Grundschleppnetzverbots-Pläne  LHV spricht von verheerenden Folgen für Krabbenfischer

Volker Altrock
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Von Volker Altrock
| 20.03.2023 17:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Krabbenkutter liegen im Dezember 2021 an einer Kaimauer im historischen Hafen von Greetsiel. Foto: DPA
Krabbenkutter liegen im Dezember 2021 an einer Kaimauer im historischen Hafen von Greetsiel. Foto: DPA
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Scharfe Kritik am geplanten Grundschleppnetzverbot hat der Landwirtschaftliche Hauptverein für Ostfriesland geübt. Die Pläne würden wenig Verständnis für die Lage vor Ort zeigen.

Aurich - Tief besorgt ist der Präsident des Landwirtschaftlichen Hauptvereins (LHV) für Ostfriesland Manfred Tannen über das drohende Grundschleppnetzverbot in Meeresschutzgebieten. Tannen spricht von verheerenden Folgen für die ostfriesischen Krabbenfischer. „Für mich zeigen sich deutliche Parallelen zur Diskussion um Pflanzenschutzmittel- und anderer Verbote für die Landwirtschaft, die aus der politischen Blase Brüssels gefordert werden“, so Tannen in einer Mitteilung.

Grundschleppnetze können den Meeresboden schädigen. Ihr geplantes Verbot in Meeresschutzgebieten hatte unter Krabbenfischern in Ostfriesland für einen Aufschrei gesorgt. Sie fürchten um ihre Existenz. Werden die Brüsseler Pläne umgesetzt, bleiben ihnen kaum Fanggründe. Die Fischer fürchten das Aus vieler Betriebe an der Küste. Mehrere Politiker hatten die Pläne bereits scharf verurteilt.

LHV beklagt fehlendes Verständnis

Für den LHV-Präsidenten ist die hiesige Fischerei ein schützenswertes Kulturgut, das in familiengeführter Tradition seit Jahrhunderten mit Mühe aufrechterhalten wird. Tannen habe nach eigener Aussage das Gefühl, dass es in Brüssel dafür und für die bisherigen Bemühungen zu mehr Nachhaltigkeit wenig Wertschätzung gibt. Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen, wie Bruttowertschöpfung für die Region und Verzahnung mit der hiesigen Tourismuswirtschaft finden bislang keine ausreichende Berücksichtigung. Durch diese Vorgehensweise der Maximalforderungen durch Politik wird eine Abwehrhaltung der praktischen Akteure vor Ort gegen jegliche Veränderung und vor allem eine Frustration beim Berufsnachwuchs ausgelöst, ist Tannen überzeugt.

Lösungs- und zukunftsorientiert sei das sicher nicht, so Tannen weiter. Gemeinschaftlich erarbeitete Lösungsansätze würden damit in weite Ferne gerückt, Ohnmacht macht sich breit. Dadurch werden Chancen an vielen Stellen vertan, Praktiker aus der Fläche motiviert in die Diskussion um den Brüsseler „Green Deal“ und die „Maßnahmen zur Wiederherstellung der Natur“ einzubeziehen und damit breiter akzeptierte Lösungen zu finden. „Jetzt sind unsere hiesigen politischen Vertreter auf allen Ebenen gefragt, diese Sorgen und Nöte in Brüssel zu spiegeln. Zwingend dazu gehören soziale, wirtschaftliche und kulturhistorische Folgenabschätzungen“, macht Tannen deutlich.

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