Osnabrück Sechs Monate nach Verkauf: Schuhfilialist Reno hat Insolvenz angemeldet
Erst Ende September 2022 hatte die Osnabrücker HR Group den Schuhfilialisten Reno verkauft. Nun hat das Unternehmen, das auch Filialen in Osnabrück betreibt, Insolvenz angemeldet.
Dass die Reno-Filiale in der Osnabrücker Innenstadt schließen wird, stand schon fest. Im Mai sollte spätestens Schluss sein. Wer jedoch heute durch die Einkaufsstraße schlendert, sieht: Der ehemalige Flagship-Store hat schon jetzt die Türen geschlossen.
Nun ist auch fraglich, was mit den übrigen Standorten von Deutschlands zweitgrößtem Schuhfilialisten passiert. Die Reno Schuhcenter GmbH hat am Dienstag am zuständigen Gericht in Hameln Insolvenz am angemeldet. Das geht aus den Insolvenz-Bekanntmachungen hervor. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Immo Hamer von Valtie bestellt.
Erst vor knapp sechs Monaten hatte die Osnabrücker HR Group das Unternehmen mit seinen damals noch 230-Reno-Filialen an die cm.sports GmbH sowie deren Kooperationspartner GA Europe veräußert. Auch der Online-Shop war Teil des Deals. Dieser ist heute jedoch nicht zu erreichen.
Betroffen sich von der Insolvenz insgesamt rund 1500 Mitarbeiter in den Filialen und im Außendienst. Sie hatte der neue Eigentümer im vergangenen Jahr mit übernommen, wie die HR Group damals mitteilte. Für das Unternehmen, das weiterhin in Osnabrück beheimatet ist, war das ein großer Schnitt. Die Beschäftigten bei Reno machten rund die Hälfte der Mitarbeiter aus. Über den Kaufpreis der Retail-Sparte hatten alle Beteiligten Stillschweigen vereinbart.
Die Einzelhandelsstandorte, so die damals kommunizierte Strategie, sollten unter dem Reno-Markennamen in der gesamten DACH-Region weitergeführt werden. So auch anders als der Flagshipstore in der Osnabrücker Innenstadt die Filiale an der Hannoverschen Straße sowie das Outlet an der Straße Am Tie.
Beides sollte erhalten bleiben. Das passe zur Neuaufstellung der Filialstruktur, teilte eine für cm.sports tätige PR-Agentur Anfang des Jahres mit. Damals hieß es: „Schwerpunkt der künftigen Standorte sind insbesondere Fachmarktlagen und Gewerbegebiete. Diese bieten uns ein ausgewogenes Verhältnis von großzügiger Fläche und passenden Mietkonditionen.“