Sozialer Wohnungsbau Kommunen als Häuslebauer? Leezdorfer Ratsherr äußert Idee
Im Brookmerland gibt es den Vorschlag, dass die Gemeinden bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit wenig Geld selbst schaffen. Und auch die ersten Reaktionen darauf.
Brookmerland - Neuer Vorschlag für den sozialen Wohnungsbau im Brookmerland: Der Leezdorfer Ratsherr Heinrich Ubben (Wählergruppe „Moin“) regt an, dass die Samtgemeinde und/oder ihre Mitgliedsgemeinden bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit niedrigen Einkommen selbst schaffen. Ein entsprechender Antrag für Leezdorf soll in der öffentlichen Sitzung des Rates am Donnerstag, 13. April, (18 Uhr, „Oll Boo“ an der Mühle) behandelt werden.
Während der Gemeinderatssitzung Ende November hatte Ubben seinen Vorstoß bereits angekündigt. Die Politik müsse den Menschen vor Ort helfen, eine bezahlbare Wohnung mieten zu können, so der Leezdorfer, der auch Mitglied des Brookmerlander Samtgemeinderates und des Auricher Kreistags ist.
„Die Preise für Mietwohnungen haben mittlerweile ein Niveau erreicht, das für den normalen, schmalen Geldbeutel nicht mehr bezahlbar ist“, teilte Ubben mit. Die kommunalen Wohnungen sollten auch Alleinerziehenden mit Kindern zur Miete angeboten werden, die auf dem Wohnungsmarkt keinen leichten Stand hätten.
Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, schlägt Ubben vor, dass die Mitgliedsgemeinden auf gemeindeeigenen Grundstücken die Wohnungen selber bauen. Die Gemeinde Leezdorf beispielsweise verfüge über gemeindeeigene Grundstücke im Innenbereich, die sofort bebaut werden könnten.
Nach Ubbens Vorschlag planten die Gemeinden selber. Planung und Gebäudeform orientierten sich an bestehenden Bebauungsplänen. Diese müssten nicht geändert werden. Die Räumlichkeiten wären schnell bezugsfertig. Der Hinweis von Landrat Olaf Meinen, Mehrparteienhäuser mit vier oder sechs Wohneinheiten zu errichten, sollte auch im Brookmerland verfolgt werden. Der Landkreis erstellt zurzeit ein Wohnraumkonzept, damit Kommunen Fördergelder für den sozialen Wohnungsbau beantragen können, teilt Ubben mit.
Wenn Mehrparteienhäuser gebaut werden, könnten die Kosten der Finanzierung besser umgelegt werden. Entstehen sollten Mehrparteienhäuser, die in allen Mitgliedsgemeinden baugleich sind. Das würde die Planungen vereinfachen. Die Miete könnte weit unter den üblichen Preisen liegen, so Ubben. Sein Antrag sieht vor, dass die Verwaltung geeignete Grundstücke, die sich im Eigentum der Gemeinde Leezdorf befinden, benennt. Zudem wird die Verwaltung beauftragt, ein Konzept zur Realisierung von Mehrparteienhäusern zu entwickeln und dieses in der nächsten Gemeinderatssitzung dem Rat und der Öffentlichkeit vorzustellen. „Leezdorf sollte bereit sein, eine Vorreiterrolle im Brookmerland einzunehmen“, so Ubben.
Reaktionen
Im Rathaus in Marienhafe hielt man sich am Donnerstag mit einer Einordnung des Ubben-Vorschlags zurück. Neben Ubben hätten sich in der Vergangenheit auch andere Ratsmitglieder dahingehend geäußert, dass Baugrundstücke für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden sollten, teilte Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels (SPD) mit. Offen sei bislang, ob die Wohnungen von den Mitgliedsgemeinden oder der Samtgemeinde gebaut und vermietet werden sollten. Zunächst bleibe die politische Diskussion abzuwarten. Erst werde die Verwaltung die Vor- und Nachteile der einzelnen Vorschläge und Ideen bewerten, teilte Ihmels mit.
Die Sprecherin der CDU, BWG, BfB, SEB-Gruppe, Ida Bienhoff-Topp, sagte auf Anfrage, Ubbens Vorschlag sei eine Option neben anderen. „Der Mix wird es machen“, sagte sie. Wichtig sei zunächst zu klären, wo wie viele Grundstücke in kommunalem Eigentum zur Verfügung stehen und wer die Wohnungen später verwalten soll.