Waldkiga-Eltern beunruhigt Sorge um angebliche Wolfssichtung in Ihlow
Berichte über angebliche Wolfssichtungen haben in Ihlow für erhebliche Aufregung gesorgt. Eltern mit Kindern im Waldkindergarten sind beunruhigt: Denn in den Forst könnte das Tier gelaufen sein.
Ihlow - Die mutmaßliche Sichtung eines Wolfes in Ihlow hat in der Gemeinde für erhebliche Aufregung gesorgt. Mehrere Bürger wollen das Raubtier gesehen haben. Unter anderem soll es in Ludwigsdorf auf dem Kielweg beobachtet worden sein – etwa 500 Meter vom Waldkindergarten entfernt, hieß es in sozialen Medien. Die Meldung hatte bei Eltern der dort untergebrachten Kindern Ängste ausgelöst. Der Ihlower Bürgermeister Arno Ulrichs bestätigte, dass ein Wolf gesehen worden sei – jedoch nicht direkt beim Waldkindergarten. Dort habe es nachweislich keinen Vorfall gegeben. Dennoch spreche einiges dafür, dass der Wolf durchaus durch den Wald gelaufen sei.
Besorgt über die Nachricht äußerte sich Jannes Odinga aus Hüllenerfehn. Seine dreijährige Tochter besucht die „Rotkehlchengruppe“ des Waldkindergartens. Seiner Ansicht nach sollte der Waldkindergarten erst einmal geschlossen werden, bis die Angelegenheit geklärt und eine Gefährdung der Kinder auszuschließen sei. Er möchte sich keine Vorwürfe machen müssen, sollte eines Tages doch etwas passieren und er habe nichts unternommen, sagte Odinga. In anderen Gegenden seien in der Vergangenheit Waldkindergärten wegen eines nahen Wolfs geschlossen worden, berichtete der passionierte Jäger. Das wäre zwar schade, denn grundsätzlich sei er ein großer Befürworter des Waldkindergartens. Odinga schilderte, wie er am Abend des 26. Februar, gegen 19.30 Uhr, einem Wolf begegnet sei. Als er mit dem Fahrrad über den Weißen Weg durch den Ihlower Wald fuhr, sei ein Wolf in etwa 30 bis 40 Metern Entfernung neben ihm hergelaufen. Durch lautes Schreien habe er ihn schließlich verscheuchen können.
Kiga-Vorstand kündigte Info-Abende an
Die Vorsitzende des Waldkindergartens, Eva-Maria Hoffnung, versicherte, einen Vorfall direkt am Waldkindergarten habe es definitiv nicht gegeben. Der Vorstand habe jedoch beschlossen, dass die Kinder am Mittwoch auch aufgrund der angekündigten Witterung erst einmal nicht in den Wald gehen würden und auf andere Quartiere ausweichen. Eva-Maria Hoffnung wollte sich zu der Wolfssichtung zunächst nicht äußern. Sie kündigte aber an, dass eine Elterninformation, ein Elternabend sowie ein Gespräch mit einer Wolfsberaterin geplant seien.
Die Eltern hatten laut Odinga am Dienstagabend zwar eine Nachricht erhalten, dass aufgrund der angekündigten Wetterlage am Mittwoch das Ausweichquartier in der alten Schule in Westersander genutzt werden sollte. Der Wolf jedoch sei mit keinem Wort erwähnt worden. Darüber zeigte er sich erstaunt und verärgert zugleich.
Bürgermeister wendet sich an Land
Der Ihlower Bürgermeister Arno Ulrichs hatte sich umgehend nach dem Auftauchen des Wolfs in Ludwigsdorf mit dem Pächter und Reviersprecher der „Schirumer Jagd“, Paul Köller, ausgetauscht. „Ich mache mir schon Sorgen, wie es jetzt weitergehen soll“, sagte der Bürgermeister. Die Gemeinde werde sich an das Land Niedersachsen wenden, „denn diese Angelegenheit können wir so nicht treiben lassen“.
Reviersprecher Paul Köller hatte mehrere Anrufe erhalten, in denen von Wolfssichtungen die Rede war. So soll das Tier am Dienstag unter anderem in Ludwigsdorf, Schirumer Leegmoor und Ostersander mehrfach gesichtet worden sein.
Wolf soll vor Auto hergelaufen sein
Auch Holger Bruns erzählt von einer Begegnung mit einem Wolf. Gemächlich sei das Raubtier vor seinem Auto gelaufen, als er mit seinem Sohn über den Bengenkampsweg fuhr. Bis zur nächsten Landeinfahrt habe das Tier ihn begleitet. Dort blieb es zunächst im Graben sitzen, lief dann langsam davon, blieb immer wieder stehen, um sie zu beobachten. Im Vergleich zu seinem Golden Retriever hätte das Tier die dreifache Masse gehabt. Diese Begegnung lasse ihn, so Bruns, einiges sorgenvoll neu überdenken. Seit den Wolfsübergriffen um Weihnachten würden sie ihre Tochter nicht mehr alleine mit dem Hund spazieren lassen und die Pferde seiner Frau nachts aufstallen.
„Ein Wolf kennt keine Grenzen“, mahnte Paul Köller und erinnerte an den einen oder anderen Vorfall, bei dem der seit 2020 in dieser Gegend vorkommende Wolf auch hier bereits Schafe gerissen habe. Ob es mehrere Wölfe sind, kann Paul Köller nicht beurteilen. Natürlich hätten diese Vorfälle und die Sichtung des Wolfs am Dienstag bei manchem in der Bevölkerung zu einer gewissen Verunsicherung geführt.
Wie es weitergeht
Am Mittwochmorgen traf sich der Waldkindergartenvorstand mit Gerd Dählmann, dem zuständigen Revierförster, im Ihlower Wald zu einer Unterredung. Anschließend tauschten sie sich mit dem Ihlower Bürgermeister Ulrichs im Rathaus über das weitere Vorgehen aus. Dabei hätten sie sich dann in Absprache mit dem Revierförster darauf verständigt, am kommenden Sonntag ab 20 Uhr im Ihlower Rathaus einen Elterninformationsabend stattfinden zu lassen. „Wir wollen die Eltern noch einmal auf Augenhöhe mit den zuständigen Ansprechpartnern informieren und versuchen, ihnen alle Ängste und Sorgen zu nehmen“, sagte Hoffnung. Sie setzt dabei auf Aufklärung und Transparenz. „Ab Montag können die Eltern ihre Kinder wieder in den Wald bringen, sofern sie mögen.“
Wie die Experten dem Waldkindergartenvorstand erklärt hätten, dürfte es sich bei dem Tier vermutlich um einen durchlaufenden Wolf handeln.