Projekt für zwei Wochen  Pauluskirche in Aurich wird zur Kinderkathedrale

Neelke Harms
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Von Neelke Harms
| 06.04.2023 14:38 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Von der Decke der Kirche hängen bunte Engel. Die Bänke werden vor Beginn des Projektes noch herausgeräumt. Foto: Neelke Harms
Von der Decke der Kirche hängen bunte Engel. Die Bänke werden vor Beginn des Projektes noch herausgeräumt. Foto: Neelke Harms
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Ab Ostermontag gibt es zahlreiche Aktionen für die Jüngsten in der Kirchdorfer Gemeinde. Was geplant ist und wie die Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden Sandhorst und Lamberti dabei hilft.

Aurich - Schon am Donnerstag ist es bunt in und um die Pauluskirche in Aurich. Bemalte Holzengel ragen von der Decke, in der Jurte vor dem Gebäude hängen bunte Bilder und neben dem Altar steht ein roter Thron.

Denn am Ostermontag eröffnet ein Familiengottesdienst in der Jurte der Gemeinde die sogenannte Kinderkathedrale. Bis Sonntag, 23. April, gehört die Kirche den Jüngsten. Der vorerst letzte „normale“ Gottesdienst wird in der Auricher Pauluskirche am Gründonnerstagabend gefeiert.

Die Kinder von Pastorin Cathrin Meenken testeten schon am Donnerstag die Stationen aus. Foto: Neelke Harms
Die Kinder von Pastorin Cathrin Meenken testeten schon am Donnerstag die Stationen aus. Foto: Neelke Harms

Toben in der Kirche

Bei zahlreichen Stationen in der Kirche und Jurte sollen Kinder sich zwei Wochen lang austoben können und mit Themen wie Gemeinschaft, Tod, Auferstehung und Taufe beschäftigen. Organisiert wird die Aktion von Diakon Oltmann Buhr und den Pastorinnen Cathrin Meenken und Heike Musolf. Eines ist dem Team besonders wichtig: „Weg von der Kirche, wo man ruhig sitzt. Hier darf man toben, spielen und sich dreckig machen“, sagt Heike Musolf.

Und genau dafür sei die Kirche perfekt geeignet. Nicht nur die große Rasenfläche mit der Jurte, sondern auch der Innenraum. In einer historischen Kirche könne man so etwas nicht machen, so die Pastorin.

Viel Potenzial in Pauluskirche

Nachdem die geplante Fusion der Kirchengemeinden öffentlich wurde, seien Fragen zur Zukunft der jüngsten Kirche Aurichs aufgekommen. Aber: „Paulus wird garantiert nicht verkauft“, sagt Heike Musolf. Gerade für solche Aktionen stecke viel Potenzial in der Kirche. Und vor allem für die Kinderkathedrale sei die Zusammenarbeit der Auricher Gemeinden hilfreich. Denn während die Pauluskirche für zwei Wochen den Jüngsten gehört, können die Gemeindemitglieder in den anderen Kirchen Gottesdienste feiern.

Schon zum Gottesdienst am Gründonnerstag sieht es in der Kirche nicht wie gewöhnlich aus. Alles ist etwas bunter. Und das komme auch bei den Erwachsenen gut an, so Heike Musolf.

Knapp zwei Monate Vorbereitung

Die Idee zur Kinderkathedrale kam Pastorin Cathrin Meenken. Auf einer langen Zugfahrt beratschlagten sie und Heike Musolf, wie man das Projekt in Aurich umsetzen könnte. „Wir hatten sofort 30.000 Ideen“, sagt Heike Musolf und lacht. Im Oktober fiel die Entscheidung, im Februar wurde mit den Vorbereitungen begonnen. In den vergangenen Wochen sorgten Kinder und Erwachsene zum Beispiel bei Bastel-Workshops dafür, die Kirche mit verschiedenen Stationen auszustatten.

Diese sind eine Mischung aus Erfahrungen, neuen eigenen Ideen und Vorbildern aus anderen Gemeinden. Seinen Ursprung hat das Konzept Kinderkathedrale im Michaeliskloster Hildesheim. Um das Projekt unter diesem Titel durchführen zu dürfen, musste die Auricher Gemeinde sich dort bewerben. Sie ist die erste im Norden Deutschlands. Im Laufe der zwei Wochen bekommen sie Besuch von der Initiatorin Susanne Paetzold aus Hildesheim.

Das Team hinter der Auricher Kinderkathedrale: Diakon Oltmann Buhr (von links) und die Pastorinnen Cathrin Meenken und Heike Musolf. Foto: Neelke Harms
Das Team hinter der Auricher Kinderkathedrale: Diakon Oltmann Buhr (von links) und die Pastorinnen Cathrin Meenken und Heike Musolf. Foto: Neelke Harms

Stationen zu verschiedenen Themen

Passend zu Ostern drehen sich zahlreiche Stationen in und um die Kirche um die Themen Sterben, Tod und Auferstehung. So wird zum Beispiel aus Kirchenbänken ein dunkler Kriechtunnel gebaut, durch den die Kinder in ein bunte Ecke kommen. Der Tunnel soll den Tod darstellen, das Ziel die Auferstehung. Unter anderem soll sich in der Kirche noch eine Leiter befinden, an der Kinder ihre selbstgebastelten Engel aufhängen können, sowie ein Thron, auf dem sie König sein können. Und sobald die Bänke ausgeräumt sind, zieht zudem das Tipi der Kirchengemeinde Wallinghausen in die Pauluskirche ein.

In der Jurte soll es um Gemeinschaft gehen. Eine bunt bemalte Wand zeigt eine Stadt Gottes. Kinder können sich ein Haus aussuchen und ihren Namen daran kleben. In der Mitte gibt es ein Feuer, über dem gemeinsam gekocht wird.

An einer Station werden die Kinder zu Königen. Foto: Neelke Harms
An einer Station werden die Kinder zu Königen. Foto: Neelke Harms

Anmeldung für Schulklassen und Ferienbetreuung

An einem Ausflugstag geht es für die Teilnehmer nach Holtrop. Dort besuchen sie den Alpaka- und den Gröönlandhof. An einem weiteren Tag werden auf dem Gelände der Pauluskirche gemeinsam Bäume gepflanzt. An diesen beiden Tagen dreht sich alles um das Thema Schöpfung.

Die Kinderkathedrale besuchen können Kinder jeder Altersklasse. Für Schulklassen der Jahrgänge eins und zwei gibt es vormittags Führungen, nachmittags können alle Kinder und Familien die Pauluskirche besuchen. Für Schulklassen sind noch wenige Plätze frei. Anmeldungen nimmt Pastorin Heike Musolf unter Tel. 01 51 64 30 10 70 entgegen. Und auch für die Ferienbetreuung am Dienstag, 11. April, wird um Anmeldung gebeten.

Auch die Wände der Jurte der Paulusgemeinde sind mit gemalten Bildern geschmückt. Foto: Neelke Harms
Auch die Wände der Jurte der Paulusgemeinde sind mit gemalten Bildern geschmückt. Foto: Neelke Harms

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