Osnabrück  VfL Osnabrück nach der Niederlage: „Wir waren auf Augenhöhe“

Harald Pistorius, Susanne Fetter
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Von Harald Pistorius, Susanne Fetter
| 03.04.2023 05:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Jeder Ball hart umkämpft im Topspiel: Niklas Hauptmann und Ba-Muaka Simakala. Foto: osnapix/Titgemeyer
Jeder Ball hart umkämpft im Topspiel: Niklas Hauptmann und Ba-Muaka Simakala. Foto: osnapix/Titgemeyer
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Vielleicht standen die Sterne zu günstig für den VfL Osnabrück, sodass niemand mehr zweifelte am Sieg gegen Dynamo Dresden. So war die 0:1-Niederlage im Topspiel der 3. Fußball-Liga gegen Dynamo Dresden ein herber Dämpfer für all die Euphorie, die rund um den VfL nach oben stieg.

Ein Rückschlag, der daran erinnert, dass die Saison für die Osnabrücker vor fünf Monaten schon abgelegt war unter der Rubrik „Mittelmaß“. Jetzt steckt die Akte 2022/23 auch nach dieser zweiten Niederlage in den letzten 15 Spielen in der Ablage „Aufstiegskampf“. Zwar ist der VfL nicht von den Dynamos, sondern auch vom 1. FC Saarbrücken (2:1 gegen Waldhof Mannheim) überholt worden und auf Platz sechs zurückgefallen, doch acht Spiele vor dem Saisonfinale am 27. Mai ist die Mannschaft noch mittendrin im Rennen um den zweiten Aufstiegsplatz und den Relegationsrang drei.

„Wir waren auf Augenhöhe mit einem gut besetzten Gegner. So ein Topspiel wird oft durch Kleinigkeiten entschieden, und das war heute der Fall“, sagte VfL-Trainer Tobias Schweinsteiger, „so was passiert, da dürfen wir uns nicht lange grämen.“

Das wird vielen VfL-Fans anders gehen, wenn sie sich noch einmal die Chancen in der zweiten Halbzeit vor Augen führen. Die erste Hälfte, von Zweikämpfen und Fouls durchzogen, mit wenig spielerischen Akzenten und noch weniger Torchancen, hatte im Zeichen der Dresdner gestanden. Die zwangen die Osnabrücker immer wieder zu langen Bällen, indem sie Mann gegen Mann verteidigten und den Aufbau des VfL am Strafraum störten.

Torgefahr entwickelte Dynamo nur, wenn Ahmet Arslan am Ball war. Der Ex-Osnabrücker war schwer zu kontrollieren, setzte einen Freistoß an den Innenpfosten (12.) und scheiterte mit einem von Gyamfi abgefälschten Schuss am stark reagierenden Kühn (39.). So schmeichelte das 0:0 zur Pause eher dem VfL als den Dresdnern, die in den engen Zweikämpfen giftiger und durchsetzungsstärker waren.

Das war auch die Grundlage für das Tor des Tages. Der 18. Saisontreffer des Liga-Topscorers Arslan, der den Ball direkt aus zwölf Metern in den Winkel schlenzte (52.), war sehenswert, aber nur möglich, weil Tesche, Kleinhansl und Chato auf der linken Abwehrseite zu wenig entgegensetzten, als sich Conteh und Hauptmann durchspielten. Vor allem Chato, der in der 33. Minute den verletzten Köhler ablöste und seine Aufgabe insgesamt gut löste, setzte Hauptmann im Zweikampf nahe der Grundlinie zu wenig Robustheit entgegen.

Kurioserweise wurde das VfL-Spiel erst nach diesem Tiefschlag flüssiger und druckvoller. Und prompt stellten sich Chancen ein, die Dresdner zogen sich weit zurück und setzten nur auf gelegentliche Konter.

Es begann mit einem von Simakala stiebitzten Rückpass auf den alles andere als sicheren Dynamo-Torwart Drljaca (55.), es folgten drei Versuche von Tesche, der schon in der ersten Halbzeit seinem siebten Saisontreffer bei einem 18-Meter-Schuss (29., vorbei) nahe gewesen war. In der heißen Phase scheiterte er mit einem Volley an Drljaca (57.) und setzte den Ball nach Traorés Flanke knapp vorbei (64.), ehe Knipping seinen Kopfball vor der Linie wegschlug (82.).

Dennoch fehlte dem VfL in der Offensive etwas von der Spritzigkeit und dem Schwung der letzten Wochen. Dazu konnten sich Simakala, Engelhardt und Niemann nicht wie gewohnt mit Einzelaktionen durchsetzen. Ein Punkt hätte es dennoch werden können, eher sogar müssen.

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