Wohnforum Aurich  Konzept von Messe trotzt dem Internet

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 05.03.2023 18:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Beim Wohnforum in der Sparkassen-Arena gab es am Wochenende viele Tipps rund um die Themen Bauen, Wohnen und Sanierung. Gefragt waren auch Informationen zum Energiesparen. Foto: Stephan Friedrichs
Beim Wohnforum in der Sparkassen-Arena gab es am Wochenende viele Tipps rund um die Themen Bauen, Wohnen und Sanierung. Gefragt waren auch Informationen zum Energiesparen. Foto: Stephan Friedrichs
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Am Wochenende fand in Aurich das Wohnforum statt. Der Veranstalter ist zufrieden: Das Konzept würde trotz Internet weiter funktionieren.

Aurich - Gut 3200 Besucher hatte das Wohnforum in der Auricher Sparkassen-Arena am Wochenende. Damit waren es ungefähr so viele Gäste wie in den Vorjahren, sagt Karin Thies vom Veranstalter ME Management im ON-Gespräch. Ein Viertel der Gäste sei am Sonnabend gekommen, der große Rest dann am Sonntag. Es habe sich durch die Zahlen bestätigt, dass das Konzept von Messen durch das Internet nicht überflüssig geworden sei. Das gelte sowohl für Spezialmessen wie das Wohnforum oder die Genussmesse vor drei Wochen, aber auch für Universalschauen wie die Wirtschaftsschau in Wiesmoor im Juni dieses Jahres. „Dort mussten wir sogar Zelte nachbestellen, weil die Zahl der Aussteller so angestiegen ist.“

Sängerin Janine Meyer unterhielt die Besucher des Wohnforums. Foto: Stephan Friedrichs
Sängerin Janine Meyer unterhielt die Besucher des Wohnforums. Foto: Stephan Friedrichs

In Aurich hat man in diesem Jahr die gegenteilige Erfahrung gemacht. Die Weser-Ems-Ausstellung (WEA), früher ein Großevent mit einer Dauer von neun Tagen, wurde in diesem Jahr abgesagt. Es hatten sich nicht genug Aussteller gefunden, die sich auf dem Mehrzweckgelände Tannenhausen dem Publikum vorstellen wollten. Karin Thies macht dafür vor allem die Dauer der Messe verantwortlich. Die WEA hätte immer noch vier Tage dauern sollen. „Das müssen Firmen personell erst einmal abbilden können.“ Das Wohnforum hingegen dauerte ebenso wie die Wirtschaftsschau in Wiesmoor nur zwei Tage. „Und es ist jeweils ein Wochenende.“

Wärmepumpen und Photovoltaik gefragt

Von den Ausmaßen her sei die Größe des Wohnforums optimal, so Karin Thies. Mit 55 Ausstellern gebe es zum einen eine schöne Auswahl an Themen mit der ganzen Bandbreite vom Bauen und Sanieren über das Energiesparen bis hin zur Inneneinrichtung. Zum anderen aber gebe es auf diese Weise auch nicht zu viele Doppelungen. Besucher hätten zum Beispiel kaum einen Mehrwert, wenn der fünfte oder sechste Anbieter von Solaranlagen präsent wäre. Und die Aussteller selbst hätten auch den Wunsch, nicht all zu viel Konkurrenz vor Ort zu haben.

Erich Ihnken im Beratungsgespräch mit einer Besucherin. Foto: Stephan Friedrichs
Erich Ihnken im Beratungsgespräch mit einer Besucherin. Foto: Stephan Friedrichs

Gerade im Bereich Bauen und Sanieren fragen sich aber offenbar einige Aussteller momentan, ob sie überhaupt noch zu Messen fahren wollen. Dazu gehört Erich Ihnken. Der Blomberger bietet für Neu- und Altbauten Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen an. „Meine Auftragsbücher sind für die nächsten Monate gut gefüllt.“ Generell aber lohnten sich solche Messen für seinen Betrieb schon. Und er mache es gerne, gebe auch gerne Informationen an Bauherren und Hausbesitzer weiter.

Besucher aus ganz Ostfriesland

In diesem Jahr sei aber der Beginn am Sonnabend schleppend verlaufen im Vergleich zum vorigen Jahr. Damals habe er zu wenige Mitarbeiter mitgebracht und deswegen nun extra aufgestockt. Zumindest am Sonnabend war das unnötig – seine Kollegen hatten Zeit, sich benachbarte Stände genau anzuschauen.

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Viele Tipps rund um die Themen Bauen
05.03.2023

Vorbereitung für den eigenen Hausbau oder die Sanierung eines Altbaus. Viele Besucher waren extra deswegen zum Wohnforum gekommen. Dazu gehörte auch Edith Janssen aus Leer. Sie war mit Mann und fünf Kindern angereist. „Wir ziehen demnächst nach Aurich und wollten uns daher informieren“, sagt sie im ON-Gespräch. Gelohnt hat sich das auf jeden Fall für Sohn Janno. Beim Stand der Stadt Aurich trat er kräftig in die Pedale und erradelte sich eine kleine Belohnung.

Polizei berät zu Einbruchsschutz – und sucht Nachwuchs

Helga und Edgar Fauerbach hingegen sind Messefans. Das Wittmunder Ehepaar war zum ersten Mal beim Wohnforum in Aurich. „Ein Flyer hat uns neugierig gemacht“, sagt Helga Fauerbach. Die beiden betreiben eine Landwirtschaft und besuchen ansonsten eher Fachmessen. „Aber es ist auch schade, dass die WEA in diesem Jahr nicht stattfindet“, so Edgar Fauerbach.

Beim Energiesparen geht es darum, die Wärme im Haus zu behalten. Am Stand der Polizei informierte hingegen die Beauftragte für Kriminalprävention, Sabine Kahmann, wie man ungebetene Gäste fernhalten kann. Schließsysteme für Fenster und Türen präsentierte sie zusammen mit ihrem Kollegen, dem Verkehrssicherheitsberater Ewald Einolf. Sie berate Hausbesitzer auch kostenlos vor Ort, wie man den Einbruchsschutz verbessern könne. „Es geht den meisten Besuchern des Wohnforums aber um mehr“, so Kahmann. Schnell sei sie mit vielen Gästen im Gespräch über Themen wie „Sicherheit im Alter“, Cybermobbing und auch Nachwuchsgewinnung für die Polizei. „Noch ist die Polizei bei den Berufswünschen ganz oben, aber es wird weniger“, so Kahmann.

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