Hamburg Diese 7 beliebten Haustiere leiden besonders unter ihrem niedlichen Aussehen
Möglichst drollig, süß und klein: Während sich Tierbesitzer an der Niedlichkeit ihrer Haustiere erfreuen, leidet eine Vielzahl von Hunden und Katzen an der Überzüchtung bestimmter Merkmale. Diese sieben bekannten Haustierrassen sind besonders stark betroffen.
Wenn Modetrends für Haustiere zur gesundheitlichen Plage werden, sprechen Tierrechtler des Deutschen Tierschutzbunds und von der Bundestierärztekammer von Qualzucht. Vermeintlich süße Merkmale werden bei bestimmten Rassen von Haustieren durch Züchter bis ins Extreme weitergebildet. Der Wettbewerb um das niedlichste Haustier führt häufig zu deformierten Körpern und gesundheitlichen Einschränkungen – zu Tierquälerei.
Betroffen sind auch einige der beliebtesten Hunderassen Deutschlands.
„Wer schön sein will muss leiden“: Diesem Sprichwort ist der Deutsche Schäferhund in den vergangenen Jahrzehnten zum Opfer gefallen. Ein stark abfallender Rücken des Hundes gilt unter Tierzüchtern als erwünscht – für viele Schäferhunde sorgt die deformierte Wirbelsäule für regelmäßige Besuche beim Tierarzt.
Im Alter können die absichtlich fehlgebildeten Hüftgelenke des Schäferhunds zu weiteren schmerzhaften Schäden an den Gelenken, Bändern und Sehnen führen.
Wie „drollig“ der Dackel mit seinen kurzen Beinen doch durch die Gegend tapst, mag sich der ein oder andere Tierbesitzer beim Anblick des Vierbeiners denken. Tatsächlich können die kurzen Extremitäten für Dackel zum Problem werden. Er wird genetisch bedingt von gestörter Knorpel- und Knochenentwicklung geplagt.
Da Dackeln über die Jahre zunehmend kürzere Beine und längere Rücken angezüchtet wurden, sind die Hunde nun sehr anfällig für Bandscheibenvorfälle. Im schlimmsten Fall kann die Qualzucht sogar zu Bewegungsschmerz und Lähmung führen.
Dem lateinamerikanischen Chihuahua wurde eine Reihe körperlicher Beschwerden angezüchtet. So ist bei den kleinen Hunden die Schädeldecke häufig offen, wodurch die Gefahr einer Gehirn-Verletzung extrem groß ist.
Zudem leiden Chihuahuas häufig unter Knieschmerzen, Hüfterkrankungen und Herzklappenfehlern. Tierschützer empfehlen darum regelmäßige Tierarztbesuche.
Unter dem Sammelbegriff „Teacup-Hunde“ werden speziell klein gezüchtete Zwerghunderassen wie Toy-Pudel, Zwergpinscher oder Yorkshire Terrier zusammengefasst. Besonders bedenklich am Zuchtverfahren ist, dass absichtlich die kleinsten Tiere der Rasse miteinander gepaart werden, die zugleich auch zu den körperlich schwächsten gehören. Somit ist das Risiko für Teacup-Hunde besonders groß, von etwaigen Erkrankungen geplagt zu werden.
Vom Wasserkopf bis hin zu Hornhautverletzungen sowie Atemnot, Leberschäden, Bandscheibenbeschwerden oder Herz-Kreislaufprobleme: Die kleinen „Teetassen“-Hunde leiden oft ihr Leben lang.
Nicht bloß bei Hunden, auch bei anderen Tierrassen setzen viele Züchter weiterhin auf das Prinzip: je extremer, desto besser. Aus diesem Grund werden zum Beispiel Widderkaninchen immer längere Schlappohren angezüchtet. Nicht nur können Artgenossen auf die Ohren der Nagetiere treten und somit Verletzungen verursachen – die übernatürliche Ohrlänge kann auch Entzündungen fördern.
Zudem geben Tiere über ihre Extremitäten häufig Wärme ab und regulieren so ihre Körpertemperatur. Auch dies wird dem Widderkaninchen zum Verhängnis: Die falschen Proportionen der Ohren führen dazu, dass im Sommer zu viel Wärme gestaut wird, während im Winter zu viel Wärme abgegeben wird.
Platte Schnauze, herausquellende Augen, tapsiges Auftreten: Mops, Englische oder Französische Bulldogge sind Opfer ihres eigenen Körperkults geworden. Wie der Tierschutzbund berichtet, leidet die Hälfte aller kurzschnauzigen Hunde an Atemnot. Das „lustige Röcheln“ oder „drollige „Schnarchen“ ist ein Hinweis auf dramatische körperliche Einschränkungen der Vierbeiner.
Durch die dicken Hautfalten, die sich im Bereich der Schnauze überlappen, erkranken die Tiere zudem häufig an Hautinfektionen. Außerdem sind sie anfällig für Augen- und Ohrenprobleme.
Das spezielle Aussehen von Nacktkatzen, wie die Sphinx-Katze oder Rexkatze geht mit körperlichen Defiziten einher. Indem den Katzen das Fell weggezüchtet wurde, nahm man ihnen den körpereigenen Schutz vor Kälte und Sonneneinstrahlung. Nacktkatzen strahlen somit dauerhaft zu viel Wärme ab, sie frieren und haben einen enormen Kalorienbedarf. Außerdem sind sie anfällig für Sonnenbrand.