Wallenhorst TSV Wallenhorst feiert Derbysieg gegen Sportfreunde Lechtingen
Ein Treffer reicht: Der TSV Wallenhorst hat das Derby gegen den SF Lechtingen in der Bezirksliga gewonnen.
Für einen Tabellenführer ist jedes Spiel schwer, ein Gemeindederby besonders unangenehm. Diese Erfahrung mussten die Sportfreunde Lechtingen beim TSV Wallenhorst sammeln. In der Jugend bilden beide Vereine obendrein eine Spielgemeinschaft – jeder kennt jeden. Am Ende gewann der TSV ein rassiges Prestigeduell mit 1:0 (0:0) und kann sich im oberen Tabellendrittel der Bezirksliga etablieren. Bei den Lechtingern, die die Spitzenposition trotz der Niederlage verteidigten, sind die Sinne vor dem Topduell in Gesmold nächsten Sonntag zusätzlich geschärft.
SFL-Trainer Tobias Langemeyer war die Enttäuschung nach der erst zweiten Saisonniederlage im Gesicht abzulesen. „Wallenhorst hat das mit seinen Möglichkeiten sehr gut gemacht. Ich finde aber, dass wir auch ein sehr ordentliches Spiel gemacht haben. Wir waren spielbestimmend und hatten viele Hundertprozentige, die wir nicht gemacht haben.“
Die entscheidende Szene der Partie ereignete sich in der 49. Minute. SFL-Innenverteidiger Till Niemann unterlief im Spielaufbau ein Fehlpass. Wallenhorsts Rechtsaußen Jonas Albers nahm sich die Kugel, lief noch zehn Meter und jagte den Ball aus 20 Metern zum 1:0 links oben in den Winkel. TSV-Kapitän Vincent Brüwer hatte nach der Partie für seinen jungen Sturmkollegen ein Kompliment parat. „Bei Jonas kommt es darauf an, mit welchem Fuß er aufsteht. Manchmal geht so ein Abschluss auf die Tennisanlage, heute geht er rein. Das hat er sich auch verdient.“ Die Gastgeber hatten trotz des Fehlens einiger Alternativen eine gute Startelf aufgeboten und setzten über ihre Talente Albers und Luca Fähmel auf ein Umschaltspiel über die Flügel. In der Abwehrzentrale spielte Winterzugang Tom Wagner einen kompromisslosen Innenverteidiger. Lechtingen konnte man eine Weiterentwicklung ansehen, aus einer guten 4-3-3 Grundordnung lief die ein oder andere einstudierte Kombination. Allerdings fehlte nach wie vor im Angriff die absolute Durchschlagskraft. Auch bei Standards konnte SFL diesmal nichts Zählbares rausholen.
Bis zur Pause hielten sich die Chancen die Waage. Die Gäste hätten bei einem Kopfball von Oliver Hörnschemeyer (16.) und durch Daniel Plümer in Führung gehen können, der eine Hereingabe haarscharf verpasste (28.). Wallenhorst schnupperte bei einem verunglückten SFL-Rückpass auf holprigem „Frühjahrsrasen“ (20.) sowie bei einer Doppelchance von Albers (27.) am 1:0.
Nach dem Rückstand nach der Pause baute der nun aus der Reserve gelockte Spitzenreiter 20 Minuten lang enormen Druck auf, verpasste jedoch mehrfach den Ausgleich. Die größte Chance vergab Florian Jordemann, der frei an TSV-Keeper Lennart Süllow scheiterte (65.). Plümer zirkelte einen Freistoß auf die Latte (50.), und auch Lars Hunsemeyer traf per 30-Meter-Gewaltschuss nur aufs Gebälk (82.). Zum Schluss brachte der TSV den knappen Sieg mit viel Cleverness ins Ziel. Die für ein Derby so typischen verbalen Scharmützel auf und abseits des Feldes durften natürlich nicht fehlen – Hektik total in der Endphase.
Für Lechtingen richtet sich der Blick ab sofort Richtung Gesmold, das weiß auch Simon Bartke, der als ehemaliger Wallenhorster doppelt enttäuscht dreinblickte. „Ich fand uns eindeutig besser. Wir müssen aber kaltschnäuziger werden. Vielleicht kam die Niederlage zum richtigen Zeitpunkt und wir lernen daraus.“ Bessere Laune hatte TSV-Spielertrainer Christian Schiffbänker. „Es war nicht das schönste Spiel, aber wir haben den Kampf angenommen. Jetzt hoffen wir, dass wir an Platz fünf und die gute Hinrunde weiter anknüpfen können.“