Einbrüche in Aurich  Angeklagter sieht sich als Sündenbock

Christiane Norda
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Von Christiane Norda
| 06.03.2023 18:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Eingang zum Landgericht in Aurich. Foto: Romuald Banik
Der Eingang zum Landgericht in Aurich. Foto: Romuald Banik
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Wegen Einbruchs in Häuser in Aurich müssen sich zwei Männer vor dem Landgericht verantworten. Obwohl sie mit der Beute im Auto erwischt wurden, will einer von ihnen nichts davon gewusst haben.

Aurich - Vor dem Landgericht in Aurich müssen sich seit Montag zwei 31 und 27 Jahre alte Männer wegen Wohnungseinbruchdiebstahls verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, im September vergangenen Jahres über die Terrassentür in ein Einfamilienhaus in Plaggenburg eingedrungen zu sein und dort 500 Euro Bargeld, die Eheringe der 85-jährigen Bewohnerin, ihren Reisepass und ihre EC-Karte sowie die Armbanduhr ihres verstorbenen Ehemannes entwendet zu haben. Darüber hinaus soll der 31-Jährige zuvor in eine Wohnung in Tannenhausen eingebrochen sein, wo er laut Anklage eine Brieftasche und ein Kinderportemonnaie mit 50 Euro Inhalt an sich genommen habe.

Während der 27-Jährige in der Verhandlung zu den Vorwürfen schwieg, räumte der 31-Jährige den Einbruch in Plaggenburg ein. Dort habe er jedoch nichts mitgenommen. Was sein Mitangeklagter eingesteckt habe, sei ihm nicht bekannt, man habe nicht darüber gesprochen. An dem Einbruch in Tannenhausen sei er nicht beteiligt gewesen, aber ihm sei schnell klar geworden, dass er als „Sündenbock“ fungiere. Er habe den 27-Jährigen vor einigen Jahren im Gefängnis kennengelernt. Dort habe er ihn beschützt, heute habe er allerdings Angst vor ihm. Ein Polizeibeamter, der den 31-Jährigen verhört hatte, beschrieb diesen als kooperativ und glaubwürdig. Er habe während der Vernehmung einen verängstigten Eindruck gemacht und offenbar „reinen Tisch“ machen wollen.

Mit Beute und Einbruchswerkzeug erwischt

Das Auto der Angeklagten war Zollbeamten wenige Tage nach den Einbrüchen auf der Autobahn aufgefallen. Aus Berufserfahrung, erklärte ein Fahnder vor Gericht, dem das Kennzeichen verdächtig erschienen war. Die Strecke sei bekannt als Drogenschmuggelroute. Nach kurzer Verfolgung hatten die Beamten den Wagen auf einen Parkplatz gelotst, wo sie ihn durchsucht hatten. Dabei hatten sie Einbruchswerkzeug, Messer, Baseballschläger und Schlagring sowie Ausweis und EC-Karte der Seniorin aus Aurich gefunden. Am Fahrzeugschein hatten die Zöllner überdies Spuren von Rauschgift entdeckt, weshalb sie die Polizei hinzugezogen hatten.

Die Verhandlung wird am Montag, 20. März, fortgesetzt.

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