Lünne Was tun beim Wildunfall? Das rät ein Jäger aus dem Emsland
Am 26. März werden die Uhren wieder eine Stunde vorgestellt. Jäger Dennis Lögers erklärt, warum es dann wieder vermehrt zu Wildunfällen kommt - und wie sich Autofahrer nach einem Aufprall verhalten sollten.
Weil Wildtiere vor allem nachts unterwegs sind, sieht man derzeit nur selten Rehe auf den Feldern im Emsland. Doch mit der Zeitumstellung am 26. März werden vor allem Autofahrer die Tiere wieder häufiger zu Gesicht bekommen.
Denn in den frühen Morgenstunden wechselt das Wild dann in den sogenannten Einstand, also ein Busch, Dickicht oder Wald, den das Tier als sicheren Rückzugsort einschätzt. Dort verbringen es dann den Tag.
Besonders wahrscheinlich ist ein Wildwechsel für Autofahrer daher:
Dieser Wildwechsel wird dann auch für Autofahrer wieder gefährlich. „In unserer Region geht es vor allem um Rehe“, erklärt Dennis Lögers, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit im Jagdrevier Hegrering 2, der Lünner Untereinheit der Lingener Jägerschaft. In jedem Frühjahr und in jedem Herbst käme es deshalb zu vielen Unfällen.
Weil der Energiebedarf der Tiere im Frühjahr ansteigt, suchen sie vermehrt nach Futter und werden dabei auch leichtsinniger.
Hinzu kommt: Mit der Zeitumstellung verschiebt sich auch der Berufsverkehr um jeweils eine Stunde. Die Pendlerströme fallen dann oft genau in die Zeit des Wildwechsels zwischen 6 und 7 Uhr.
Wenn Autofahrer ein Reh auf der Fahrbahn entdecken, sollten sie hupen und das Fernlicht ausschalten, indem die Tiere sonst „erstarren“.
Lässt sich ein Aufprall nicht mehr verhindern, rät der ADAC dazu, nicht mehr auszuweichen, das Lenkrad gut festzuhalten und eine Vollbremsung zu machen. Nach dem Wildunfall sollten Autofahrer wie folgt vorgehen:
Im Regelfall wird angefahrenes Wild davon laufen, wenn es noch kann. Deshalb sollte der Unfallort so genau wie möglich angegeben werden. Hunde werden dann die Spur des Tieres verfolgen, damit der zuständige Jäger das Tier erlösen kann, erklärt Lögers: „Das ist ein Tierschutzgedanke: Das Tier soll nicht unnötig leiden.“
Anschließend wird das Tier entsorgt oder tief im Revier vergraben. Das ist Pflicht in Deutschland - verwertet werden dürfen die Tiere nicht mehr.
Leider halten sich nicht alle Unfallverursacher daran. „Ich habe erst diese Woche noch erlebt, dass auf einer kleinen Straße ein toter Rehbock und auch Autoteile lagen, aber ein Autofahrer war nicht zu sehen“, berichtet Lögers und ärgert sich: „Das Tier hat unnötig gelitten. Das ist nicht unbedingt die Regel, kommt aber leider immer wieder mal vor.“
Dabei haben Autofahrer grundsätzlich nichts zu befürchten. Die Versicherung übernimmt in der Regel sogar den Schaden. Der Jäger stellt dazu eine entsprechende Bescheinigung aus. Fahrerflucht kann unter Umständen nicht nur strafbar sein, sondern führt auch dazu, dass der Verursacher den Schaden selbst bezahlen muss. „Wer Rücksicht nimmt, kann also den Tieren viel Leid und sich selbst viel Ärger ersparen“, findet Lögers.
Die Jäger bitten die Autofahrer deshalb, nach der Zeitumstellung besonders vorsichtig zu fahren und bremsbereit zu sein.