Spundwände am Großen Meer Sanierung verzögert sich weiter
Die Saison am Großen Meer läuft langsam an – dabei sind die dortigen Spundwände immer noch in einem schlechten Zustand. Warum sich der Baustart jedoch weiter hinausschiebt.
Südbrookmerland - Ursprünglich war gedacht gewesen, dass die maroden Spundwände am Großen Meer noch vor dem Saisonstart im März in diesem Jahr erneuert werden. Daraus wird nun nichts. Der Baustart verzögert sich weiter.
Grund für den erneuten Aufschub sind laut Frank Süßen vom Südbrookmerlander Bauamt die Ausschreibungen. Man befinde sich immer noch dabei, diese zu erstellen. Im Oktober des vergangenen Jahres hatte der Geschäftsführer der Südbrookmerland Touristik GmbH noch die Hoffnung, dass die Arbeiten noch im Jahr 2022 begonnen werden könnten. Schon damals hieß es, dass man sich in der Ausschreibungsphase befinde. Warum dauert die Ausschreibung so lang? Das liege daran, so Süßen, dass sich die Gemeinde selbst um die Ausschreibung kümmere und die personelle Lage im Rathaus unter anderem wegen krankheitsbedingten Ausfällen nicht allzu gut ausgesehen habe. So ließen die Ausschreibungen noch etwas auf sich warten.
An anderer Stelle ging die Ausschreibung schneller
Bei einem anderen Großprojekt der Gemeinde ging die Ausschreibung deutlich schneller. Beim Mehrgenerationenpark in Moordorf machte die Verwaltung ordentlich Druck. Fristen müssen eingehalten werden, damit Fördergeld vom Land fließt. Dass es in diesem Fall schneller ging, liege daran, dass man mit den Ausschreibungen ein Planungsbüro beauftragt habe, sagte Süßen.
Zeitnah nach Ostern sollen die Ausschreibungen fertiggestellt sein. Weder einen Termin für den Baustart noch für die Fertigstellung der Sanierung könne man derzeit benennen, sagte Süßen. Er gehe aber fest davon aus, dass bis zum Beginn der Sommerferien die Arbeiten abgeschlossen werden seien.
Kosten sind noch unklar
Wie viel das Ganze am Ende kosten wird, könne man noch nicht abschätzen, sagte Süßen. Im vergangenen Sommer schätzte Willms, dass 100 Meter Spundwand zwischen 50.000 und 100.000 Euro liegen wird. Jedoch sei der Preis tagesabhängig, so Süßen.
Dass die Spundwände dringend saniert werden müssen, darauf hatte Willms bereits im vergangenen Sommer hingewiesen. Schon damals waren Teile der Spundwände in einem erbärmlichen Zustand. Das fällt vor allem im Bereich des Segelclubs entlang bis zur Hundewiese auf – hier sind die schadhaften Stellen kaum zu übersehen. Die Bretter sind marode und morsch, an manchen Stellen sogar komplett weggebrochen. Das Wasser dringt hinter die Wände und weicht die Erde auf. Sie wird Stück für Stück vom Wasser weggespült. An einigen Stellen bilden sich sogar Pfützen.
Spundwände dienen der Landsicherung
Dass die Spundwände in so einem schlechten Zustand sind, liegt unter anderem am Wetter. Bereits in den vergangenen drei Jahren habe man vor allem im Winter hohe Wasserstände gehabt, sagt Willms. Zum Überlaufen hätten dann vier Wochen Hochwasser im Februar geführt. Das Große Meer dient bei erhöhten Niederschlagsmengen als eine Art Rückhaltebecken für die umliegenden Ortschaften.
Das Wasser gelangte hinter die Spundwände und drückte von innen nach außen. Eigentlich dienen sie der Landsicherung. So wird verhindert, dass die Erde vom Wasser weggeschwemmt wird. Genau das passiert aber derzeit am Großen Meer. Besonders schlimm ist es laut dem Geschäftsführer der Touristik GmbH dort, wo der Wind auf die Spundwände trifft. Dazu zählen unter anderem die Bereiche bei der Paddel- und Pedalstation und beim Segelclub.
Urlauber müssen Bauarbeiten in Kauf nehmen
Nicht nur ästhetisch sind die brüchigen Spundwände am Großen Meer ein Problem. Durch die aufgeweichte Erde und morschen Bretter besteht die Gefahr, dass sich Besucher verletzen könnten.
Wenn alles glatt geht, werden die Bauarbeiten am Großen Meer zeitnah beginnen. Durch die Verzögerung werden die ersten Urlauber wohl oder übel damit klarkommen müssen.