Norder Gedenkstätte Noch eine halbe Million Euro für Tidofeld
Norder Gedenkstätte bekommt Zuschuss vom Landkreis Aurich und der Stadt Norden – trotz vereinzelter Bedenken. Trotzdem fehlt noch eine wichtige Zusage.
Norden - Die Gedenkstätte Gnadenkirche Tidofeld in Norden kann für ihren geplanten Erweiterungsbau weitere 500.000 Euro an Zuschüssen auf die Liste schreiben. Sowohl der Schulausschuss des Landkreises Aurich als auch der Norder Stadtrat stimmten am Dienstag für einen Zuschuss in Höhe von jeweils 250.000 Euro. Der Bund hat bereits 1,5 Millionen Euro zugesagt. Jetzt steht noch die Zusage des Landes Niedersachsen aus. Überraschenderweise gab es in der Kreis-CDU trotzdem Bedenken.
„Da ist ein Erweiterungsbau für insgesamt drei Millionen Euro geplant und die Finanzierung steht noch nicht“, sagte Kreistagsfraktionschef Sven Behrens (Berumbur) im Gespräch mit unserer Zeitung. Zwar stehe er grundsätzlich hinter dem Projekt, der Kreis habe aber kein Geld für eine solche freiwillige Aufgabe. Dafür seien die Besucherzahlen in der Gedenkstätte zu niedrig. Seine Fraktion sehe die Prioritäten anders. Trotzdem stimmte die große Mehrheit im Schul- und Kulturausschuss für den Zuschuss in Höhe von 250.000 Euro.
Norder Stadtrat stimmt ebenfalls für Zuschuss
Wie berichtet, will die Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld in Norden ihr Haus erweitern – baulich und inhaltlich. Der Bund hat für das Projekt bereits 1,5 Millionen Euro zugesagt. Weitere 950.000 Euro sollen vom Land Niedersachsen zur Verfügung gestellt werden. Die endgültige Zusage vom Land steht aber noch aus. Zum einen soll mit einem zusätzlichen Themenschwerpunkt der „Boat-People“ aus Vietnam ein Beispiel aus der deutschen Migrationsgeschichte präsentiert werden, erklärte der Vorsitzende des Vereins Helmut Kirschstein. Zum anderen soll die Lücke zu einem Migrationsmuseum geschlossen werden, indem die bundesdeutsche Migrationsgeschichte schlaglichtartig dargestellt wird. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf rund drei Millionen Euro. Die Auszahlung der Summe ist für das Jahr 2024 geplant.
Auch im Norder Stadtrat stand der Zuschuss für die Gedenkstätte am Dienstag auf der Tagesordnung. Auch hier gab es eine Stimme der CDU, die sich gegen den Zuschuss aussprach. Sven-Maik Rogall hielt nichts davon, die 250.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Dafür habe die Stadt schlichtweg kein Geld, sagte er zur Begründung. Eine Einzelmeinung, wie sich schnell zeigte.
Ich glaube, dass es richtig ist, dass wir das Geld geben. Wie wirkt das denn nach Hannover und Berlin, wenn sich die örtliche Kommune aus der Verantwortung stiehlt und sagt, das Geld geben wir nicht?“, sagte Bürgermeister Florian Eiben. Aus seiner Sicht wäre es ein völlig falsches Signal. Denn das Thema der Boatpeople sei ein Teil der Norder Geschichte. Es werde etwas Einmaliges geschaffen mit einer bundesweiten Strahlkraft, so Eiben.