Norder Innenstadtentwicklung  Ehemaliges Real-Gelände soll schon nächstes Jahr fertig sein

| | 09.03.2023 08:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Jetzt steht fest, wie das Real-Gelände in Norden künftig genutzt worden soll. Foto: Rebecca Kresse
Jetzt steht fest, wie das Real-Gelände in Norden künftig genutzt worden soll. Foto: Rebecca Kresse
Artikel teilen:

Die Planer für das ehemalige Real-Gelände in Norden haben viel vor und drücken dabei aufs Tempo. Ende 2024 soll alles fertig sein. Auch der Stadt Norden wird ein Wunsch erfüllt.

Norden - Wenn es nach der Van Mark Unternehmensgruppe geht, soll der Leerstand auf dem ehemaligen Real-Gelände in Norden schon bald ein Ende haben: Ende 2024 soll an derselben Stelle ein neu gebauter Edeka-Markt mit Bäcker eröffnet werden. Aber nicht nur das. Neben dem bestehenden Sonderpostenmarkt soll es eine Drogerie und ein Geschäft für Tier- und Hobbybedarf geben. Die Pläne stellten am Dienstag Jelde van Mark, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe van Mark, und Michael Sappok, Leiter Projektentwicklung/Expansion und maßgeblich zuständig für das Norder Projekt, im städtischen Bauausschuss vor. Zusätzlich erfüllten die Planer auch der Stadt Norden noch einen Wunsch.

Zum Vergrößern auf die Grafik klicken

Die bekommt nämlich ein Parkhaus in der Innenstadt. „Von Seiten der Stadt Norden ist an die Planer der Wunsch herangetragen worden, mehr Parkfläche für die Innenstadt und das Doornkaat-Gelände zu schaffen“, sagte van Mark. Diesem Wunsch will die Unternehmensgruppe mit einer Parkpalette nachkommen. „Wir würden zusätzlich zu den doch sehr üppigen Stellplätzen weitere 237 Stellplätze als Parkhaus zur Verfügung stellen können“, sagte Jelde van Mark. Sein Unternehmen sei bereit, das in dem Vorhaben mit umzusetzen und zu betreiben. Dafür muss die Stadt Norden ihrerseits den Bebauungsplan ändern. Der kann nach gültiger Rechtslage in einem beschleunigten Verfahren aufgestellt werden.

Lastenradstellplätze und E-Ladesäulen für Räder geplant

Für den Autoverkehr soll darüber hinaus eine „vernünftige Auf- und Abfahrtsituation“ geschaffen werden. Die sei momentan an dem Standort „ein bisschen diffus“, so van Mark. Aber nicht nur für den Autoverkehr werde gesorgt. Schon jetzt mit im Plan seien ausreichend Fahrradstellplätze, Lastenradstellplätze an den Verbrauchermärkten, sowie E-Ladesäulen für Fahrräder vorgesehen, sagte van Mark auf Nachfrage.

Die bisherige Verkaufsfläche auf dem Gelände soll nach jetzigem Stand der Planung von bisher 6720 Quadratmeter um weitere 830 Quadratmeter auf insgesamt 7550 Quadratmeter anwachsen. Eine entsprechende Mitteilung im Rahmen der Einzelhandelskooperation Ost-Friesland an den Landkreis Aurich ist laut Norder Verwaltung ergangen. Zurzeit wird ein Einzelhandelsverträglichkeitsgutachten für dieses Projekt erstellt.

Ein Großteil des Gebäudes wird abgerissen

Die van Mark Unternehmensgruppe hat sich nach eigenen Angaben dazu entschieden, das Bestandsgebäude des ehemaligen Real-Marktes größtenteils abzureißen. Es könne nicht nachhaltig saniert werden, so der Geschäftsführer. Nur ein kleiner Teil werde nachgenutzt – nämlich der, der schon jetzt vom Sonderpostenmarkt Zimmermann genutzt wird. „Wir haben uns entschieden, einen Teil des Gebäudes zurückzubauen, um eine zukunftssichere Anlage zu schaffen“, sagte van Mark. Auch soll eine bessere Sichtbarkeit für den fließenden Verkehr auf der Straße Im Horst geschaffen werden.

Aber auch beim Neubau will van Mark nach eigenen Angaben nicht kleckern, sondern klotzen. „Wir haben vor, einen neuen Verbrauchermarkt nach allen Regeln der Kunst und Nachhaltigkeit zu errichten“, sagte er den Ausschussmitgliedern. Zusätzlich sollen alle Dächer des Marktes mit Photovoltaik-Anlagen versehen werden. Das Parkhaus werde komplett überdacht und wie die Gebäudeteile, die bestehen bleiben, mit Photovoltaik-Anlagen eingedeckt.

Massive Probleme mit Vandalismus

Für die komplette Umgestaltung des Areals hat der neue Besitzer nicht viel Zeit eingeplant. „Wir versuchen, bis Ende 2024 fertig zu sein. Das hängt natürlich auch davon ab, dass wir alle Verfahren schnell und sauber durchbekommen“, sagte van Mark. Dieser selbstgewählte Zeitdruck kommt nicht von ungefähr. Zum einen sei ein Leerstand ein städtebaulicher Missstand, den es schnellstmöglich abzubauen gelte. Auch deshalb habe sich das Unternehmen für die Interimslösung entschieden, den Sonderpostenmarkt Zimmermann weiter im Geschäft zu lassen. Zum anderen gebe es schon jetzt extreme Probleme mit Vandalismus, sagte van Mark. „Wir müssen kontinuierlich das Gelände sichern. Wir haben Einbrüche, wir haben Frostschäden. Das ist schon erheblich.“ Deshalb versuche sein Unternehmen an das Projekt mit „Volldampf“ heranzugehen.

Zumindest die Norder Politik stand diesem Vorhaben nicht im Weg. Einstimmig stimmten sie gestern für die Verwaltungsvorlage und der Aufstellung eines geänderten Bebauungsplanes zu.

Ähnliche Artikel