Bayreuth 0:3 in Bayreuth: Warum viele Meppen-Fans schon vorher abreisten
Als die Spieler des SV Meppen nach der 0:3-Niederlage bei der Spvgg. Bayreuth in die Gästekurve gingen, gab es nur noch wenige Fans, die überhaupt Interesse an einem Dialog hatten. Ein Großteil der rund 200 Anhänger hatte längst die Fahnen eingerollt und die Rückreise angetreten.
Der bittere Schlag im Abstiegsduell der 3. Fußball-Liga und der zum Teil strömende Regen, der sich über dem offenen Block ergoss, dürften gleichermaßen zu diesem Entschluss beigetragen haben. „Für uns war es dennoch wichtig, in die Kurve zu gehen und den Fans Respekt zu zollen, die die weite Anreise angetreten haben“, sagte Max Dombrowka mit gesenktem Blick: „Aber die Stimmung war natürlich nicht gut.“ Zu heftig war der Schlag im Kampf um den Klassenerhalt – und das gegen einen direkten Konkurrenten im Tabellenkeller, in dem Meppen weiter ganz unten feststeckt.
Beide Mannschaften waren mit dem Rückenwind eines Sieges in diese so wichtige Partie gegangen. Meppen hatte 3:2 gegen Aue gewonnen, Bayreuth bei Dynamo Dresden gepunktet. Zu Beginn schien es, als würde das Team von Ernst Middendorp diesen Schwung sogar mehr nutzen können.
Der SV Meppen begann druckvoll und erspielte sich die erste Chance der Partie: Morgan Faßbender zog nach schönem Pass von Mirnes Pepic (8. Minute) von der rechten Seite ab, seinen Ball lenkte Bayreuths Torwart Luca Petzold aber vorbei. „Wir haben eine ordentliche erste Halbzeit gespielt, ambitioniert und mit einem gewissen Selbstvertrauen“, sagte Meppens Trainer Middendorp. Doch in der 20. Minute folgte der erste Rückschlag. Eroll Zejnullahu traf für die Gastgeber zum 1:0.
Ein Kullerball, der aus einer Fehlerkette resultierte, die bereits im Mittelfeld begann: Nach einem langen Pass aus der eigenen Hälfte spielte Alexander Nollenberger, an dem Lukas Mazagg nicht nah genug dran stand, den Pass in die Mitte zu Markus Ziereis, wenig bedrängt von Markus Ballmert, der Zejnullahu gut in Szene setzte. Bayreuths Offensivmann nahm den Ball stark an und bugsierte ihn an Meppens Tobias Kraulich und Torwart Eric Domaschke mit dem rechten Fuß aus etwa zehn Metern vorbei ins rechte untere Toreck.
Meppen benötigte ein paar Minuten, fing sich wieder und war vor der Pause weiter die agilere Mannschaft. „In der Pause haben wir uns dann noch einmal einiges vorgenommen“, sagte Middendorp, der neben Lukas Mazagg auch den am Kopf verletzten Marek Janssen auswechselte.
Gegen Aue hatten die Wechsel noch einmal Schwung gebracht. Diesmal gab es direkt nach der Halbzeit einen weiteren Dämpfer: Alexander Nollenberger traf unbedrängt von Yannick Osée zum 2:0 (48.).
Danach war, wie Middendorp gestand, „der Stecker gezogen“. Ein Treffer mitten in die Köpfe der Meppener Spieler und in die Herzen der Fans, von denen einige schon kurz vor dem 0:3 (88.) das Stadion verlassen hatten. Offensiv viel zu harmlos hatte Meppen agiert als dass sie noch Hoffnung auf eine Wende gehabt hätten. Zu eklatant waren die Schwächen im Abwehrverhalten.
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Diese Kombination lässt nicht viel Hoffnung für die nächsten Wochen. Acht Spiele stehen diese Saison noch an. Mit 24 Punkten steht Meppen weiter auf dem letzten Tabellenplatz. Das rettende Ufer ist sechs Punkte entfernt – und die Konkurrenz kann an diesem Wochenende sogar noch weiter davonziehen. Vieles deutet darauf hin, dass nicht nur die Meppener Fans in dieser 3. Liga ihre Sachen packen müssen.