Immobilienmarkt  Der Kreis Aurich stellt fast 400 Wohnungen für Flüchtlinge

| | 19.03.2023 17:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auch im Containerdorf in den internationalen Gärten in Aurich sind Flüchtlinge untergebracht. Für all die Menschen braucht es langfristig aber auch Wohnungen. Foto: Romuald Banik
Auch im Containerdorf in den internationalen Gärten in Aurich sind Flüchtlinge untergebracht. Für all die Menschen braucht es langfristig aber auch Wohnungen. Foto: Romuald Banik
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Zwar hat der Kreis die Wohnungen für Flüchtlinge angemietet, aber nicht alle Wohnungen sind besetzt. Sie werden als Reserve freigehalten und fehlen so dem angespannten Immobilienmarkt.

Aurich - Kaum ein Markt ist derzeit so angespannt, wie der Immobilienmarkt. Immobiliengesellschaften führen Listen mit Hunderten von Namen, von Menschen, die eine bezahlbare Wohnung suchen. Gleichzeitig stehen im Landkreis Aurich aber Wohnungen leer, weil sie als Reserve für Flüchtlinge freigehalten werden. Ob und wann diese tatsächlich vergeben werden, ist aber gar nicht klar.

Wie der Landkreis-Sprecher Nikolai Neumayer auf ON-Nachfrage mitteilte, hat der Landkreis Aurich insgesamt 386 Wohnungen im gesamten Kreisgebiet für Flüchtlinge angemietet. 99 davon im Stadtgebiet Aurich, 62 davon im Stadtgebiet Norden, der Rest verteilt sich über den gesamten Landkreis. 34 dieser Wohnungen stehen aber derzeit leer. Dabei handelt es sich laut Nikolai Neumayer nicht ausschließlich um Sozialwohnungen – also Wohnungen, deren Bau mit öffentlichen Mitteln gefördert wurden und für eine relativ niedrige Miete an Menschen mit geringem Einkommen vergeben werden. Bei den Wohnungen handelt es sich also auch um Wohnungen, die Menschen ohne speziellen Berechtigungsschein mieten könnten. Von den 34 leeren Wohnungen sind elf in der Stadt Norden, eine in Aurich. Der Rest verteilt sich auf das sonstige Kreisgebiet.

Norden sucht Wohnungen für Brandopfer

„Die derzeit freien Wohnungen dienen als Reserve, da auch eine gewisse Anzahl vor dem Hintergrund der Zuweisungszahlen und der weiteren teils dynamischen Entwicklung vorgehalten werden muss“, teilte Neumayer mit. Das ermögliche dem Kreis unter anderem kurzfristig auf individuelle Konstellationen wie Familienzusammenführungen und sonstige Zuweisungen reagieren zu können. Das Problem: Für Notlagen, etwa wie derzeit nach mehreren Bränden in Norden, sind für die Brandopfer keine Wohnungen mehr verfügbar.

Die Stadt Norden hat sich mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit gewandt. Weil die Bewohner der Brände vom 4. März im Warfenweg und 9. März in der Ufke-Cremer-Straße mittelfristig ihre Wohnungen nicht mehr beziehen können, appellierte die Stadt „an die Solidarität der Bürger und bittet alle, die in der Lage sind, Wohnraum zur Verfügung zu stellen, sich zu melden“, teilte der Erste Stadtrat Marcus Aukskel mit. Zwar hätten viele Betroffene bei Freunden oder Verwandten unterkommen können, es gebe aber noch einige, die keine Unterkunft haben, so Aukskel und wies auf den „derzeit sehr angespannten Wohnungsmarkt in Norden“ hin. Dadurch gestalte sich die Suche nach Wohnraum für die betroffenen Familien und Einzelpersonen schwierig. mit Angaben zur Größe und Dauer der möglichen Unterbringung sowie den Miet- und Nebenkosten. Insbesondere Familien, aber auch Einzel- und Zwei-Personen-Haushalte benötigen dringend eine Unterkunft, teilte Aukskel mit.

Insgesamt wurden dem Kreis 3652 Flüchtlinge zugewiesen

Wie lange der Landkreis Aurich die freien Wohnungen als Reserve hält, ist unklar. Klar ist nur, dass die geplanten Gemeinschaftsunterkünfte in den ehemaligen Pflüger-Hallen und auf dem Gelände des PSV Norderland zunächst nicht eingerichtet werden sollen.

Wie viele Flüchtlinge derzeit im Landkreis Aurich auf eine Wohnung warten, lässt sich laut Kreissprecher Nikolai Neumayer nicht pauschal beantworten. Alle Flüchtlinge würden zunächst im Willkommenszentrum in Utlandshörn aufgenommen, dort engmaschig betreut und begleitet und anschließend in Wohnraum untergebracht. Das könnten sowohl Wohnungen, Container als auch Unterkünfte in der Auricher Kaserne sein.

Derzeit sind laut Kreisverwaltung 480 Flüchtlinge in Unterkünften des Landkreises untergebracht. In Familienunterkünften sind es 164 in Utlandshörn, 13 in der Mackeriege in Norden, 33 in Containern der Internationalen Gärten in Aurich sowie 58 im Gebäude 14 auf dem Auricher Kasernengelände. In Einzelunterkünften untergebracht sind laut Kreisverwaltung 80 Menschen in der Auricher Kaserne, 30 Personen in der Gemeinschaftsunterkunft Wiesmoor und jeweils 51 Menschen in den Integrationsstützpunkten Aurich und Norden. Insgesamt wurden dem Landkreis Aurich 3652 Flüchtlinge zugewiesen, teilte Kreissprecher Nikolai Neumayer mit.

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