Berlin Fünf einflussreiche Feministinnen unserer Zeit – und wofür sie stehen
Am Internationalen Frauentag demonstrieren Frauen weltweit für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung. Diese fünf Frauen haben im letzten Jahrhundert einen wichtigen Beitrag für die Rechte von Frauen geleistet.
Seit mehr als 100 Jahren wird der 8. März als Internationaler Frauentag zelebriert. Doch an diesem Tag soll nicht nur gefeiert werden, was Feministinnen weltweit bereits erreicht haben. Es finden auch Demonstrationen für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung von Frauen statt.
Diese fünf Frauen gelten als einflussreiche Feministinnen unserer Zeit:
Die Philosophin Simone de Beauvoir (*09.01.1908, †14.04.1986) prägte den Feminismus bis heute maßgeblich durch ihr Buch „Das andere Geschlecht“.
De Beauvoir dekonstruierte darin die Idee von biologisch begründeten Geschlechterrollen. Sie war der Auffassung, dass Männer als vermeintlich dominanteres Geschlecht die Gesellschaft so gestalten würden, dass sie ihr eigene Rolle darin fortwährend bestärken.
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Mit weiteren Romanen, ihrem politischen Engagement und philosophischen Büchern wurde de Beauvoir zu einer ikonischen Figur im westeuropäischen Feminismus. Von De Beauvoir stammte unter anderem das Zitat: „Man kommt nicht als Frau zur Welt, sondern wird es“.
Die US-amerikanische Feministin, Journalistin, Frauenrechtlerin und Schriftstellerin Gloria Steinem (*24.03.1934) wird häufig als ‚erste Feministin‘ bezeichnet.
Steinem ist Gründerin und Herausgeberin des amerikanischen feministischen Magazins „Ms.“ und tritt regelmäßig in den Medien als Sprecherin über Ungleichheit auf.
Ihr besonderes Interesse gilt den gemeinsamen Ursprüngen von Geschlechter- und Rassenkastensystemen, gewaltfreier Konfliktlösung, den Kulturen indigener Völker, Geschlechterrollen und Kindesmissbrauch als Wurzeln von Gewalt und der grenzüberschreitenden Organisation für Frieden und Gerechtigkeit.
Seit mehr als 30 Jahren kämpft Demet Demir (*12.03.1961) als erste trans Aktivistin der Türkei für die Rechte von trans Menschen, Sexarbeitern und gegen Hassmorde an queeren Menschen und Frauen.
Demir war bereits als Schülerin politisch engagiert und kandidierte 2007 bei den Parlamentswahlen, jedoch ohne Erfolg.
Während de Beauvoir bereits skizzierte, dass Geschlechterrollen, die als naturgegeben begriffen wurden, sozial konstruiert seien, ging die Philosophin Judith Butler (*24.02.1956) noch einen Schritt weiter.
Butler lehrte erstmals, dass das gesamte Verständnis von Geschlecht und die klassische Einteilung von Menschen in Männern und Frauen ebenfalls sozial konstruiert ist.
Butler revolutionierte das Verständnis von Geschlechterkategorien, weil sie postulierte, dass diese einzig der Festigung von Machtverhältnissen innerhalb der Gesellschaft dienen.
Die feministische Publizisten Margarete Stokowski (*14.04.1986) ist durch ihr Debüt „Untenrum frei“ (2016) bekanntgeworden, das mittlerweile als Standardwerk des modernen Feminismus gilt. Von ihr stammte unter anderem das Zitat: „Während wir glauben, wir – oder die Generationen vor uns – hätten die Fesseln des Patriarchats längst gesprengt, haben wir nur gelernt in ihnen shoppen zu gehen.”
Im Jahr 2019 erhielt sie den Luise-Büchner-Preis für Publizistik, der Autoren verlieren wird, die in Büchern die Ungleichheit zwischen Geschlechtern aufdecken und sich für eine geschlechtergerechte Gesellschaft einsetzen.