Osnabrück  Wer jetzt noch auf Gas- und Ölheizungen setzt, hat etwas Grundlegendes nicht verstanden

Corinna Clara Röttker
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Von Corinna Clara Röttker
| 02.04.2023 12:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Ampel-Koalition hat sich auf eine Vielzahl von Ausnahmen und Sonderregelungen geeinigt, ab 2024 nur noch neue Heizungen zuzulassen, die mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien gespeist werden. Foto: Christian Charisius
Die Ampel-Koalition hat sich auf eine Vielzahl von Ausnahmen und Sonderregelungen geeinigt, ab 2024 nur noch neue Heizungen zuzulassen, die mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien gespeist werden. Foto: Christian Charisius
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Das Ende von Öl- und Gasheizungen in Deutschland kommt in Raten. Das hat seine Tücken. Allerdings wird der Markt am Ende sowieso alles über den Preis regeln.

Über die Pläne der Ampelregierung bezüglich des Verbots neuer Gas- und Ölheizungen lässt sich gewiss streiten. Wie will Deutschland ernsthaft die Energiewende schaffen, wenn auch nach 2024 in vielen Fällen wieder ein Öl- oder Gaskessel eingebaut werden darf? Warum muss ein 79-Jähriger eine teure Wärmepumpe einbauen, während für den ein Jahr älteren Nachbarn die Pflicht zum Umstellen auf Erneuerbare entfällt?

Die Übergangs- und Ausnahmeregelungen mögen ihre Tücken haben. Dennoch ist es richtig, dass Verbraucher ihre Öl- und Gaskessel nicht sofort rauswerfen müssen – zumal es angesichts der Lieferzeiten gar nicht möglich ist, ein Verbot binnen Monaten umzusetzen. Vor allem aber wird der Markt am Ende sowieso alles über den Preis regeln.

Denn Fakt ist: Der Betrieb von Gas- und Ölheizungen wird in den kommenden Jahren immer teurer werden. Wer Emissionen verursacht, muss dafür zunehmend bezahlen. Bis 2026 steigt die CO2-Abgabe auf 55 bis 65 Euro pro Tonne, wodurch Bewohnern eines Einfamilienhauses schnell Mehrkosten von mehreren Hundert Euro im Jahr entstehen können. Strom, mit dem Wärmepumpen betrieben werden, dürfte hingegen billiger werden: Verschiedene Studien haben gezeigt, dass der Ausbau der Erneuerbaren langfristig zu einer Stabilisierung der Strompreise führen kann.

Davon abgesehen ist die Sanierung alter Häuser langfristig sowieso alternativlos. Sie fressen Energie und Geld und sinken überdies im Wert. Mit anderen Worten: Auch wenn die alte Heizung vorerst noch bleiben kann, so ist es gleichwohl sinnvoll, sich bereits jetzt Gedanken zum Thema Modernisierung zu machen. Auch ein Ende auf Raten besiegelt ein Ende.

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