Berlin Machen Sie sofort einen Witz über den Namen dieser Frau!
Die Koalition diskutiert über ein neues Doppelnamen-Gesetz und das sogenannte „Meshing“, das Verschmelzen von Namen also. Und sofort lacht das ganze Land über Namen! Was ist aus der alten Regel „Never joke with names“ geworden?
Die Ampel plant ein neues Namensrecht. Es soll Ehepartnern einen gemeinsamen Doppelnamen erlauben. Bislang hieß immer nur einer Müller-Lüdenscheidt und der andere weiter bloß Müller. Gegen so eine Reform kann keiner was haben, ausgenommen die Klingel-Industrie, die jetzt nicht mehr zwei Türschilder pro Familie verkaufen kann.
Aufregung entstand erst, als der grüne Parlamentarier Helge Limburg auch noch das sogenannte „Meshing“ ins Spiel brachte. Darunter versteht man die Verschmelzung von Namen. In Großbritannien ist das angeblich möglich. Wenn Mrs James Mr Harrison heiratet, dürfen hinterher beide Jamison heißen.
Auf diese interessante Idee hin haben alle sofort wild rumgesponnen. Der Hamburger CDU-Polemiker Ploß zum Beispiel glaubt jetzt, dass die Grünen sich weniger um Krieg und Klimawandel kümmern als um die Verschmelzung von Schneiders und Müllers zu „Schmüllers“. Die „Bild“-Zeitung verehelichte ebenfalls einen Herrn Müller, wenn auch viel origineller mit Frau Knuth. Das Ergebnis sind die Knüllers. Für die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann schlug das Blatt dann eher kraftlos Stramann vor.
Daran ist natürlich alles ganz falsch. Erstens kann eine Zeitung sich nicht über das Meshing mokieren, wenn sie Brad Pitt und Angelina Jolie im Internet exakt 713 Mal zu Brangelina verschmilzt. Zweitens macht ein klar denkender Mensch aus Zimmermann und Strack Frau Zack. Das hat Schneid, passt in jede Überschrift und auch auf die Uniform, falls sie doch noch Verteidigungsministerin wird. Drittens gibt es für Nonsens aus dem Mund eines Helge Limburg nur einen vom Deutschen Sprachrat erlaubten Kalauer. Nämlich dass der Mann – hehe – Limburger Käse erzählt.
Solche Witze traut sich heute allerdings keiner mehr, weil parteiübergreifend der Irrglaube gilt: Never joke with names. Ich habe das immer für falsch gehalten. Keine Witze sind auch keine Lösung. Meine Großmutter beispielsweise, Jahrgang 1916, hat eine Bekannte über Jahre konsequent als Frau Flick angesprochen. Mit L. In Wahrheit hieß sie aber Frau Fick. Man sah, dass Omas gehemmte Korrektur der alten Dame unangenehmer war als alle Witze ihres langen Lebens.