Osnabrück  Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode legt sein Amt nieder

Jean-Charles Fays
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Von Jean-Charles Fays
| 25.03.2023 11:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode tritt von seinem Amt zurück. Foto: dpa/Friso Gentsch
Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode tritt von seinem Amt zurück. Foto: dpa/Friso Gentsch
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Paukenschlag am Samstagmittag! Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode tritt mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück. Das hat das Bistum Osnabrück am Samstag um 12 Uhr schriftlich mitgeteilt. Bei der Aufarbeitung sexueller Missbrauchsfälle im Bistum Osnabrück war Bode massiv unter Druck geraten.

„Mit Wirkung vom 25. März 2023 hat Papst Franziskus der Bitte des 72-Jährigen entsprochen, sein Amt als Bischof von Osnabrück niederlegen zu dürfen“, heißt es in der Mitteilung des Bistums. „Der Entschluss zu diesem Rücktritt ist in den letzten Monaten in mir gereift“, wird Bode zitiert.

Der im vergangenen September veröffentlichte Zwischenbericht zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bistum Osnabrück habe ihm „noch einmal deutlich seine eigenen Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen vor Augen geführt“. Er bekenne sich ausdrücklich zu seiner Verantwortung als Bischof wie zu seinen persönlichen Fehlern. Bode bittet in seiner Stellungnahme alle Betroffenen erneut um Verzeihung.

Hier lesen Sie die Rücktrittserklärung von Bischof Franz-Josef Bode im Wortlaut >>

Der Betroffenenrat der norddeutschen Bistümer hatte dem Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode vorgeworfen, im Umgang mit Missbrauchsfällen gegen das Kirchenrecht verstoßen zu haben. Der Kernvorwurf lautete: Bodes Haltung sei nach wie vor mehr täter- als opferorientiert. Die kirchenrechtliche Anzeige war im Dezember 2022 über die vatikanische Botschaft in Berlin nach Rom weitergeleitet worden. Zuletzt hatte der Osnabrücker Bischof einen Rücktritt noch abgelehnt, was beim Betroffenenrat auf Unverständnis gestoßen war.

Der 72-Jährige wünscht sich vor dem Hintergrund des erlittenen Vertrauensverlusts, dass sein Rücktritt „für die Menschen im Bistum auch befreiend wirken könne“. Den Zeitpunkt des Rücktritts bezeichnete Bode auch deshalb als „geeignet“, weil die als Reaktion auf die Studie zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt angekündigten Maßnahmen zur Verbesserung des Umgangs mit Missbrauch durch Geistliche inzwischen auf den Weg gebracht seien. Er kündigte an: „Die Aufarbeitung geht weiter.“

Weiterlesen: Wie es nach dem Rücktritt von Bischof Bode im Bistum Osnabrück weiter geht

Bode verwies darauf, dass mit dem vorläufigen Abschluss des sogenannten „Synodalen Weges“ der katholischen Kirche in Deutschland ein wichtiges Zwischenziel erreicht sei. Die „weiter notwendige Verstetigung des synodalen Prinzips in der Kirche werde allerdings noch viel Kraft verlangen“. Er selbst könne diese nicht mehr aufbringen. Seine zunehmend angeschlagene Gesundheit gestatte ihm nicht mehr, seine Leitungsaufgaben in Osnabrück und in der Kirche in Deutschland noch weitere drei Jahre bis zur Vollendung seines 75. Lebensjahres „in der für das Amt erforderlichen Weise wahrzunehmen“.

Der Begriff „Synodaler Weg“ bezeichnet das Reformprojekt der katholischen Kirche, das durch die deutschen Bischöfe im Frühjahr 2019 selbst angestoßen wurde. Die Antwort der Kirche, die zum Ziel hatte, Missbrauch und Vertuschung zu verhindern, blieb aber hinter den Erwartungen vieler Gläubigen zurück.

Der gebürtige Paderborner bedankte sich bei „allen Menschen, die mich auf meinem langen Weg als Bischof begleitet haben“. Er bat alle Gläubigen, sich den kommenden Schritten des Bistums zu stellen und auch seinem Nachfolger, der in den kommenden Monaten erst noch gewählt werden muss, das gleiche Vertrauen entgegenzubringen.

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