Berlin  Deutschland-Ticket, Atomkraft, Corona: Die wichtigsten Änderungen im April 2023

Christopher Chirvi
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Von Christopher Chirvi
| 21.03.2023 19:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Erhältlich ist das personengebundene 49-EuroTicket bei den meisten Verkehrsbetrieben im monatlichen Abo als Chipkarte oder Handyticket. Foto: IMAGO / Sven Simon
Erhältlich ist das personengebundene 49-EuroTicket bei den meisten Verkehrsbetrieben im monatlichen Abo als Chipkarte oder Handyticket. Foto: IMAGO / Sven Simon
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Verbraucher können sich im April auf mehrere Änderungen einstellen: Der Vorverkauf für das Deutschland-Ticket startet, Corona-Maßnahmen laufen aus und Atomkraftwerke gehen vom Netz. Ein Überblick:

Genutzt werden kann es zwar erst ab Mai, der Vorverkauf startet aber bereits einen Monat früher: Ab dem 3. April ist das 49-Euro-Ticket erhältlich, das an das beliebte 9-Euro-Ticket aus dem Sommer 2022 anknüpfen soll.

Es soll bundesweit im Nahverkehr gelten, also im Bahn-Regionalverkehr, in Bussen, Straßenbahnen, U- und S-Bahnen. Nicht enthalten sind Fernbusse und Fernzüge wie ICE, EC und IC der Deutschen Bahn oder anderer Anbieter.

Erhältlich ist das personengebundene Ticket bei den meisten Verkehrsbetrieben im monatlichen Abo als Chipkarte oder Handyticket. Wird es nicht gekündigt, verlängert es sich automatisch um einen weiteren Monat.

In den vergangenen Monaten wurden die Corona-Regeln bereits schrittweise gelockert, im April laufen sie komplett aus – soweit die Bundesregierung nicht noch eine Verlängerung beschließt. Dann gilt ab dem 7. April nicht mehr die bundesweite Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske in Kliniken, Pflegeheimen und Arztpraxen. Auch die Möglichkeit, dass die Bundesländer weitergehende Regelungen erlassen dürfen, läuft aus.

Die Bahn sperrt in den Osterferien für zwei Wochen eine der wichtigsten Verbindungen im westlichen Ruhrgebiet. Wegen Bauarbeiten werde vom 31. März (21 Uhr) bis zum 14. April der komplette Zugverkehr zwischen Essen und Duisburg eingestellt.

Auch weiter östlich zwischen Essen, Bochum und Dortmund sowie zwischen Düsseldorf und Duisburg fallen dann viele Züge aus. Betroffen seien laut Bahn wichtige Verbindungen im Fernverkehr sowie 14 Linien im Nahverkehr. Bahnreisende müssen teilweise lange Umleitungen mit dem Zug in Kauf nehmen oder in deutlich langsamere Busse umsteigen.

In der Online-Auskunft der Bahn seien die zahlreichen Änderungen laut Bahn enthalten. Wer dort nach seiner Verbindung sucht und als Reisetag ein Datum in den Osterferien eingibt, sehe, wie er trotz der Bauarbeiten an sein Ziel kommt.

Außerdem müssen sich Reisende auf der vielbefahrenen Bahnstrecke zwischen Berlin und Hannover auf Behinderungen einstellen: Ab dem 1. April werden dort die Gleise erneuert, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Bis zum 5. Mai gibt es deshalb zunächst Fahrplanänderungen für den Fernverkehr in Richtung Berlin, danach bis zum 1. Juli in Fahrtrichtung Hannover.

Weitere Informationen zu den Sperrungen im Ruhrgebiet sowie zwischen Berlin und Hannover gibt es auf der Website der Bahn.

Positive Nachrichten gibt es unter anderem für Leih- und Zeitarbeiter: Ab April steigt bei ihnen der gesetzliche Mindestlohn: In der untersten Entgeltgruppe etwa erhöht er sich von 13,32 Euro auf 14,55 Euro, in der obersten Entgeltgruppe von 23,72 Euro auf 25,14 Euro. Zum Vergleich: Seit dem 1. Oktober 2022 gilt in Deutschland grundsätzlich der gesetzliche Mindestlohn von 12 Euro brutto pro Stunde. 

Ebenso gibt es mehr Geld für Maler und Lackierer: Ab April steigt der Stundenlohn von 13,80 Euro auf 14,50 Euro. Helfer im Maler- und Lackiererhandwerk erhalten mindestens 12,50 Euro und auch für Auszubildende steigt die Vergütung.

Und auch im Bauhauptgewerbe sieht der Tarifvertrag eine Lohnerhöhung zum 1. April vor: um 2 Prozent im Westen und 2,7 Prozent im Osten. Zusätzlich wird eine Pauschale für die Fahrt zur Baustelle gezahlt, gestaffelt nach Kilometern.

Drei Atomkraftwerke sollen Mitte April vom Netz gehen: Isar 2, Neckarwestheim 2 und Emsland. Eigentlich sollten diese schon Ende 2022 heruntergefahren werden, doch wegen der Energiekrise liefen sie vorerst noch weiter. Nun soll laut Bundesamt für Sicherheit der nuklearen Entsorgung aber endgültig Schluss sein.

Der Softwareentwickler Microsoft hebt im April die Preise seiner Cloud-Produkte an. Da das Unternehmen seine Preise weltweit angleicht, steigen die Preise der Online-Dienste in Deutschland um 11 Prozent. Betroffen sind unter anderem Microsoft 365, Office 365 und Dynamics 365. Wer bereits einen Vertrag hat, muss allerdings nicht sofort mehr zahlen, die höheren Preise gelten erst bei Vertragsverlängerung.

Drei Jahre lang ist die Leipziger Buchmesse coronabedingt ausgefallen - in diesem Jahr findet sie wieder statt. Vom 27. bis 30. April sollen Leser, Autoren und Verlage miteinander ins Gespräch kommen. Gastland ist dieses Mal Österreich.

Urlauber, die mit dem Auto in Österreich unterwegs sind, müssen sich möglicherweise auf größere Umwege einstellen: Der Arlbergtunnel, Österreichs längster Straßentunnel, wird ab dem 24. April wegen einer Sanierung für rund sechs Monate gesperrt. Für das Sommerhalbjahr wird empfohlen, mehr Zeit einzuplanen und - sofern möglich - eine der großräumigen Ausweichrouten zu fahren.

„Tatort“-Fans dürfen auf eine neue Kommissarin gespannt sein: Im Berliner „Tatort“ übernimmt Corinna Harfouch - sie ermittelt künftig als Nachfolgerin von Meret Becker gemeinsam mit Mark Waschke. Die ersten beiden Folgen sollen an Ostern laufen (9. und 10. April).

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