Berlin Verbot von Öl- und Gasheizung: Was auf Verbraucher zukäme
Die Pläne von Wirtschaftsminister Robert Habeck sorgen für Wirbel: Ein Papier aus dem Ministerium sieht vor, dass schon bald keine neuen Gas- und Ölheizungen in Häuser mehr eingebaut werden dürfen. Was Verbraucher wissen sollten.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will einem Bericht zufolge den Einbau neuer Öl- und Gasheizungen ab dem kommendem Jahr untersagen. Ab 2024 sollten nur noch neue Heizungen „auf Basis von mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energien in Deutschland eingebaut werden“, heißt es in einem Referentenentwurf, der erst der „Bild“-Zeitung und nun auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach sollen schon eingebaute Gas- und Ölheizungen nur maximal 30 Jahre betrieben werden. Ab 2045 sollen diese ganz verboten sein. Die FDP stellt sich gegen die Pläne.
In der Bundesregierung sorgt Habecks Vorhaben für Uneinigkeit. Lesen Sie hier, wie sich die FDP den Gesetzesplänen in den Weg stellen will.
Heizsysteme, die mindestens zu 65 Prozent aus erneuerbaren Energien bestehen, könnten sein:
Einen Überblick über Alternativen zur Öl- und Gasheizung erhalten Sie hier. Unter diesen erfreut sich insbesondere die Wärmepumpe immer größerer Beliebtheit. Lesen Sie hier, was Sie über den Umstieg auf eine Wärmepumpe wissen sollten.
Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass nicht-regulierbare Heizungen, die mit Gas, Kohle oder Öl betrieben werden, nach 30 Jahren abgestellt werden müssen. Das bedeutet, dass jede Heizung, die vor 1993 eingebaut worden ist, von dem Verbot betroffen wäre.
Auch bei regulierbaren Heizanlagen entscheide das Einbaudatum darüber, wie lange diese noch laufen dürften. So müssten Heizkessel, die schon vor dem 1. Januar 1990 eingebaut wurden, bis spätestens Ende 2026 ausgetauscht werden. Verbraucher mit Heizungen, die nicht älter als 1998 sind, dürften ihren Heizkessel hingegen noch bis zum 31. Dezember 2030 betreiben.
Wenn Sie bereits vor dem 1. Februar 2002 in ein Ein-, oder Zweifamilienhaus gezogen sind, dann haben Sie der Bild zufolge etwas mehr Zeit bis zur Umstellung. So müssten in diesem Falle Heizkessel von vor 1996 bis 2030 ersetzt werden, während Anlagen, die nach dem 31. Dezember 2001 eingebaut wurden, bis 2033 weiterhin in Betrieb sein dürften.
Wie sehr die Zahl der Gasheizungen in Deutschland bereits abgenommen hat, sehen Sie in dieser Grafik:
Die Umstellung der eigenen Heizungsanlage bedeutet für Hauseigentümer einen Investitionsaufwand in meist fünfstelliger Höhe. Laut Berechnungen der „Frankfurter Rundschau“ belaufen sich die Anschaffungskosten einer Luftwärmepumpe auf bis zu 16.000 Euro, für eine Solarthermieanlage bis zu 10.000 Euro und Pellet- oder Holzkessel kosteten bis zu 5000 Euro in der Anschaffung. Bei der Einrichtung einer Fernwärmeanlage müsse man hingegen mit Kosten in Höhe von bis zu 15.000 Euro rechnen.
Wer überlegt auf eine Wärmepumpe umzusteigen, kann auf unterschiedliche Systeme zurückgreifen, wie folgende Infografik zeigt:
Die Anschaffungskosten für alternative Heizsysteme können durch staatliche Förderungen reduziert werden. Laut Verbraucherzentrale wird der Umstieg auf eine klimafreundlichere Heizanlage grundsätzlich mit einem Zuschuss von zehn Prozent gefördert, wenn Ihre jetzige Heizung vor mindestens 20 Jahren eingebaut wurde.
Höhere Zuschüsse seien zudem durch spezielle Landesprogramme möglich, hier gelten unterschiedliche Vorgaben. Für professionelle Beratungen über geeignete Sanierungen können Sie vom Staat bis zu 80 Prozent des Geldes zurückbekommen. Eine Übersicht über alle Förderprogramme des Bundesministeriums finden Sie hier.
Die Wahl des passenden Heizsystems ist neben den Anschaffungskosten von vielen weiteren Faktoren abhängig: Alt- oder Neubau, Heizverhalten, Verfügbarkeit des Brennstoffs und weitere. Eine umfassende Beratung ist daher ratsam.
Welche Heizsysteme in Deutschland verbaut sind, zeigt die folgende Statista-Grafik.
Bei einem klassischen Heizcheck durch einen Berater von der Verbraucherzentrale wird die Heizsituation der Verbraucher analysiert und über Optimierungsmöglichkeiten informiert. Weitere Informationen finden Sie auf dieser Website oder unter der Telefonnummer: 0800 – 809802 400.
Wenn Sie bereits Besitzer einer Solarthermieanlage sind und wissen möchten, ob diese die Anforderungen des geplanten Gesetzes erfüllt, finden Sie hier weitere Informationen zu Beratungsangeboten.
Erfahren Sie außerdem hier, worauf Sie bei der Wahl eines Energieberaters achten können und wie er Ihnen helfen kann, Geld zu sparen.