Osnabrück Stadt Osnabrück kürzt Kita-Öffnungszeiten – sichert Eltern aber Nachmittagsbetreuung zu
Groß war die Aufregung, als die Stadt Osnabrück im Januar eine Kürzung der Öffnungszeiten in ihren Kitas ankündigte. Für Eltern, die auf Kinderbetreuung am Nachmittag angewiesen sind, gibt es jetzt aber eine gute Nachricht. Und damit indirekt für viele andere auch.
Ab August 2023 gelten in den städtischen Kitas in Osnabrück reduzierte Öffnungszeiten. Grund dafür ist Fachkräftemangel. Statt wie bisher von 8 bis 16 Uhr werden Kinder künftig nur noch bis 14 oder 14.30 Uhr (Krippen) betreut. Es soll jedoch Ausnahmen von dieser Regel geben.
Wie die Stadt am Freitag mitteilte, werde allen Kindern ein Platz in der Nachmittagsbetreuung zugesichert, deren Eltern bis Mitte Februar entsprechenden Bedarf angemeldet haben. Auch Kinder mit Förderbedarf würden weiterhin bis 16 Uhr betreut. Zudem halte man einige Plätze als Reserve vor.
„Wir können damit für viele Familien in Osnabrück ein verlässliches Betreuungsangebot schaffen“, sagte Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (CDU) auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz. Gleichzeitig würden jene Eltern finanziell entlastet, deren Kinder nachmittags nicht in einer der elf städtischen Kitas betreut werden müssen.
Die Stadt Osnabrück unterhält zurzeit 54 Kita- und Krippengruppen. 44 davon sind als Ganztagsgruppen bis 16 Uhr geöffnet. Allerdings werden laut Verwaltung viele der über 1000 betreuten Kinder vorzeitig abgeholt. Im Ergebnis müsse am Nachmittag mehr Personal vorgehalten werden als benötigt.
Das soll sich durch die geplante Umstellung der Betreuungszeiten ändern. Wie Kerstin Schlüter als Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugendliche und Familien erklärte, brauche die Stadt nachmittags demnächst 45 Betreuungskräfte weniger.
Vorhandenes Personal könne so effizienter eingesetzt werden. Die Arbeitsbelastung der insgesamt 300 Beschäftigten im Kita-Bereich sinke. „Das macht uns auch als Arbeitgeber attraktiver“, ist die Fachbereichsleiterin überzeugt.
Durch gezielte Ansprache potenzieller Bewerberinnen etwa in den sozialen Medien und ein größeres Entgegenkommen der Stadt im Auswahlverfahren sei es schon jetzt gelungen, die Zahl der unbesetzten Stellen im Kita-Bereich binnen eines Dreivierteljahres von 28 auf aktuell acht zu verringern.
Um noch leichter und mehr Fachkräfte für die Kinderbetreuung gewinnen zu können, müsse jedoch das Land formale Hürden abbauen. OB Pötter: „Wir als Stadt Osnabrück fordern zum Beispiel eine duale Ausbildung von Erzieherinnen wie in NRW.“ Auch in Bezug auf Gruppengrößen, Anerkennung von Abschlüssen oder Entfristung von Arbeitsverträgen seien die Vorgaben in Niedersachsen hinderlich.
Katharina Spreckelmeyer, Geschäftsleiterin der städtischen Kindertagesstätten im Fachdienst Kinder, stellte die Ergebnisse der Osnabrücker Bedarfsabfrage zur Nachmittagsbetreuung im Detail vor. Demnach beantragten Eltern von 335 Kita-Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren eine Betreuung bis 16 Uhr. Gleiches gelte für Eltern von 90 Krippenkindern. Spreckelmeyer:
„Es zeigt sich in der Auswertung, dass insbesondere in den Krippengruppen etwa die Hälfte der Familien keinen Bedarf an Randzeiten im Nachmittag hat. Diese Familien profitieren nun von geringeren Betreuungsentgelten.“