Stadtplanung in Norden Für das Doornkaat-Gelände gibt es jetzt ein Konzept
Zum ersten Mal haben die Norder Stadtplaner jetzt ein Nutzungskonzept für das ehemalige Doornkaat-Gelände vorgestellt. Darin finden sich Spielplatz, Kletterturm, Hotel und Wassersport wieder.
Norden - Seit Monaten wird geplant und ausgewertet, die Bevölkerung wurde befragt. Jetzt hat die Norder Verwaltung erstmals konkrete Pläne vorgestellt, wie das ehemalige Doornkaat-Gelände künftig aussehen könnte. Der zuständige Stadtplaner Ronald Böhmer zeigte eine erste Skizze der Ideen im städtischen Bauausschuss. Der betonte: Dabei handele es nicht um endgültige Planungen für einzelne Objekte. Es sei eine Idee, was sich die Verwaltung und der Arbeitskreis zur Revitalisierung des Doornkaat-Geländes in einzelnen Bereichen grundsätzlich vorstellen können.
Nach der Entscheidung, was grundsätzlich auf dem Gelände entstehen soll, müsse die Stadt in einem zweiten Schritt entscheiden, welche Bereiche sie selbst behalten möchte, so Böhmer. Diese wird die Stadt dann selbst entwickeln. Andere Bereiche sollen durch mit bestimmten Nutzungszielen in einem Wettbewerb ausgeschrieben und verkauft werden.
Denkmalgeschützte Gebäude sollen verkauft werden
Das ehemalige Stammhaus von Doornkaat – da, wo zurzeit das Gesundheitsamt untergebracht ist – will die Stadt Norden nach diesem Vorschlag behalten. Sollte das Gesundheitsamt dort irgendwann einmal ausziehen wollen, stellt sich die Verwaltung an dieser Stelle Arztpraxen, Büroräume, aber auch Einzelhandel vor.
Die ehemaligen Anlagen, wie die Brennerei, das Maischhaus, das Lager Brake, das Speicherhaus, das Silogebäude – als Ensemble denkmalgeschützt – will die Stadt vermarkten. Zu aufwendig sind die Sanierungsarbeiten, um aus den Gebäuden etwas zu machen, zu hoch die notwendigen Investitionen für die Stadt Norden. Die Stadt hofft deshalb auf einen Investor, der das gesamte Ensemble übernimmt und dort Dinge wie ein Hotel, betreutes Wohnen, Pflegeheim, Reha- und Fitnessbetrieb oder eine Event-Gastronomie unterbringt, sagte Böhmer. Denn damit würden sich die investierten Millionen für den Investor am Ende wieder rechnen.
Freifläche, Bewegungsparcours und urbaner Gartenbau angedacht
Da wo früher die ehemalige Abfüll- und Packanlage stand, ist mittlerweile durch Abriss eine Freifläche entstanden. Und eine freie Fläche für die Norder Bürger soll dort auch bleiben. „Wir stellen uns das als multifunktionalen, campusartigen Platz vor“, sagte Böhmer. Dieser soll eine Rasenfläche beinhalten, barrierefreie Wege, aber auch Versorgungsanschlüsse für Veranstaltungen. Am Rand des Platzes stellen sich die Planer Bewegungsparcours, Bouleflächen, aber auch Platz für urbanen Gartenbau vor. Auch einen besonderen und zentralen Spielplatz, den sich viele Bürger in der Beteiligungsphase gewünscht hatten, haben die Planer vorgesehen. Außerdem soll das Gelände zum Norder Tief hin geöffnet werden, um einen Platz am Wasser zu haben und am alten Zollschuppen eine Paddel- und Pedal-Station einzurichten. „Wenn wir dort ein entsprechend gutes Konzept bekommen, könnten dort auch Tretbootvermietung und andere Sachen sein, so dass wirklich eine Verbindung zum Wasser geschaffen ist“, sagte Böhmer. Es gebe planerisch aber noch große Herausforderungen zu bewältigen, bis es dazu kommen kann.
Das ehemalige Pumpenhäuschen und der Kühlturm sollen nach Vorstellungen der Planer erhalten bleiben. Diese könnten zu einem kleinen Café und einem Kletterturm und Straßenkunstflächen entwickelt werden.
Autos sollen nicht auf dem Gelände fahren
Der Autoverkehr soll aus dem Areal herausgehalten werden. Lediglich für Lieferverkehr und notwendige Pflegearbeiten der Anlagen müsse es entsprechende Wege geben. Stattdessen sind mehrere Anlagen für das Fahrradparken vorgesehen.
Anders als bisher gedacht, sollen die ehemaligen Werkstätten – parallel zum Eisenwarenhandel Popken gelegen – nun doch erhalten werden. Eigentlich war der Abriss schon beschlossen, denn die Sanierung der Gebäude etwa für eine Büronutzung wäre laut Verwaltung zu aufwendig gewesen. Würden dort aber Künstler und Kunsthandwerker untergebracht, müssten die Gebäude etwas weniger umfangreich saniert werden. „Das Gebäude ist in keinem besonders guten Zustand“, sagte Böhmer. Es müsse also etwas getan werden. Für die Nutzung durch Künstler würde das Gebäude aber grundsätzlich passen.
Die Politik legte sich auf diese Nutzungsziele fest. Mit dem Nutzungskonzept will die Stadt Norden nun in einen Konzeptwettbewerb gehen.