Kellerbrand in Norden  Feuerwehr rettet Menschen und Tiere über Leitern

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 04.03.2023 14:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Aus dem Kellerfenster schlugen den Feuerwehrleuten die Flammen entgegen. Foto: Feuerwehr
Aus dem Kellerfenster schlugen den Feuerwehrleuten die Flammen entgegen. Foto: Feuerwehr
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Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus am Warfenweg in Norden erlitten sieben Bewohner leichte Rauchvergiftungen. Bei dem Unglück spielten sich dramatische Szenen ab.

Norden - Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Norden haben am frühen Sonnabendmorgen sieben Bewohnerinnen und Bewohner leichte Rauchvergiftungen erlitten. Die Männer, Frauen und Kinder wurden in die Auricher Ubbo-Emmius-Klinik gebracht.

Zur Rettung der Bewohnerinnen und Bewohner setzte die Norder Feuerwehr ihre beiden Drehleiterwagen ein. Foto: Feuerwehr
Zur Rettung der Bewohnerinnen und Bewohner setzte die Norder Feuerwehr ihre beiden Drehleiterwagen ein. Foto: Feuerwehr

Wie Sprecher der Polizei und der Norder Feuerwehr dieser Zeitung auf Nachfragen mitteilten, brannte es aus bislang noch ungeklärter Ursache im Keller des viergeschossigen Gebäudes am Warfenweg. Ein Bewohner des Hauses hatte gegen 4.50 Uhr über den Feuerwehrnotruf zunächst einen Zimmerbrand gemeldet. Es habe sich starker Rauch entwickelt, der sich im ganzen Gebäude ausbreitete. Die Norder Feuerwehr, der Rettungsdienst des Landkreises Aurich und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) waren mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Bewohner standen spärlich bekleidet auf Balkonen

Vor Ort habe sich die Situation „wesentlich dramatischer“ dargestellt als zunächst angenommen, sagte Uwe Bents, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Norden. Bei der Ankunft der Einsatzkräfte hätten mehrere Bewohnerinnen und Bewohner teilweise barfuß und nur mit Nachtwäsche bekleidet auf Balkonen und an Fenstern gestanden und um Hilfe gerufen, weil der Fluchtweg über das Treppenhaus wegen des Rauchs und der Hitze versperrt war. Sie wurden mit den zwei Drehleiterwagen und Steckleitern in Sicherheit gebracht. Vorsorglich hatte die Einsatzleitung einen dritten Drehleiterwagen aus Aurich angefordert.

Die Feuerwehr bekämpfte das Feuer im Keller des Wohnblocks mit einem Schaummitteln, weil sie zunächst wegen der Hitze von innen nicht vordringen konnte. Foto: Feuerwehr
Die Feuerwehr bekämpfte das Feuer im Keller des Wohnblocks mit einem Schaummitteln, weil sie zunächst wegen der Hitze von innen nicht vordringen konnte. Foto: Feuerwehr

Die Feuerwehr, die mit 50 Kräften etwa vier Stunden lang im Einsatz war, rettete insgesamt 30 Menschen aus dem Haus. Sie wurden zunächst von einem Notarzt untersucht und von Helfern des DRK in einem beheizten Zelt versorgt. Die Einsatzkräfte brachten laut dem Feuerwehrsprecher auch mehrere Tiere in Sicherheit. Darunter waren drei Hunde und ein Kaninchen.

Das Haus ist vorerst nicht mehr bewohnbar

Wegen der Hitze konnten die Feuerwehrleute zunächst nicht von innen in den Keller vordringen. Sie bekämpften das Feuer deshalb zunächst mit einem Schaummittel, das sie durch die Kellerfenster einleiteten.

Das Mehrfamilienhaus ist nach dem Brand vorerst nicht mehr bewohnbar und von der Polizei beschlagnahmt worden. Ersten Schätzungen zufolge liegt der Sachschaden bei etwa 100.000 Euro. Mitarbeiter der Stadt Norden brachten die 23 Bewohnerinnen und Bewohner, die unverletzt blieben, vorerst anderweitig unter. Wie es heißt, sollen Experten den Brandort Anfang der kommenden Woche untersuchen.

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