Osnabrück  Wie viele Beamtenstellen fallen weg? So geht es weiter an den Schulen im Bistum Osnabrück

Stefanie Witte
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Von Stefanie Witte
| 24.03.2023 06:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Was können insbesondere junge und angestellte Lehrer an den Schulen der Schulstiftung im Bistum Osnabrück erwarten? Foto: Jörn Martens
Was können insbesondere junge und angestellte Lehrer an den Schulen der Schulstiftung im Bistum Osnabrück erwarten? Foto: Jörn Martens
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In den vergangenen Monaten rumorte es heftig an den Schulen im Bistum Osnabrück. Die Kirche hatte angekündigt, Pensionsrückstellungen für verbeamtete Lehrer einsparen zu wollen. Nun könnte alles nicht so schlimm werden, wie mancher befürchtete.

Im vergangenen Jahr hatte die Schulstiftung im Bistum Osnabrück angekündigt, dass künftig weniger Lehrer verbeamtet werden sollen. Lehrer und Eltern hatten in der Folge befürchtet, dass die Schulen, die unter dem Dach einer Stiftung geführt werden, immer unattraktiver würden. Junge Lehrkräfte könnten staatliche Schulen inklusive regulärer Verbeamtung vorziehen.

Vonseiten der Schulstiftung hieß es dazu, man arbeite an einem Konzept, das diejenigen, die nun nicht verbeamtet würden, zumindest etwas besserstelle. Höherstufungen, zusätzliche Altersvorsorge und Gespräche über Krankenversicherungen wurden angekündigt.

So dramatisch wie es sich zu Beginn der Debatte im vergangenen Jahr abzeichnete, wird es nun womöglich gar nicht. Zumindest vorerst. Thomas Weßler, Vorstand der Schulstiftung im Bistum Osnabrück, erklärte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass in den vergangenen zwei Jahren 18 Beamtenstellen weggefallen seien. Dafür seien angestellte Lehrer eingesetzt worden.

Zum Vergleich: Ende 2022 waren laut Schulstiftung 608 Stiftungsbeamte als Lehrer im Einsatz. Dazu kommen 207 beurlaubte Landesbeamte, die vom Staat verbeamtet wurden, aber an den kirchlichen Schulen eingesetzt werden. Wenn man nur die Kirchenbeamten einzieht, wären das bei 18 weggefallenen Beamtenstellen keine drei Prozent. Insgesamt arbeiten rund 1200 Lehrer an den Schulen der Schulstiftung.

Ist Abbauprozess damit abgeschlossen? Weßler erklärte, derzeit gebe es keine weiteren Aufforderungen, Stellen abzubauen. Wie sich das Kontingent der Stiftungsbeamten grundsätzlich innerhalb der nächsten Jahre entwickele, könne er jedoch nicht mit letzter Sicherheit sagen. Das sei insbesondere abhängig von der Entwicklung der Kirchensteuer.

Gleichzeitig bestätigte Weßler Informationen unserer Redaktion, wonach einige angestellte Lehrer, die am Anfang ihrer Karriere stehen, mit dem Februargehalt mehr Geld durch Höherstufungen bekommen hätten. Insgesamt seien in den vergangenen zwei Jahren 39 angestellte Lehrkräfte innerhalb der tariflichen Bezahlung höhergestuft worden.

An Konstruktionen zum Ausgleich der privaten Krankenversicherung und der Pensionen arbeite man derweil noch. „Derzeit sieht es nicht so aus, dass das bis zum Sommer etwas wird“, sagte Weßler. Entsprechende Regelungen müssen mit einem kirchlichen Gremium, in dem Arbeitnehmer und -geber sitzen, vereinbart werden, der sogenannten Koda. Dort sei bislang noch kein Beschluss gefasst worden, so Weßler.

Und inwieweit macht sich ein etwaiger Unmut unter den angestellten Lehrern bei der Stiftung bemerkbar? Laut Weßler bewegen sich Kündigungs- und Versetzungswünsche innerhalb der normalen Schwankungsbreite. So gebe es immer Menschen, die wohnortnäher arbeiten wollten oder bei denen sich Wünsche aus familiären Gründen veränderten. „Da ist nichts, was mir Sorgen bereitet“, sagte der Stiftungsvorstand.

Bleibt noch die Befürchtung mancher Eltern und Lehrer, dass die fehlenden Verbeamtungen ein Vorbote seien, dass Schulen künftig „kaputtgespart” werden sollten, wie es mancher formuliert. Ein Beispiel: Am Franziskusgymnasium in Lingen wäre eigentlich ein neues Oberstufengebäude fällig. Weßler verweist jedoch darauf, dass dort gerade zunächst für zwei Millionen Euro Heizung, Elektrik und Versorgungsleitungen erneuert würden. Diese Sanierung habe Priorität. Dabei gehe es um die Substanz. Danach gehe es weiter mit den Planungen für die Unterbringung der Oberstufe. Nach Ostern gebe es dazu weitere Gespräche.

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