Verkaufsoffene Sonntage Caro gehört nun doch zur Innenstadt
Zwei verkaufsoffene Sonntage soll es in Aurich in diesem Jahr geben. Mehr Geschäfte sollen teilnehmen dürfen – aber die Gewerkschaft droht dennoch mit Klage.
Aurich - Zwei verkaufsoffene Sonntage soll es nach den Plänen des Kaufmännischen Vereins (KV) in diesem Jahr in Aurich geben. Wie in den vergangenen Jahren sind der Geranienmarkt und der Heidemarkt fest eingeplant. Für Streit mit der Gewerkschaft Verdi sorgte regelmäßig der Wunsch, auch den Carolinenhof sowie die Gewerbegebiete mit einzubeziehen. Zumindest der Carolinenhof darf nun mitmachen. Das sagte Udo Hippen, Vorsitzender des KV, in einem gemeinsamen Pressegespräch mit dem Verkehrsverein, dem Stadtmarketing und dem Verein Auricher Altstadtgastronomie.
Das allerdings ist an Bedingungen geknüpft, wie Gewerkschaftssekretär André Belger auf ON-Anfrage sagt. Es handele sich mitnichten um eine Meinungsänderung bei Verdi. „Wir sind immer noch gegen Sonntagsarbeit.“ Aber man würde sich dem Wunsch nicht entgegenstellen, wenn die verkaufsoffenen Sonntage in Aurich den gesetzlichen Anforderungen entsprächen. „Wir wollen auch nicht immer die Querulanten sein.“
Eine Großveranstaltung pro Monat
Die Anforderung sei aber vor allem, dass der Anlass im Vordergrund des Tages stehen müsse, und nicht die Absicht, Waren zu verkaufen. Heißt: Bei den beiden Pflanzenmärkten müsse die Tradition des Pflanzenhandels auch im Carolinenhof bespielt werden. „Nur zwei Töpfe Geranien hinzustellen reicht nicht“, sagt André Belger. Die Gewerkschaft werde prüfen, ob die gesetzlichen Anforderungen auch eingehalten werden. Sollte das nicht der Fall sein, werde man vor Gericht ziehen, so Belger. Auch im Nachhinein werde man dann in einem Hauptverfahren „ein für alle Mal“ klären lassen, ob der Carolinenhof bei verkaufsoffenen Sonntagen eingebunden werden dürfe oder nicht.
Ob es bei den beiden verkaufsoffenen Sonntagen bleibt, ist noch offen. „Das Jahr ist ja noch lang“, sagt Udo Hippen. Bis zu vier verkaufsoffene Sonntage dürfen in einer Kommune jährlich durchgeführt werden.
Kinderfest soll es wieder geben
Stadtmarketing, Verkehrsverein, KV und Altstadtgastronomie gaben bei dem Pressegespräch einen Überblick über die geplanten großen Veranstaltungen in der Auricher Innenstadt in diesem Jahr. Pro Monat gebe es mindestens eine Großveranstaltung, betonte Udo Hippen. Hinzu kämen viele weitere Angebote. Darunter, so Johann Stromann (Stadtmarketing), die Livemusik in der Markthalle an jedem Donnerstagabend. „Solange die Umbauarbeiten für das Extrablatt noch nicht begonnen haben.“
Nicht im Veranstaltungskalender enthalten ist das Kinderfest, das über viele Jahre donnerstags nach den Sommerferien auf dem Plan stand. Wegen der Coronapandemie musste es zuletzt ausfallen und war 2021 durch einen Familientag an einem Sonntag ersetzt worden. Im vorigen Jahr gab es einen solchen Tag nicht. Schon zuvor mussten die jüngsten Besucher auch beim Stadtfest auf eigene Angebote verzichten, wofür es viel Kritik gab. In diesem Jahr soll es aber auf jeden Fall „eine Form des Kinderfestes“ in der Innenstadt geben. Das hängt laut Udo Hippen auch davon ab, wie die Bautätigkeiten in der Fußgängerzone voranschreiten.
Stadtfest wird ohne Kürzungen geplant
Ein neues Angebot wird es im September am Auricher Hafen geben, genauer gesagt auf dem Vorplatz der „Hafenkiste“. Das sagt Arno Fecht für die Altstadtgastronomie. „Wir planen dort eine hochwertige Veranstaltung mit Pagoden anstatt Bierwagen.“ Musik soll es dort geben am 15. und 16. September. Was sonst noch passieren wird, stehe noch nicht fest. Denn es müsse noch geklärt werden, was erlaubt sei angesichts der nahen Wasserkante in dem Bereich. Grundsätzlich habe die Stadt aber grünes Licht gegeben für das Vorhaben.
Geplant wird laut Johann Stromann derzeit auch das Auricher Stadtfest, das am 18. und 19. August stattfinden wird. Geplant wird ohne Kürzungen, die während der Haushaltsberatungen in der Politik angeregt worden waren. Außer Gefahr ist das Fest damit noch nicht: Im Rahmen des freiwilligen Haushaltssicherungskonzeptes, das in den kommenden Monaten erarbeitet werden soll, könnte es theoretisch immer noch zu einer weiteren Deckelung des Stadtfest-Defizits kommen. Arno Fecht, der auch für die FDP im Auricher Rat sitzt, verwies aber darauf, dass beim Stadtfest ja in den vergangenen Jahren bereits gespart worden sei. „Das Fest ist trotz Inflation günstiger geworden.“ Und Sandra Pfeiffer-Fecht (Stadtmarketing) ergänzt, dass bei einem zu kleinen Fest auch die Gefahr bestehe, dass Schausteller und Gastronomen abspringen würden. Dann hätte man am Ende womöglich dasselbe Defizit, aber kein richtiges Stadtfest mehr.
Geplante Veranstaltungen in der Auricher Innenstadt
25. März Earth Hour
14. - 18. April Ostermarkt Aurich
29. April Vorbereitung Maibaum / Kranzbinden und Außenbühne auf dem Marktplatz im Rahmen von „Aurich rockt in den Mai“ (Kneipennacht)
30. April Tanz in den Mai
2. Mai Zieleinlauf/ Aurich - Etappe Ossiloop
7. Mai Verkaufsoffener Sonntag / Geranienmarkt
20. Mai Christopher Street Day
3. Juni 2. Auricher Stadtnacht
16. Juni Citylauf
1. Juli Sound Circus (Großes Sett)
2. Juli Family Circus (Großes Sett/Kinderprogramm)
13.-15. Juli 17. Wein- und Gourmetfest Aurich
18. - 19. August 46. Auricher Stadtfest
9. - 10. September Ostfriesischer Freiheitsmarsch
19. September Erntefest Aurich
1. Oktober Verkaufsoffener Sonntag / Heidemarkt
27.Oktober - 5. November Herbstmarkt Aurich
27. November - 30. Dezember Auricher Weihnachtszauber