sicht der Verwaltung: Diese Gruppen haben eine Schwimmaufsicht bereits dabei. Das Baalje-Personal könne im Innenbereich daher deutlich reduziert werden, erläutert Bürgermeister Horst Feddermann im ON-Gespräch.

Tatsächlich reduziert werden soll das Team aber nicht, denn es fehlt an Personal. Allerdings könnten Honorarkräfte, die im Sommer bislang immer zur Verstärkung eingesetzt werden mussten, reduziert werden. Und auch das Badpersonal mache weniger Überstunden.

Die Temperatur der Außenbecken solle um ein Grad von 24 auf 23 Grad Celsius gesenkt werden. Wie es mit den Solebecken weitergehe, könne die Verwaltung zu diesem Zeitpunkt noch nicht abschätzen. Durch das zweite Solebecken und die bestehende Technik sei es schwierig, in den Wintermonaten einen eingeschränkten Betrieb sicherzustellen.

Winterpreise zur Freibadsaison

Auch über die Eintrittspreise könnte das Schwimmbad besser refinanziert werden. So sieht die Vorlage der Verwaltung eine Anwendung der Winterpreise auch in den Sommermonaten vor. Während im Sommer bislang nur der 90-minütige Sporttarif oder eine Tageskarte gebucht werden können, gibt es im Winter auch den Wohlfühltarif für drei Stunden.

Durch die Umstellung würde eine Tageskarte für einen Erwachsenen im Freibad künftig 7,50 statt 5,50 Euro kosten. 5,50 Euro zahlt man für den Wohlfühltarif. Kinder und andere Ermäßigte würden sechs statt bisher 3,50 Euro für eine Tageskarte zahlen. Die Zehnerkarte würde dann mit 55 statt 30 Euro zu Buche schlagen, bei Erwachsenen wäre eine Erhöhung um 27 Euro denkbar. Dies könne laut Vorlage aber nur eine Momentaufnahme sein. Wenn im kommenden Jahr das störanfällige Kassensystem erneuert werden müsse, könnten die Tarife erneut angepasst werden.

Montags könnte das „De Baalje“ zukünftig geschlossen bleiben

Der Rabatt für ukrainische Geflüchtete würde nach dem Vorschlag entfallen. Die Gebühren für den Schul- und Vereinssport stehen ebenfalls auf dem Prüfstand. Hier schlägt die Verwaltung für den Schulsport zwei Euro pro Kind und Stunde vor. Dies müsste teilweise mit dem Landkreis verhandelt werden und ginge nicht zu Lasten der Eltern, so der Bürgermeister. Im Vereinssport könnten nach den neuen Tarifen 15 Euro pro Stunde und Bahn fällig werden.

Auch über die Freibadsaison hinaus soll sich im „De Baalje“ nach Wunsch der Verwaltung einiges ändern. Wenn die Badzeiten im Winter verkürzt würden, würde dies erheblich die Kosten senken, heißt es in der Vorlage. Deshalb solle das Hallenbad montags für die Öffentlichkeit geschlossen bleiben. Es fände demnach ausschließlich Schul- und Vereinssport statt. Nach dem Vorschlag der Verwaltung könnte dienstags über die Mittagszeit ebenfalls das Hallenbad geschlossen werden. Von 9 bis 14 Uhr fände dann ausschließlich Schul-und Vereinssport statt.

Über die Vorlage und ihre Auswirkungen diskutiert die Politik im Rahmen der öffentlichen Sitzung des Finanzausschusses der Stadt am Dienstag, 18. April, um 17 Uhr im Auricher Rathaus.

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